NT von Deutsche Glasfaser und Neuaufbau im Haus.

  • Moin,
    bei uns steht demnächst der Wechsel zur DG an. (eine Hausbegehung war noch nicht)
    Da ich mich nur sehr wenig mit Glasfaser auskenne, hab ich hier mal ein paar fragen um die Planung zu optimieren.
    Im Netz hab ich z.Z zwei Sorten vom NT gesehen, die von der DG wohl verwendet werden.
    Eine schwarze Box die wohl nur einen RJ45 Anschluss hat ( Hab noch keine Bilder von der Anschlussseite gefunden).
    Dann gibt es noch eine weiße Box mit 4 Netzwerk Anschlüssen.
    Kann man bei der weißen Box mehrere Router anschließen?
    Hat die schwarze Box wirklich nur einen Netzwerkanschluss?

    Der HÜP und der NT werden wohl im Keller installiert.
    Im OG ist unser Arbeitszimmer wo unsere Rechner stehen.
    Dort steht z.Z noch die FB (7490) und dort ist auch die TAE Dose.
    Von der FB gehe ich mit einem CAT7 Kabel in den Keller, zu einem 9 Port Gigabit Router und da verteile ich dann weiter im Haus.
    Der Router ist ein TP-LINK TL-SG2109WEB und hat auch ein SFP Port.

    Wie wäre für den GF Umbau eine sinnige Konfiguration?
    Ein zweites Netzwerkkabel bekomme ich leider nicht ins OG.

    Ich weiß das sind viele Fragen,
    aber ich bin für jede Info und Ratschlag dankbar.

    Gruß Ingo


  • Die weiße Box mit vier RJ45-Buchsen ist ein AON-NT (Genexis FiberTwist P2410) und wurde ca. 2018 von den schwarzen GPON-ONTs mit einer RJ45-Buchse abgelöst. Auch beim FiberTwist war aber nur ein Port aktiv und nur ein Router anschließbar. Im Prinzip kann man an alle NTs mit einem Switch mehrere Router anschließen und das funktioniert auch kurze Zeit, aber die DG verhindert solche Konfigurationen mit automatischen Sperren. Also: ein NT, ein Router.


    Der TP-Link TL-SG2109WEB ist kein Router sondern ein konfigurierbarer, VLAN-tauglicher Switch.


    Wenn es wirklich keine Möglichkeit gibt, ein weiteres Kabel zwischen Keller und OG zu verlegen, dann gibt es im Grunde genommen zwei Möglichkeiten: Router im Keller oder das eine Kabel für beide Richtungen verwenden.


    Die einfachere Variante ist, den Router in den Keller zu versetzen. Das ist natürlich schlecht für die Funkversorgung im Haus (WLAN und DECT). Man könnte sich dann überlegen, einen Mesh-tauglichen Repeater mit LAN-Buchse im OG einzusetzen. Der Repeater sollte von AVM sein, weil dann die Konfiguration nahezu automatisch abläuft.


    Um stattdessen das Kabel für beide Richtungen zu verwenden, würde ein weiterer VLAN-tauglicher Switch im OG benötigt. Dann könnte man für die Verbindung NT---Router und Router---LAN je ein VLAN konfigurieren. Die billigere Lösung mit Cable-Sharing Adaptern würde dagegen die Internetgeschwindigkeit auf 100 Mbit/s begrenzen.


    Ich würde den Router in den Keller verlegen.

  • Moin Ingo,


    bitte entschuldige, wenn das Folgende "zu ausführlich" ist, aber da einerseits alfalfa oft wahnsinnig viele auch tiefgehende Informationen sehr kompakt zusammenfasst und ich glaube, dass einige hier schnell ein Verständnisproblem haben, dachte ich, ich werde nochmal etwas ausführlich. Vielleicht profitieren ja auch andere davon.


    Bei deinen Überlegungen, bzw. um den Ausführungen von alfalfa zu folgen, ist es einmal ganz sinnvoll, dir noch einmal den klaren Unterschied zwischen einem Router – wie ihn die Fritzbox darstellt – und Switches (wie dem TL-SG2109WEB) oder anderen (Layer-2)-Netzwerkgeräten klar zu machen und zwar konzeptionell, denn natürlich ist die Fritzbox neben ihrer Router-Funktion auch ein Switch mit ihren vier gelben LAN-Ports (sofern nicht der LAN1-Port zum WAN-Port umkonfiguriert wird, dann routet die Fritzbox nämlich zwischen LAN 1 und LAN 2 bis LAN 4).


