Beiträge von patrickhanft

    Ich hatte schon vorher erwähnt, dass GPON häufiger verhindert, dass Kunden ihr eigenes Endgerät nutzen. Mit AON ist es viel einfacher, einen Router mit integriertem Glasfaserinterface zu verwenden, und das AON Glasfaserinterface verbraucht auch weniger Strom. Der Vergleich eines GPON-ONTs mit einem Genexis Fibertwist AON-ONT ist deshalb nicht ganz ehrlich. Der Fibertwist ONT ist außerdem faktisch ein abgespeckter Router. Es ist kein einfacher Medienkonverter. Darauf läuft ein OpenWRT.

    Auch wenn man nur die ISP-Seite betrachtet, ist die Stromeinsparung nicht gewaltig. Es geht um knapp 2W pro Kunde, selbst mit Kühlungsbedarf. Wenn mir jemand erzählt, ich soll statt AON lieber GPON nehmen, um der Umwelt etwas gutes zu tun, dann denke ich mir meinen Teil, aber ernst kann ich das nicht nehmen. Es ist ein unredlicher Versuch, das Umweltbewusstsein der Kunden auszunutzen. Bitte seid so ehrlich und sagt einfach, dass die Geldgeber sich für die billigere Technik entschieden haben.

    Das Hauptproblem mit GPON ist, dass es zum Überbuchen verleitet. Weil die Schnittstelle schnell ist, mit 2,5Gbit/s sogar schneller als GbE, kann man auf dem Papier schnelle Tarife anbieten, aber wehe, wenn die Kunden die auch nutzen.

    Ich frage mich, was du an Technik hinter einem AON-Anschluss erwartest. Wenn ich die Wahl habe zwischen einem Chassis-System, in dem 10 Gigabit-Linecards mit 20x CSFP stecken, also bis zu 400 Kunden angeschlossen werden und dann dieses System mit bestenfalls 2x 10GB Uplink (meist eher 1x 10GB Uplink) betrieben wird (und das sind die neueren Chassis-Generationen, da sehe ich teilweise noch ältere im Einsatz mit einer Backplane, die teilweise nur 2Gig pro Linecard beherrscht), oder einem 2HE GPON/XGS-Combo-OLT, auf dem bis zu 16x GPON/XGS-PON Kombo-Optiken z.B. in 1:32er-Konfiguration (aber meinetwegen auch 1:64er) unterwegs sind, das typischerweise mit 100G angebunden wird, nehme ich gerne letzteres. Überbuchen kann man AON nämlich auch sehr exzellent – und dafür gibt es in der Aggregationsebene wegen der größeren Anzahl an benötigten aktiven Komponenten mit ihrem Port- und Faserbedarf auch noch einen ordentlichen Anreiz.

    Die 2 Watt sind halt im PoP gerade nicht vernachlässigbar (auch wenn zugegeben auf hunderte Watt und nicht hunderte kW summiert) und die Ersparnis, die du im direkten Vergleich einer aktiven Optik mit einem in SFP-Größe geschrumpften kompletten ONT siehst, da würden mich Zahlen im Detail doch noch interessieren, bevor ich mir dann den Stromverbrauch der Bestandsrouter ansehe, die alle mit SFP-Port kommen (so wie mein Edgerouter 4 z.B., der sowieso schon mit 13W zu Buche schlägt und deshalb garantiert nicht die Wahl der großen Masse darstellt, die angeblich alle schon Hardware mit SFP-Slot zu Hause haben). Weil richtig ernst nehmen kann ich diese Behauptung, dass es genau das ist, was die breite Masse an umweltbewussten Routerfreiheitskunden einsetzt, um Strom zu sparen, dann auch nicht so richtig. Und seien wir ehrlich: Am Ende bezahlt der Kunde auf beiden Seiten den Energieverbrauch, tun wir also nicht so, dass die Einsparung im PoP nur dem Provider nützt.

