Bei (neuen) 1&1 Glasfasertarifen kein Over-Provisioning mehr?

  • Tachchen! Ich wollte einfach mal wissen, was ihr hier davon haltet:

    Ich hab seit paar Tagen jetzt den 1&1 Glasfasertarif 300/150.

    Ich hänge über ONT an einer Fritzbox 7590AX und hab so rund 10Mbit weniger im Upload als bestellt. Das ist jetzt meckern auf hohem Niveau aber mich wurmt es eben doch irgendwie, zumal auch die Latenz nicht so bombastisch ist wie ich es mir erhofft hatte. Lag ich beim selben Server vorher mit DSL bei 17ms bin ich jetzt bei 22ms. Laut Routenverfolgung hängen aber auch paar mehr Server dazwischen. Bei DSL hatte ich bspw. bei heise.de 7 hops, jetzt habe ich 9.

    Ping wäre mir aber an sich noch egal. Was mich wundert ist die PPPoE Meldung in der Fritzbox. Da steht nämlich folgendes:

    Information des Anbieters über die Geschwindigkeit des Internetzugangs (verfügbare Bitrate): 300000/150000 kbit/s

    Das ist quasi Spitz auf Knopf und ich brauch mich nicht wundern, dass ich Netto nur so um die 298/139 bekomme. Vor allem der fehlende Upload stört mich. 1&1 garantiert ja mittlerweile bei den Glasfasertarifen die Bandbreite bis aufs letzte bit. Zumindest ist das in den Angeboten und den AGBs so zu lesen.

    Kann es sein, dass 1&1 wenn es über die Telekom-Infrastruktur läuft technisch nicht das liefert was möglich wäre bzw. vielleicht auch nicht liefern darf/soll damit die Telekom noch ein Grund hat, warum man bei ihr Glasfaser buchen sollte?

    Ich hab schon screenshots gesehen von Telekomnutzern mit gleicher Bandbreite und die haben bei sich eine PPPoE Meldung mit 320/170 oder ähnliches. Also noch nen guten Puffer dabei.

    LineID ist die folgende:

    1UND1.DEU.DTAG.LH9A100000

  • 1&1 garantiert ja mittlerweile bei den Glasfasertarifen die Bandbreite bis aufs letzte bit.

    Brutto oder netto? Weil die PPPOE Bandbreite ist ja 150 MBit/s, das ist auf der Faser (Brutto) ja sogar mehr, als dir vertraglich zusteht. Netto ist es natürlich weniger, da geht der IP-Protokolloverhead ab.

  • Die Meldung oben ist die exakte aus der Fritzbox. Das ist das, was da steht. Upload messbar am PC (verbunden über LAN) sind maximal 139 Mbit.

    Bei Leuten mit Telekomglasfaser wird immer etwas dazu addiert, die haben dann angezeigte Bandbreiten mit ca. 20 Mbit on top.

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  • Die Meldung oben ist die exakte aus der Fritzbox.

    Das ist ja egal. Entscheidend ist das, was im Vertrag steht. Ich weiß nicht, ob das Produktinformationsblatt allein dort genügt. Also checke das noch mal, was du genau gekauft hast.

    Die ist wie bei 1 GBit/s Glasfaser über AON. Da ist es auch nur 1 GBit/s auf der Faser, und nicht in der Payload des IP Paketes. Dort sind es nur ca. 930 MBit/s.

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  • Auch an dich mal die Bitte, den Anschluss mit abgeschalteten Anbieterdiensten und eigenem Anbieterprofil von Hand einzurichten und 1000/1000 einzustellen. Ich habe den Verdacht, dass jemand sich vertan hat und der Shaper über die Autokonfiguration automatisch auf einen niedrigeren Wert eingestellt wird, als beabsichtigt. Vielleicht hat der Praktikant bei 1&1 die neuen Staffelungen eingepflegt.

  • Auch an dich mal die Bitte, den Anschluss mit abgeschalteten Anbieterdiensten und eigenem Anbieterprofil von Hand einzurichten und 1000/1000 einzustellen. Ich habe den Verdacht, dass jemand sich vertan hat und der Shaper über die Autokonfiguration automatisch auf einen niedrigeren Wert eingestellt wird, als beabsichtigt. Vielleicht hat der Praktikant bei 1&1 die neuen Staffelungen eingepflegt.

    Schon versucht. Bringt alles nichts. Selbst die Fritzbox auf Werkseinstellungen zurück setzen und dann 1000/1000 eintragen geht nicht. Sobald die Box alles übernimmt und die Verbindung getestet hat, steht wieder (in meinem Fall) 300/150 da.


  • Also hast du wirklich mit zurückgesetzter Box und von Anfang an abgeschalteten Anbieterdiensten getestet? Inklusive Wählen eines anderen, selbst angelegten Anbieters, VLAN 7 und Zugangsdaten von Hand eintragen?

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  • Exakt so!

    Außer VLAN 7, das funktioniert nicht. Ansonsten habe ich alles durchgespielt. Die Fritzbox (ich hab das Fritz OS 8.0) übernimmt sobald dieser Schritt mit der Überprüfung der Verbindung abgeschlossen ist, in diesen Feldern wieder die Werte 300 und 150.

  • Das ist wieder die falsche Information. Die Bandbreiten kennen wir. Entscheidend ist, wo die Bandbreiten gelten: Ist es Brutto oder Netto? Bei Brutto bist du im grünen Bereich, bei Netto nicht.

    Da steht doch "garantiert" und in der Tabelle steht "MINIMAL". Das ist alles NETTO gemeint.

