Wo übernimmt der Anbieter die Glasfaserstruktur?

  • Halli Hallo,

    ich bin ganz neu hier und befasse mich aktuell mit dem dem Thema Glasfaser, da in unserer ländlichen Region der Anbieter GOETEL aktuell auf Kundengewinnungstour ist und den Bereich mit Glasfaser erschließen will.

    Das finde ich grundsätzlich sehr begrüßenswert und möchte auch auf jeden Fall einen Glasfaseranschluss haben, habe dazu allerdings einige Fragen, die mir bislang niemand beantworten konnte.

    Zur Ausgangssituation: bislang hat die Telekom hier schon Glasfaser liegen, allerdings „nur“ bis zum OutdoorDSLAM bzw. KVZ und von dort geht es dann über Kupfer weiter bis ins heimische Wohnzimmer. Da habe ich im Moment mit VDSL etwa 180Mbit anliegen.

    Nun zu meinen Fragen: Wenn GOETEL jetzt FTTH ausbaut, bauen die eine komplett eigene Infrastruktur, oder schließen sie an das bestehende Glasfasernetz der Telekom an? Wenn sie an das bestehende Netz anschließen, wo tun sie das dann?

    Und: wie wahrscheinlich ist es, dass die Telekom selbst bei uns dann auch noch FTTH ausbaut? Oder übernimmt die Telekom evtl. die Hausanschlüsse, wenn ich später zurück zur Telekom wechseln möchte?

    An und für sich bin ich mit dem System „alles aus einer Hand“ von der Telekom sehr zufrieden, möchte aber einen Glasfaseranschluss haben und bezweifle, dass die Telekom dahingehend in absehbarer Zeit tätig wird.

    Wie seht ihr das?

  • Soweit ich weiß wird da komplett eine neue Infrastruktur aufgebaut, ohne eine einzige Leitung oder einen einzigen Verteiler der Telekom mitzubenutzen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Telekom dann auch nochmal "echtes" FTTH ausbaut nachdem ein anderer Anbieter das schon getan hat halte ich für sehr gering.

  • Es ist so, wie Leseratte10 geschrieben hat. Häufig kommt es vor, das in solchen Gebieten die Telekom ihre Marketingpartner aussendet, die "sofort" den willigen Kunden an das Glasfasernetz der Telekom anschließen können. Da wird jedoch lediglich ein neuer VDSL Vertrag verkauft und nicht FTTH.

    Die Telekom wird sicher nicht die Infrastruktur von GOETEL jemals nutzen, es sei denn daß Unternehmen wird aufgekauft.

    Wichtig ist noch zu erwähnen, das GOETEL in der Vergangenheit zu den Providern gehört (hat), die keine kundeneigenen Endgeräte (z.B. eine FRITZ!Box 5530 oder 5590) direkt an der Glasfaser sehen wollen, obwohl GOETEL nach dem geltenden TKG dazu verpflichtet ist! Stattdessen wird dem Kunden ein "Zwangs-ONT" aufgedrängt, auch das ist nach TKG nicht statthaft. Und bitte nicht von dem Begriff Routerfreiheit blenden lassen, rechtlich betrachtet lautet es freie Wahl des Endgerätes direkt an der Glasfaser und eben nicht freie Wahl des Routers hinter dem Provider-ONT.

    Hier ein Verweis auf aktuelle Vorgänge. Mehr zu dem Thema findest Du ebenfalls im Forum.

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  • Danke für Eure Antworten, das hilft mir schon mal weiter!

    Bezüglich der Nutzung eigener Endgeräte hatte ich auf der Suche nach Antworten auf meine Fragen hier im Forum schon Beiträge gelesen - echt sehr spannend. Du eigentlich unglaublich, was die Provider da veranstalten.

    Aber am Ende muss ich nun abwägen, ob ich diese Bedingungen zu Gunsten eines FTTH-Anschlusses in Kauf nehme oder eben bei VDSL der Telekom bleibe.

    Meine Tendenz allerdings geht Richtung FTTH, weil ich eben wie von Leseratte10 auch geschrieben befürchte, dass die Telekom anschließend nicht mehr weiter ausbaut.

  • Grundsätzlich ist ja gar nichts gegen einen vom Provider gestellten ONT einzuwenden. Gerade für den technisch unversierten Benutzer ist das in Verbindung mit einem, ebenfalls vom Provider gestellten, Router die problemloseste, einfachste Lösung.

    Inakzeptabel und unrechtmäßig ist jedoch der Zwang zu bestimmter Hardware. Sowohl der Gesetzgeber, als auch die BNetzA sind da eindeutig in ihren Formulierungen und dennoch richten sich die Provider nicht danach und versuchen den Teilnehmer/Kunden zu bevormunden.

    Sieh' es so: mit FTTH erhälst Du Zugang (meistens sogar stark vergünstigt) zu einer neuen Technologie. Die vorhandene Kupferdoppelader (CuDA) wird ja nicht zurück gebaut und nach 24 Monaten kannst Du wieder auf VDSL wechseln. Die Glasfaser verbleibt ebenfalls im Haus. Verlieren kannst Du nichts, nur gewinnen.

  • Ja, so habe ich mir das jetzt auch überlegt. Letztlich kann nicht viel passieren. Und im schlimmsten Fall, wenn alle Stricke reißen, könnte man ja sogar VDSL via Kupfer parallel zum FTTH betreiben.

    Seit 1und1 mich vor inzwischen vielen Jahren mal versucht hat übers Ohr zu hauen, bin ich mit Providern und deren Versprechen sehr vorsichtig.

    Aber schauen wir mal, ich probiere GOETEL aus - wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

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  • Es ist sogar von Vorteil während der Bauphase und kurz danach noch einen zweiten Provider zu haben. Erfahrungsgemäß ist das neu zu bauende Netz erst einmal ein wenig wackelig.

    Bitte daran denken, das Du ggf. zwei Router während dieser Zeit benötigst, sofern Du unter der gewohnten Festnetznummer erreichbar sein möchtest. Viele vergessen das.