    Habe heute noch ein Adtran-ONT im Lab gemessen, da lag ich bei 2,9W (zugegeben ohne große Last), worauf sicherlich kein OpenWRT läuft, aber ehrlicherweise hängt ein solches Genexis-Gerät ja oft auch deshalb im Keller, weil da das Kabelfernsehen rausfällt und damit komme ich beim besten Willen in der Masse nicht auf eine angebliche Ersparnis beim Stromverbrauch durch AON beim Kunden, die den Mehrverbrauch im PoP rechtfertigt. Auf der anderen Seite ist es wiederum so, dass der Einsatz eines ONT vielen Kunden gerade erst erlaubt, ihren Bestandsrouter weiter betreiben zu können, weil sie dann eben eine Schnittstelle nutzen, die ihr bestehendes Endgerät bereits besitzt. Was du selbst in diesem Forum Menschen auch immer wieder auch als völlig legitime Lösung nahegelegt hast.

    Ja, die passive Technik ist billiger, wird dafür aber mit XGS-PON in der nächst-leistungsfähigeren Generation schneller bezahlbar. Den Provider, der seine Kunden mit aktiver Technik in Deutschland an 10G hängt, sehe ich auf absehbare Zeit wiederum nicht. Lustigerweise hat ein schwedischer Hersteller, der sich genau auf solche aktive Technik spezialisiert hat, bei seinen 10G-Modellen im Uplink auch nur 10G vorgesehen. So wild ist das mit der Überbuchung am Ende wohl auch gar nicht, wenn man nicht gerade hunderte Kunden in seinem DOCSIS-Segment hat.

    Ich sehe jedenfalls mehrere Provider unter unseren Kunden, die derzeit aktives Ethernet einsetzen, aber sehr ernsthaft über GPON (bzw. langfristig gerade für Gigabit-Geschwindigkeiten und darüber dann eher über XGS-PON) nachdenken, weil sie eher von Stromersparnis von um die 70% sprechen – und außerdem eben weniger Rackspace in den PoPs.

    Ich sehe das genau andersherum. Wir haben hier im Durchschnitt ein extrem hohes Preisniveau bei FTTH und der Durchschnittskunde hat keinerlei Vorteil dadurch, sich sein Endgerät an der Faser frei aussuchen zu dürfen. Eher im Gegenteil, der durchschnittliche, ahnungslose Kunde schnappt irgendwo auf, dass die Faser direkt in die Fritz!Box die einzige vernünftige Lösung sei und die kürzlich erst neu erworbene 7590(AX) verrottet im Schrank, obwohl sie am ONT vollkommen zufriedenstellend ihren Dienst getan hätte.

    Das hohe Preisniveau bei FTTH liegt aber daran, dass wir mit unseren Tiefbau-Investitionen hier auch so dermaßen lange gewartet haben, dass sie auch deutlich höher ausfallen, als das viele andere Länder die ein oder zwei Jahrzehnte früher gestartet sind.

    Selbstverständlich hat der Durchschnittskunde einen Vorteil davon, dass sich "Power-User" ihre Router selbst aussuchen dürfen. Denn das sorgt dafür, dass unsere Provider bereits von vornherein fähigere und zuverlässigere Hardware anbieten. Ich habe mich oft genug mit dem Kram von Orange (Frankreich) rumschlagen dürfen, um wirklich zu schätzen zu wissen, was AVM einerseits aber auch die Telekom an Speedports anbietet.

    Und sorry, die Behauptung, dass der "ahnungslose Kunde" so handelt ist ein Oxymoron. Wäre er ahnungslos, würde er genau die Entscheidung, einen eigenen Router einzusetzen nicht treffen. Und wenn er es eben tut, dann ist das eine Entscheidung, die von unserer Seite nicht herablassend in Frage gestellt werden sollte. Denn diesen Mehraufwand betreiben die Menschen ja auch nur, wenn sie für sich einen individuellen Mehrwert erkennen.