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  • Wo steht das?

    Ich hab jetzt nochmal ALLE Unterlagen durchsucht, die ich bekommen habe von 1&1 bei Vertragsabschluss. Habe die PDF nach den Begriffen "Bandbreite" und "Brutto" oder "Netto" durchsucht. Ergebnis: Das Wort BANDBREITE kommt 4 mal vor in den AGBs aber nur in Verbindung mit TV-Diensten ("...blabal abhängig von Ihrer Bandbreite).

    Das Wort "Netto" oder "Brutto" kommt nirgends vor. Es gibt aber zig Beiblätter und die Tabelle, wo du ja auch siehst, das bei DSL Tarifen sehr wohl die Geschwindigkeiten unterschiedlich sind bei "Minimal", "Normal" und "Maximal". Bei Glasfaser sind sie das nicht - außer bei dem 1000Mbit Tarif.

    Außerdem habe ich noch folgendes Beiblatt gefunden, was ebenfalls mit der Bestellbestätigung kam:



    Fakt ist: Bei jedem Telekom Tarif mit diesen Bandbreiten (es sind die selben, was die Telekom auch anbietet) wird in der Fritzbox nicht mit 300/150 verbunden sondern eher mit 320/180 und ähnliches. Also deutlich drüber. Davon gibt es im Netz einige Screenshots. Bei mir steht in der Fritzbox EXAKT bis auf das letzte Bit 300/150 - und das versteht ich eben nicht.

  • Ich denke nicht, dass die Werte dauerhaft so bleiben werden. Da hat wohl jemand die offiziellen Werte stur in die Konfiguration geklöppelt, weil die Einführung der neuen Datenraten seitens der T ja auch ziemlich plötzlich kam.

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  • Habe die PDF nach den Begriffen "Bandbreite" und "Brutto" oder "Netto" durchsucht.

    Das steht da auch nicht wörtlich. Da ist dann eher von der physikalischen Verbindung oder auf Protokollebene oder sowas beschrieben. Das wirst du schon ganz lesen müssen, um herauszufinden, wo die Geschwindigkeiten gelten.

    Es gibt aber zig Beiblätter und die Tabelle, wo du ja auch siehst, das bei DSL Tarifen sehr wohl die Geschwindigkeiten unterschiedlich sind bei "Minimal", "Normal" und "Maximal".

    Ja, da sind aber auch die Grenzen der physikalischen Verbindung ausgereizt. Das ist bei Glasfaser nicht der Fall, deshalb sind die Werte da alle gleich. Das ist aber unabhängig davon, was dir vertraglich zusteht.

    Fakt ist: Bei jedem Telekom Tarif mit diesen Bandbreiten (es sind die selben, was die Telekom auch anbietet) wird in der Fritzbox nicht mit 300/150 verbunden sondern eher mit 320/180 und ähnliches.

    Ja, die geben eine gewisse Reserve oben drauf. Vielleicht müssen sie das, weil sie vertraglich Netto Bandbreiten garantieren. Vielleicht müssen sie es auch nicht.

    Bei mir steht in der Fritzbox EXAKT bis auf das letzte Bit 300/150 - und das versteht ich eben nicht.

    Was verstehst du daran denn nicht? Die Situation ist doch einfach: Das sind die Geschwindigkeiten, die 1&1 auf deiner Leitung einstellt. Die führen zwangsläufig dazu, dass netto bei dir weniger ankommt, wegen des Protokolloverheads. Du fragst dich jetzt, ob das ok ist. Die Antwort: Das steht im Vertrag. Finde raus, was du gekauft hast. Dann weißt du, ob es so ok ist. Was andere machen oder ob Minimum und Maximum identisch sind, ist dabei völlig egal.

  • Ich würde eine Messkampagne bei der BNetzA machen. Dann hast du Gewissheit.

    Dann weiß er anschließend auch nur, was netto durch die Leitung geht. Das weiß er jetzt auch schon.

    Da hat sich 1&1 ohne Not ein schönes Ei gelegt.

    Kommt drauf an. Es wird natürlich günstiger für die, weil die Tarife langsamer werden. Und wenn sie die Bandbreite niemandem versprechen ... Ja, andere bieten mehr, sind aber dann auch teurer. Man muss halt immer sehen, was man kauft.

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  • Ein Blick in die Vorgaben des verpflichtenden Produktinformationsblattes bringt Klarheit:

    "(Maximal/Normalerweise/Mininmal) zur Verfügung stehend"

    Damit reißt 1&1 diese Vorgabe und die Auswertung der Messkampagne wird die Verstöße visualisieren.

  • Darüber kann man trefflich streiten. Die Bandbreite steht ja zur Verfügung, auf PPPOE Ebene. Für deinen Protokolloverhead kann 1&1 auch nichts.

    Und netto steht die Bandbreite auch bei Telekom und Konsorten nur dann zur Verfügung, wenn die Leitung mit großen Paketen effizient ausgenutzt wird. Bei Paketen mit 5 Byte Payload kommst du nicht annähernd an die versprochenen Bandbreiten. Und komm jetzt nicht mit "typische Anwendungen machen aber mehr als 5 Byte Payload".

    Dieses "zur Verfügung stehend" bringt mehr Verwirrung, als Klarheit. Wo steht, ob die Bandbreite netto in der IP Payload zur Verfügung stehen muss? Und wenn ja, wie viel % Overhead dürfen die IP-Header ausmachen? Das muss geklärt sein, sonst sind die Aussagen nicht belastbar.