Falkensee Sachstand FTTH DNS:Net und Mr. Fuxx

  • Was die Frage auf wirft, warum ist das ausfinanzierte DSL noch so teuer bei eine 50er Leitung. Da würde ja schon Mobilfunkverträge ins Gespräch gebracht.

    Dazu muesste ich etwas ausholen.... aber um es kurz zu machen, das Ziel der Regulierungspreisfestsetzung ist ein zweifaches:

    a) Mitbewerber sollen auf Basis der Telekomvorleistung in der Lage sein die Tekekom preislich unterbieten zu koennen und dabei profitabel zu sein.

    b) ein Mitbewerber sollte in der Lage sein ein eigenes Zugangsnetz finanzieren zu koennen ohne befuerchten zu muessen von der Telekom durch Dumpingpreise unterboten zu werden.


    Das erklaert warum die Mitbewerber aehnliche Preise aufrufen wie die Telekom... weil die Preise der Telekom aus gutem Grund per Regulierung kuenstlich hoch sind um zumindest ein Spur von Wettbewerb zu erlauben.

    Ob man das Regulierungsziel nachvollziehen kann/will ist erst mal nebensaechlich, da die Telekompreise meines Wissens eben unter Beruecksichtigung beider Ziele festgelegt werden...

    Einmal editiert, zuletzt von pufferueberlauf (26. April 2025 um 21:07)

  • Da verwechselt du etwas. Wenn bei GPON 1000 anliegen, kommt auf der physikalischen Leitung Ethernet mit ca. 940 raus.

    Jain, bei der Telekom wird auf der GPON Seite netto irgendwas im Bereich 1050-1150 Mbps geschaltet, und wenn z.B. ein Glasfasermodem2 im Einsatz ist und der Router per 2G5 Ethernet mit dem MOdem verbunden ist, kommen beim Router auch netto mehr als ca. 940 Mbps an.

    Bei AON wird schon auf der Glasfaser Ethernet gesprochen, unabhängig von der Geschwindigkeit. Da fällt der Overhead weg, da wird dann ja auch meistens kein PPPoE gemacht sondern DHCP.

    Das ist richtig, aber wenn bei AON 1 Gbps Ethernet zum EInsatz kommt, dann ist bereits auf der Glasstreckle das netto-limit bei ca. 940 Mbps, eben weil bei Gigabitethernet das beworbene Gigabit fuer die Brutto-Ebene gilt.

    Wenn man nur einen billigen Medienwandler mit 1 GB einsetzt, bekommt man auch wieder etwas weniger. Nimmt man einen für 10 GB bekommst du die volle Geschwindigkeit auf der Kupferleitung.

    Das ist bei AON mit Gigabitethernet ueber's Glas egal, und selbst ein teurer Medienwandler aendert daran nichts...

    Was netto genau ankommt haeng von den Details ab, aber fuer blankes IPv4/TCP ohne PPPoE oder VLAN ueber Ethernet mit MTU 1500 ist das theoretische Limit:

    Code
    Gigabit Ethernet Goodput MTU 1500, 
    TCP
    IPv4: 1000 * ((1500 - 20 - 20) / (1500 + 38)) = 949.284785436 Mbps
    IPv6: 1000 * ((1500 - 20 - 40) / (1500 + 38)) = 936.280884265 Mbps
    PPPoE/TCP
    IPv4: 1000 * ((1500 - 8 - 20 - 20) / (1500 + 38)) = 944.083224967 Mbps
    IPv6: 1000 * ((1500 - 8 - 20 - 40) / (1500 + 38)) = 931.079323797 Mbps
  • Da verwechselt du etwas.

    Mir wird hier relativ klar, dass du AON und GPON verwechselt hast. Auch AON/GPON und DHCP/PPPoE hängen kaum zusammen. Ich kenne sogar mehr Netzebauer bei AON mit Providern, die PPPoE verwenden und die Meisten ISP mit DHCP, die ich kenne, sind auf GPON-Netzen unterwegs.

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  • Jain, bei der Telekom wird auf der GPON Seite netto irgendwas im Bereich 1050-1150 Mbps geschaltet, und wenn z.B. ein Glasfasermodem2 im Einsatz ist und der Router per 2G5 Ethernet mit dem MOdem verbunden ist, kommen beim Router auch netto mehr als ca. 940 Mbps an.

    Das ist nett von der Telekom, wird sich bei den anderen kaum ändern, weil sich keiner mit Gewicht beschwert. :S

    Das ist richtig, aber wenn bei AON 1 Gbps Ethernet zum EInsatz kommt, dann ist bereits auf der Glasstreckle das netto-limit bei ca. 940 Mbps, eben weil bei Gigabitethernet das beworbene Gigabit fuer die Brutto-Ebene gilt.