    Die Energie könnte man gut als Fernwärme nutzen.

    Das Watt, das man je Anschluss auf Providerseite einspart, verbraucht dann das Endgerät beim Kunden mehr, weil es eben nicht nur ein einfacher Medienwandler sein kann. Ob der Provider an einem Anschluss, für den der Kunde ein paar hundert Euro im Jahr zahlt, Strom für 3€ einspart, die ich dann mehr ausgeben muss, sollte nicht entscheidend für die Wahl der Anschlusstechnik sein.

    Also zunächst einmal kann ich nicht erkennen, dass ein GPON-ONT regelmäßig mehr Strom verbraucht als Medienwandler für aktives Ethernet, aber selbst dann ist das Argument einfach nicht richtig, dass es keine Rolle spielt, ob der Strom im PoP verbraucht wird oder nicht. Denn im PoP kann die daraus resultierende Abwärme gerade den Unterschied zwischen notwendiger und nicht notwendiger aktiver Kühlung machen. Und nein, das lässt sich auch nicht "gut als Fernwärme nutzen", das macht selbst bei den meisten kleineren Datacentern keinen Sinn.

    wir sind halt ein spezielles Völkchen, welches […] schon dran gewöhnt ist, immer wieder einiges an Kohle für einen neuen Multifunktions-WLAN-Router aus Berliner Entwicklung auszugeben ;) […].

    Ich bin aber so unglaublich froh, dass wir hier einen hohen Standard gewohnt sind und dank gesetzlicher Regelungen wie Routerfreiheit auch gewisse Ansprüche an die Schnittstellen unserer Provider stellen können. Unser FTTH-Ausbau mag dem Rest von Europa in vielerlei Hinsicht hinterher hinken, aber dafür funktionieren viele Details bei uns wirklich besser!

    Ich kenn mich mit den Thema Netztopografie nicht aus, denke aber es ist wie immer: GPON wird in der Umsetzung Kostenvorteile haben. Da nimmt man solche "Nachteile" auf Userseite halt billigend in Kauf.

    Richtig, aber was am Ende sich als "Kostenvorteil" kurz beschreiben lässt, hat eben auch ganz praktische Vorteile: Bei aktivem Ethernet braucht der Provider für jeden Kunden eine eigene Glasfaser-Optik. Diese muss in entsprechender Hardware untergebracht werden und braucht entsprechenden Strom.

    Dies bedeutet dann beispielsweise, dass man mit einem Chassis-System vielleicht 400 Kunden anbinden kann, hierfür jedoch dann auch um die 10 Höheneinheiten Rackspace benötigt, 500kW oder mehr Strom verbraucht und entsprechend Abwärme produziert. Ein GPON-System bindet bei einem moderaten 1:32-Splitting-Faktor mit nur 16 Optiken 512 Kunden auf nur 2 Höheneinheiten an und benötigt ungefähr nur ein Drittel der Energie.

    Die Forderung, Kunden mit aktivem Ethernet anzubinden ist also nicht nur eine reine Kostenfrage, sondern bedeutet am Ende eben auch Auswirkungen auf den ökologischen Footprint. Ich kann verstehen, wenn man die Vorstellung einer eigenen dedizierten Faser bevorzugt, aber ehrlicherweise ist das eben nur mit deutlich größerem Ressourcenaufwand zu machen. Das sollte man fairerweise berücksichtigen und ggf. den Provider nach einem entsprechenden Business-Produkt fragen.

    Frage ist nun nur noch, wo das angeschlossen werden soll...