    Ein Switch verbindet mehrere Geräte innerhalb deines Netzwerks zu deinem Netzwerk. Ein Router wiederum ist die Schnittstelle zwischen unterschiedlichen Netzwerken, also zwischen deinem Heimnetzwerk und dem Provider-Netzwerk. Er verbindet diese Netzwerke, indem er ein Datenpaket aus deinem Heimnetz entgegennimmt und auf Providerseite "absetzt". Seine abstrakte Funktion wird meist auch als Gateway bezeichnet. Er ist gewissermaßen der Bahnhof zwischen dem lokalen ÖPNV und Fernverkehr der Bahn, der vor dem Fernverkehr deinen Weg durch die Stadt weg-abstrahiert und dich mit einem Ticket ausstattet, auf dem nur der Name der Stadt steht, da der Fernverkehr der Bahn mit deinem lokalen ÖPNV-Ticket ansonsten nichts anzufangen weiß.


    Wenn du nun darüber nachdenkst, wie dein Heimnetzwerk aussehen soll, dann möchtest du quasi immer genau einen Router, dessen WAN-Seite am Glasfaser-Modem des Providers/GPON-ONT angeschlossen werden soll und dessen LAN-Seite du dann weiter verteilen kannst, wie das momentan dein Switch im Keller bereits tut. Du möchtest grundsätzlich nicht mehrere Router am Glasfaser-Modem des Providers anschließen, auch wenn dieser mehrere LAN-Ports hast, da du dann konzeptionell damit mehrere, unterschiedliche Heimnetzwerke aufbaust, und, wie von alfalfa bereits geschrieben, der Provider das so nicht zulassen wird, da all deine unterschiedlichen Router auf ihrer WAN-Seite alle eine öffentliche IP-Adresse vom Provider anfordern würden. Das mag der Provider nicht, für ihn wären das gewissermaßen mehrere Anschlüsse.


    Was du erst recht nicht und unter keinen Umständen tun möchtest: Den im Keller werkelnden Switch direkt mit dem GPON-ONT des Providers verbinden, auch wenn es verlockend ist, falls dieser mehrere Ports hat. Damit würdest du also dein komplettes Heimnetz ganz ohne Gateway zu einem Teil des öffentlichen Internets machen! Du würdest – entsprechend der oben angeführten Analogie – dein Straßenbahn-Netz mit dem ICE-Gleis koppeln.


    Die entscheidende Frage ist also nicht, möchtest du einen oder mehrere Router haben (genau einen), sondern ob dieser im Keller, direkt am ONT angeschlossen wird (und dahinter dann dein Switch) oder ob der Router an seinem jetzigen Ort im Arbeitszimmer bleiben kann.


    Und ja, auch für Letzteres gibt es Lösungen. Die erste Lösung wäre, genau wie beim DSL-Anschluss die Provider-Leitung bis ins Arbeitszimmer zu führen, also das Glasfaserkabel neben dem Telefonkabel durch Leerrohre zu führen und den Netzabschluss neben die TAE-Dose zu packen. Dafür müsstest du aber die baulichen Voraussetzungen schaffen und das ist höchstwahrscheinlich genauso aufwändig, wie ein zweites CAT7-Kabel zu ziehen, das du nicht hast. Außerdem ist der Umgang mit Glasfaser im Wohnbereich immer so eine Sache. Aus Sicht des Providers ist das auch insofern zu vermeiden, da man ohne Erfahrungen mit der Materie hier selbst für Probleme sorgen kann, wenn man daran herumprobiert.