    Jein, bei OI ist das max. 8000. Letztlich ist es nur ein Filter, was dem Kunden geliefert wird. Auf der Gf können auch andere krumme Datenraten bei Ethernet angelegt werden.

    Bei OI/Fuxx waren die Sprünge 500/1000/2000/8000. Dies sind aus Sicht von Kupfer-LAN-Ethernet willkürliche Werte. Wenn man eine SFP+Medienwandler in den Slot steckt, kommt das an, was als Ethernet auf der anderen Seite hineingepackt wird.

  • Das ist richtig, aber wenn bei AON 1 Gbps Ethernet zum EInsatz kommt, dann ist bereits auf der Glasstreckle das netto-limit bei ca. 940 Mbps, eben weil bei Gigabitethernet das beworbene Gigabit fuer die Brutto-Ebene gilt.

    Weshalb es in UK, wo es funktionierende Regulierung und einen funktionierenden Markt gibt (beides nicht vorhanden in DE) nur 900-Mbit-Zugänge angeboten werden, wo kein echtes Gigabit rauskommt.

  • Erstens: Wie lange hat es gedauert, bis nach Einführung von DSL es möglich war, günstiger ISP auf der vorhandenen Leitung zu buchen.

    Monate. Ein paar Jahre später gab es die entbündelte TAL (der einzige Zeitpunkt, wo bis zur Vectoring-Entscheidung mal kurz echter Wettbwerb existiert hat. Auch EON hat da konkurrenzfähige Preise angeboten statt der heutigen Glasfaser-Mondpreise).

    Man sollte vielleicht mal in 10 Jahren schauen, wenn sich der Gf-Markt beruhigt und konsolidiert hat.

    Und genau bis dahin kann der Normalverbraucher mit DSL in Ruhe abwarten. Und wird das auch tun.

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  • Jein, bei OI ist das max. 8000. Letztlich ist es nur ein Filter, was dem Kunden geliefert wird. Auf der Gf können auch andere krumme Datenraten bei Ethernet angelegt werden.

    In der Tat, wenn die fuer einen 1G Tarif auf beiden Seiten 10G Optiken "verschwenden" dann ist das in der Tat nur ein Softwarelimit... dann sollte man due daran erinnern, dass die Bundesnetzagentur die zugesicherten Vertragsraten im Produktinformationsblatt als netto Datendurchsatz interpretiert.

    Bei OI/Fuxx waren die Sprünge 500/1000/2000/8000. Dies sind aus Sicht von Kupfer-LAN-Ethernet willkürliche Werte. Wenn man eine SFP+Medienwandler in den Slot steckt, kommt das an, was als Ethernet auf der anderen Seite hineingepackt wird.

    Jain, beide Seiten muessen sich auf eine Ethernetbruttorate einigen und miteinander kompatibel sein.

    Einmal editiert, zuletzt von pufferueberlauf (27. April 2025 um 00:05)

  • Weshalb es in UK, wo es funktionierende Regulierung und einen funktionierenden Markt gibt (beides nicht vorhanden in DE) nur 900-Mbit-Zugänge angeboten werden, wo kein echtes Gigabit rauskommt.

    Jain, im UK sind die Wettbewerbsregel so, dass ISPs nur mit Zahlen werben duerfen die sie mit ausreichender Sicherheit nachweisen koennen, d.h. die werten da Speed-/Kapazitaetstests der eigenen Kunden aus um zu den Werbe-Zahlen zu kommen.

    Und viel besser als bei uns funktioniert auch da der Markt nicht, auch da handelt es sich IMHO um ein Oligopol...

  • Jain, beide Seiten muessen sich auf eine Ethernetbruttorate einigen und miteinanger kompatibel sein.

    Ich habe gerade mal quer gelesen in IEEE 802
    Es ist tatsächlich so, dass sich auf physikalischer Ebene die beiden GF-Seiten bei Ethernet wie bei Kupfer immer fix die Geschwindigkeit aushandeln. Wenn also das Modul nur 1 GB kann, wird am Ende tatsächlich nur die ca. 940 herauskommen, ein höheres Einstellen geht bei AON/Ethernet nicht wie bei GPON. Nur wenn beide Seiten 10 GB können, geht jede Geschwindigkeit, was bedeutet, dass bei OI beim 2000er-Vertrag 10 GB-Technik zum Einsatz kommen müsste.
    https://www.ieee802.org/21/doctree/2006_Meeting_Docs/2006-11_meeting_docs/802.3ah-2004.pdf