    Es ist denkbar, dass von diesem CATV-Kasten man mit einem weiteren LC-APC-Patchkabel aufs Glasfasermodem patchen kann. Aber das sollte aus meiner Sicht nicht dein Problem sein. Die Telekom kann weder von ihren Kunden erwarten, bereits so viel Erfahrung mit Glasfasermodems zu haben, noch sollte sie es wollen, dass man da selbständig daran herum patcht. Ich würde mich an deren Support wenden und anmerken, dass offenbar kein Glasfasermodem vorhanden ist und der Techniker bei der Inbetriebnahme des Anschluss eines mitbringen möge.

    NTFS fällt aus, da meine Frau einen Mac verwendet.

    Und warum das? Sie verwendet den Datenträger ja dann schließlich nicht direkt an ihrem Rechner, sondern als Netzwerk-Freigabe? Das darunter liegende Dateisystem spielt dann (bis auf Details) keine große Rolle mehr.

    Wenn dir ansonsten NTFS nicht zusagt, kannst du auch noch ext4 (Standard-Dateisystem unter Linux) wählen:

    Der USB-Speicher muss mit dem Dateisystem NTFS, FAT/FAT32 oder ext2/ext3/ext4 formatiert sein und darf über maximal vier Partitionen mit jeweils bis zu 4 Terabyte Größe verfügen.

    Ich habe bei einigen kleineren Providern ein bisschen Einblicke in verschiedene CGN-Setups und ja, du hast völlig recht: Man muss genau diese Informationen loggen und ja, das sind enorme Datenmengen und dennoch wird das realisiert – oder zumindest geplant.

    In einem sehr frühen Projekt (2013) als es um DS-lite ging war tatsächlich die Planung einer solchen Logging-Infrastruktur für die damals erwarteten legalen Anforderungen der aufwändigere Part im Projekt als das tatsächliche Setup vom DS-lite selbst.

    Inzwischen hat sich allerdings die Strategie etwas geändert. Und zwar werden in vielen Fällen tatsächlich Source-Port-Ranges Batch-Sizes von typischerweise einigen hundert Ports Kunden-spezifisch allokiert und dann bei Bedarf in einer entsprechenden Infrastruktur mitgeloggt. Du musst dann also tatsächlich neben der öffentlichen IP-Adresse noch den Source-Port der jeweiligen TCP-Session liefern um dies auf einen User zurückführen zu können.

    Und ja, am Source-Port der TCP-Verbindung wird es in der Praxis womöglich in vielen Fällen scheitern. Trotzdem kann ich nicht empfehlen, dass man sich dauerhaft in Sicherheit glauben kann, nur weil man von seinem Provider hinter ein CGNAT gesetzt wird. Unabhängig von der juristischen Lage dürfte es inzwischen technisch kein großes Problem mehr darstellen, entsprechende Logging-Infrastrukturen bereitzustellen.

    Jetzt muss ich nur noch gucken, wie ich das NAS dazu bringe, die IPv4 gar nicht erst anzugeben.

    Das könnte schwierig werden, denn für dein NAS dürfte es keine triviale Möglichkeit geben, festzustellen, dass es hinter CGN sitzt. Denn es sitzt ja selbst hinter dem Router, kennt also dessen WAN-Seitige IPv4-Adresse nicht und wenn es "von außen" einen Server prüfen lässt, von welcher IP-Adresse die Requests an diesen Server kommen, sieht dieser nur die öffentliche IPv4-Adresse des CGN-Gateways.

    Der einzig sinnvolle Weg wäre, den Hersteller des NAS davon zu überzeugen, dass es inzwischen eben auch Internetanschlüsse ohne öffentlichen IPv4-Adressen gibt und man dafür entweder eine Datenbank aufbaut oder dem User die Möglichkeit an die Hand gibt, explizit dem Gerät mitzuteilen, dass es keine öffentliche IPv4-Adresse auf der WAN-Seite des eigenen Routers gibt.

    Also wenn dir ein Anbieter rät, IPv6 zu deaktivieren, damit sein Dienst auch unbedingt IPv4 benutzt, ja dann habe ich massive Zweifel in das technische Verständnis desjenigen, der da die Kunden supported. Ich gehe zunehmend davon aus, dass du auch hinter CGN keine Probleme haben wirst.