    Die kompliziertere Variante ist, dein eines CAT-7-Kabel zwischen Keller und Arbeitszimmer eben für beide Verbindungen zu verwenden, sowohl die Verbindung zwischen Glasfaser-Modem und Router, und eben auch für Router zu Switch im Keller. Und genau dafür kannst du die von alfalfa erwähnten VLANs zum Einsatz bringen. Um das sauber hinzubekommen solltest du aber eine wirklich fundierte Vorstellung von Layer-2-Funktionalitäten im Netzwerk haben und daher ist es auch naheliegend, dass alfalfa das auch nicht im Detail ausführt (werde ich jetzt auch nicht tun). Wenn du die Herausforderung liebst, dich da einige Zeit hineinzufuchsen (ich schätze, es wird sowieso noch etliche Monate dauern, bis dein Anschluss kommen wird), wäre das ein Ansatz, den du verfolgen kannst, aber stell dich auf eine harte Lernkurve ein. Oder du holst dir einen Profi dazu, der das für dich umsetzt.


    Die einfachere Variante ist aber sicher, wie von alfalfa vorgeschlagen, den Router zwischen Glasfaser-Modem und Switch im Keller zu positionieren und das einzelne Kabel ins Arbeitszimmer dann beispielsweise für einen zusätzlichen WLAN-Access-Point/(-"Repeater") zu verwenden.


    Für alle anderen: Falls ihr noch vor der Planung einer strukturierten (CAT-)Verkabelung stehen solltet: Bitte genau aus diesem Grunde möglichst immer Doppel-Dosen ggf. mit Duplex-Kabeln einsetzen, dann wäre in diesem Szenario auch der Anschluss von Provider-Seite (WAN-Port) und LAN-Seite über jeweils ein Kabel trivial.


    Ich hoffe, es wurde nochmal besser deutlich, dass man stets genau zwischen dem Routing und dem Switching unterscheiden muss und man überlegen muss, welches Gerät welche Funktion an welcher Stelle im Netzwerk übernehmen soll. Dass außerdem die Verkabelung hierfür eine entscheidende Rolle spielt, sofern man dies nicht mittels VLANs weg-abstrahieren möchte, was jedoch fortgeschrittenes Netzwerk-Know-How erfordert.

  • Guten Morgen,
    vielen dank Euch zwein für die sehr ausführliche Antworten.
    Und dass vorm ersten Kaffee, muss ich erst mal verdauen ;-)
    Wie gesagt hab ich ja die FB 7490 als DSL Router, eine Zeit lang hatte ich noch die 7390 per WAN an der 7490 um die 7390 (leider nicht Mesh fähig) als Repeater zu nutzen.
    Wenn die neue FB von der DG im Keller, evtl. bekomme ich sie noch ins EG Installiere kann ich doch von dort zu meinem Switch und zu der 7490 und diese dann im OG als Mesh Repeater einsetzen 7480 (Lan1 als WAN von der neuen FB im Keller und die Ports Lan 2-3 dann zu den Rechnern im OG )
    Gruß Ingo

  • Ich hatte mich u.a. deshalb kurzgefasst, weil nicht klar ist, welche Anforderungen zu bedienen sind. Welche Lösung sinnvoll ist, hängt z.B. davon ab, ob noch Festnetztelefone genutzt werden, und wenn ja, wie viele, wo und welcher Art (DECT, analog, ISDN). Für die Übergangszeit bis zur Portierung der Rufnummern müsste dann ggf. auch noch eine Lösung gefunden werden.


    Einen dedizierten Mesh-Repeater habe ich empfohlen, obwohl man einen zweiten AVM-Router auch dafür einsetzen kann. Der Grund ist nicht nur, dass ein Repeater i.d.R. billiger ist, sondern vor allem, dass man einen Router auch ganz anders konfigurieren kann, so dass auf den ersten Blick alles funktioniert, aber dann doch Probleme auftreten. Wenn man z.B. den zweiten Router in "LAN1-Konfiguration" hinter den ersten hängt (siehe Kommentar #4), sind die am LAN des zweiten Routers angeschlossenen Geräte nicht mehr vom "Rest des LAN" erreichbar.

  • Danke für die neuen Antworten,
    Von der DG bekomme ich eine neue FB, dies wird wohl die 7590 sein.