    Abstract: This amendment to IEEE Std 802.3-2002 as amended by IEEE Std 802.3ae-2002, IEEE
    Std 802.3af-2003, IEEE Std 802.3aj-2003, and IEEE Std 802.3ak-2004 combines a minimal set of
    extensions to the IEEE 802.3 Media Access Control (MAC) and MAC Control sublayers with a
    family of Physical (PHY) Layers. These Physical Layers include optical fiber and voice grade copper
    cable Physical Medium Dependent sublayers (PMDs) for point-to-point connections in subscriber
    access networks. This amendment also introduces the concept of Ethernet Passive Optical
    Networks (EPONs), in which a point to multi-point (P2MP) network topology is implemented with
    passive optical splitters, along with optical fiber PMDs that support this topology. In addition, a
    mechanism for network Operations, Administration and Maintenance (OAM) is included to facilitate
    network operation and troubleshooting. To support these innovations, options for unidirectional
    transmission of frames are provided for 100BASE-X, 1000BASE-X, 10GBASE-R, 10GBASE-W,
    and 10GBASE-X .

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  • Bis jetzt hat die MIH ja im Auftrag der DNS:NET jede Menge Leerrohre durch die Vorgärten gebuddelt. Gibt es schon erste Anzeichen für den Bau des Accessnetzes mit den Microductverbünden in den Strassen? Das müsste ja aus der Richtung Hofladen Falkensee / Tierheim kommen.

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  • Einfache Policer (ohne Burst-Toleranz) sind halt garstig zu klassischem TCP... das faellt bei Datentransfers ueber etwas laengere RTTs schnell auf. Verwendet Ihr echt noch Policer um Kunden auf ihre Vertragsraten zu begrenzen, oder habe ich nur ein veraltetes Bild dessen was einen Policer auszeichnet?

  • Einfache Policer (ohne Burst-Toleranz) sind halt garstig zu klassischem TCP... das faellt bei Datentransfers ueber etwas laengere RTTs schnell auf. Verwendet Ihr echt noch Policer um Kunden auf ihre Vertragsraten zu begrenzen, oder habe ich nur ein veraltetes Bild dessen was einen Policer auszeichnet?

    Das dürfte in den meisten Fällen so sein, jedenfalls dort, wo Nokia/Cisco/Juniper BNGs zum Einsatz kommen. Die haben dort alle ein Ressourcenlimit und können nicht für ein paar 100k Kunden all ihre Sessions shapen.

    OT: wir policen am OLT, nur L3/L2BSA Vorleistungen anderer Provider außer Vitroconnect policen wir am BNG.

  • Einfache Policer (ohne Burst-Toleranz) sind halt garstig zu klassischem TCP... das faellt bei Datentransfers ueber etwas laengere RTTs schnell auf.

    Ist schon fies, vor allem weil über Mobilfunk Ressourcen viel intelligenter zugeteilt werden. Da die Kapazitäten dort viel knapper sind, kann man nicht mit primitivem Dropping arbeiten, sonst würden sofort die Kunden weglaufen.

    Je nach dem, wie viel Geld der ISP sparen muss, kann ein Glasfaseranschluss deshalb subjektiv viel schlechter performen als ein 5G-Zugang. Ja was für ein tolles Produkt!

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  • Einfache Policer (ohne Burst-Toleranz) sind halt garstig zu klassischem TCP... das faellt bei Datentransfers ueber etwas laengere RTTs schnell auf.

    Bursten können die Juniper Policer, längere RTTs hat man ja oft nicht. Selbst der am weitesten entfernte WLP von uns mit RTT von ~25-27 ms hat damit keine Probleme. TCP stellt sich darauf ja relativ schnell ein und passt die Windowsize entsprechend an.

  • Danke, mit Bursting ist das nicht mehr ganz so affaellig, bzw. haengt dann auch stark vom verwendeten TCP ab... TCP Reno duerfte besonders anfaellig sein, aber das verwendet IMHO kein halbwegs aktuelles OS mehr als Standard...

  • Bis jetzt hat die MIH ja im Auftrag der DNS:NET jede Menge Leerrohre durch die Vorgärten gebuddelt. Gibt es schon erste Anzeichen für den Bau des Accessnetzes mit den Microductverbünden in den Strassen? Das müsste ja aus der Richtung Hofladen Falkensee / Tierheim kommen.

    War denn jemand bei der gestrigen Infoveranstaltung? Lt. Flyer sollten dort ja die zeitlichen Planungen vorgestellt werden?!?

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