    Du könntest dir das auch gewissermaßen simulieren, indem du dir hinter deinen Router daheim einen weiteren Router kaskadierst. Wenn du aus dessen LAN-Netz den Dienst nutzen kannst, wüsste ich nicht, welches Problem du im Netz der DG dann noch haben solltest, das in diesem Testszenario nicht eigentlich auch auftreten müsste.

    Ich finde auf deren Website ausschließlich folgende Formulierung:

    Zitat

    Wir empfehlen eine Internetgeschwindigkeit von mindestens 15 Mbit/s mit jeder Art von Internetverbindung, einschließlich Kabel, DSL, Glasfaser, sowie 4G LTE.

    Da fehlen zwar jegliche Aussagen zum Thema IPv6, öffentlicher IPv4-Adresse, CGN oder DS-Lite, allerdings würde ich aus dem Versprechen zu "4G LTE" ableiten, dass ein Carrier-Grade-NAT eigentlich kein Hindernis bei der Nutzung des Dienstes bedeuten dürfte.

    Auch wenn LTE ohne CGN durchaus existiert, ist es halt einfach kein Normalfall. Insofern wäre ich da entspannt.

    Moin Ingo,

    bitte entschuldige, wenn das Folgende "zu ausführlich" ist, aber da einerseits alfalfa oft wahnsinnig viele auch tiefgehende Informationen sehr kompakt zusammenfasst und ich glaube, dass einige hier schnell ein Verständnisproblem haben, dachte ich, ich werde nochmal etwas ausführlich. Vielleicht profitieren ja auch andere davon.

    Bei deinen Überlegungen, bzw. um den Ausführungen von alfalfa zu folgen, ist es einmal ganz sinnvoll, dir noch einmal den klaren Unterschied zwischen einem Router – wie ihn die Fritzbox darstellt – und Switches (wie dem TL-SG2109WEB) oder anderen (Layer-2)-Netzwerkgeräten klar zu machen und zwar konzeptionell, denn natürlich ist die Fritzbox neben ihrer Router-Funktion auch ein Switch mit ihren vier gelben LAN-Ports (sofern nicht der LAN1-Port zum WAN-Port umkonfiguriert wird, dann routet die Fritzbox nämlich zwischen LAN 1 und LAN 2 bis LAN 4).

    Ein Switch verbindet mehrere Geräte innerhalb deines Netzwerks zu deinem Netzwerk. Ein Router wiederum ist die Schnittstelle zwischen unterschiedlichen Netzwerken, also zwischen deinem Heimnetzwerk und dem Provider-Netzwerk. Er verbindet diese Netzwerke, indem er ein Datenpaket aus deinem Heimnetz entgegennimmt und auf Providerseite "absetzt". Seine abstrakte Funktion wird meist auch als Gateway bezeichnet. Er ist gewissermaßen der Bahnhof zwischen dem lokalen ÖPNV und Fernverkehr der Bahn, der vor dem Fernverkehr deinen Weg durch die Stadt weg-abstrahiert und dich mit einem Ticket ausstattet, auf dem nur der Name der Stadt steht, da der Fernverkehr der Bahn mit deinem lokalen ÖPNV-Ticket ansonsten nichts anzufangen weiß.

    Wenn du nun darüber nachdenkst, wie dein Heimnetzwerk aussehen soll, dann möchtest du quasi immer genau einen Router, dessen WAN-Seite am Glasfaser-Modem des Providers/GPON-ONT angeschlossen werden soll und dessen LAN-Seite du dann weiter verteilen kannst, wie das momentan dein Switch im Keller bereits tut. Du möchtest grundsätzlich nicht mehrere Router am Glasfaser-Modem des Providers anschließen, auch wenn dieser mehrere LAN-Ports hast, da du dann konzeptionell damit mehrere, unterschiedliche Heimnetzwerke aufbaust, und, wie von alfalfa bereits geschrieben, der Provider das so nicht zulassen wird, da all deine unterschiedlichen Router auf ihrer WAN-Seite alle eine öffentliche IP-Adresse vom Provider anfordern würden. Das mag der Provider nicht, für ihn wären das gewissermaßen mehrere Anschlüsse.