    Im Haus befinden sich dann noch folgende Telefone.
    1x Fritz.fon c4

    2x Fritz.fon c6


    Mein Netzwerk sieht z..Z so aus ( katastrophal)
    TAE im OG für DSL an FB 7490 an der hängen
    -ein Kabel in den Keller zum Switch
    -zwei Rechner und ein NAS

    An dem Switch im Keller hängen
    -PC Hobby Keller
    -Raspberry Pi (Octoprint 3d Drucker)
    -LS120 (sensor für Stromzähler)
    -Kabel zum Wohnzimmer an einen kleinen Switch (TV, Alexa TV, rosa TV Receiver)
    -Kabel zum PI im EG (Hausautomatisierung)

    Das Chaos ist mit der Zeit so gewachsen, und müsste mal dringend optimiert werden.
    Gestaltet sich aber wegen fehlender Leerrohre sehr kompliziert.
    Der WAF muss ja auch gewahrt bleiben. ;-)

    Wenn ich meine Frau dazu motivieren kann, den Flur neu zu tapezieren, würde ich ein Leerrohr vom Arbeitszimmer in den Keller ziehen. Das ist aber noch nicht Spruchreif....


  • Wenn zwei Mesh-fähige Fritzboxen vorhanden sind (7490 und 7590), dann ist die Sache m.M.n. klar: Eine Fritzbox im Keller als Router und Mesh-Master, und eine Fritzbox im OG als Mesh-Repeater.


    Da die 7590 von der DG als Router vorkonfiguriert wird, kommt die in den Keller, wo sie per Ethernetkabel vom WAN-Port zum NT angeschlossen wird. Ein weiteres Ethernetkabel verbindet einen der LAN-Ports mit dem TP-Link Switch. Die vier LAN-Ports der 7590 reichen nicht, um den Switch wegzulassen. Im OG wird die 7490 nach Anleitung als Mesh-Repeater konfiguriert. Alles andere kann dann so bleiben.


    Bei der nächsten Renovierung nicht das zweite Kabel zum OG vergessen, damit in Zukunft wieder ein Router reicht.

  • Wenn ein Router ( hier Fritzbox ) von der DG gemietet wird, so wird er auch von denen fernkonfiguriert und man bekommt die SIP Zugangsdaten nicht. Damit wäre die Dect Basis im Keller und würde wohl nicht das ganze Haus und Garten erreichen. Die Lösung eigener Router mal in Betracht ziehen, Versandkosten kostet der Mietrouter auch.

  • Mal abgesehen davon, dass es Mittel und Wege gibt, wie man die SIP-Daten herausbekommt, ist das mit einer Fritzbox als Mesh-Repeater wahrscheinlich nicht nötig. Die Telefonie des Mesh-Masters kann man auch am Repeater nutzen (ganz am Ende der Anleitung schauen). Ich gehe davon aus, dass das auch mit einem gemieteten Mesh-Master geht.

  • Wenn ein Router ( hier Fritzbox ) von der DG gemietet wird, so wird er auch von denen fernkonfiguriert und man bekommt die SIP Zugangsdaten nicht. Damit wäre die Dect Basis im Keller und würde wohl nicht das ganze Haus und Garten erreichen. Die Lösung eigener Router mal in Betracht ziehen, Versandkosten kostet der Mietrouter auch.

    Momentan ist es ja umgekehrt,
    da ist die FB im OG und versorgt alle Telefone.
    Okay die Abstrahlung von oben nach unten wird bestimmt besser sein,
    als umgekehrt.
    Aber ich glaube auch gelesen zu haben, dass eine weitere FB als Repeater für die Telefone dienen kann.

    Dann schaue ich mal was bei der Begehung heraus kommt.
    Gäbe es denn ein Problem, wenn ich vom NT im Keller an die neue FB im OG per Cat 7 gehe? Wegen der Kabellänge?
    Momentan gehe ich vom OG in den Keller mit einem 15 Meter Kabel in den Keller.

  • Es ist technisch überhaupt kein Problem, den Router im OG über das Cat 7 Kabel an den NT anzuschließen. Gigabit-Ethernet kommt selbst mit Cat.5e 100 Meter weit. Ohne ein zweites Kabel kommt dann aber das LAN vom OG nicht in den Keller, wo der Switch für die Geräte im Rest des Hauses ist. Wenn zwischen OG und Keller WLAN funktioniert, kann man das Mesh auch darüber laufen lassen, aber das wäre sehr viel langsamer und unzuverlässiger als mit dem Kabel.

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