    Was du erst recht nicht und unter keinen Umständen tun möchtest: Den im Keller werkelnden Switch direkt mit dem GPON-ONT des Providers verbinden, auch wenn es verlockend ist, falls dieser mehrere Ports hat. Damit würdest du also dein komplettes Heimnetz ganz ohne Gateway zu einem Teil des öffentlichen Internets machen! Du würdest – entsprechend der oben angeführten Analogie – dein Straßenbahn-Netz mit dem ICE-Gleis koppeln.

    Die entscheidende Frage ist also nicht, möchtest du einen oder mehrere Router haben (genau einen), sondern ob dieser im Keller, direkt am ONT angeschlossen wird (und dahinter dann dein Switch) oder ob der Router an seinem jetzigen Ort im Arbeitszimmer bleiben kann.

    Und ja, auch für Letzteres gibt es Lösungen. Die erste Lösung wäre, genau wie beim DSL-Anschluss die Provider-Leitung bis ins Arbeitszimmer zu führen, also das Glasfaserkabel neben dem Telefonkabel durch Leerrohre zu führen und den Netzabschluss neben die TAE-Dose zu packen. Dafür müsstest du aber die baulichen Voraussetzungen schaffen und das ist höchstwahrscheinlich genauso aufwändig, wie ein zweites CAT7-Kabel zu ziehen, das du nicht hast. Außerdem ist der Umgang mit Glasfaser im Wohnbereich immer so eine Sache. Aus Sicht des Providers ist das auch insofern zu vermeiden, da man ohne Erfahrungen mit der Materie hier selbst für Probleme sorgen kann, wenn man daran herumprobiert.

    Die kompliziertere Variante ist, dein eines CAT-7-Kabel zwischen Keller und Arbeitszimmer eben für beide Verbindungen zu verwenden, sowohl die Verbindung zwischen Glasfaser-Modem und Router, und eben auch für Router zu Switch im Keller. Und genau dafür kannst du die von alfalfa erwähnten VLANs zum Einsatz bringen. Um das sauber hinzubekommen solltest du aber eine wirklich fundierte Vorstellung von Layer-2-Funktionalitäten im Netzwerk haben und daher ist es auch naheliegend, dass alfalfa das auch nicht im Detail ausführt (werde ich jetzt auch nicht tun). Wenn du die Herausforderung liebst, dich da einige Zeit hineinzufuchsen (ich schätze, es wird sowieso noch etliche Monate dauern, bis dein Anschluss kommen wird), wäre das ein Ansatz, den du verfolgen kannst, aber stell dich auf eine harte Lernkurve ein. Oder du holst dir einen Profi dazu, der das für dich umsetzt.

    Die einfachere Variante ist aber sicher, wie von alfalfa vorgeschlagen, den Router zwischen Glasfaser-Modem und Switch im Keller zu positionieren und das einzelne Kabel ins Arbeitszimmer dann beispielsweise für einen zusätzlichen WLAN-Access-Point/(-"Repeater") zu verwenden.

    Für alle anderen: Falls ihr noch vor der Planung einer strukturierten (CAT-)Verkabelung stehen solltet: Bitte genau aus diesem Grunde möglichst immer Doppel-Dosen ggf. mit Duplex-Kabeln einsetzen, dann wäre in diesem Szenario auch der Anschluss von Provider-Seite (WAN-Port) und LAN-Seite über jeweils ein Kabel trivial.

    Ich hoffe, es wurde nochmal besser deutlich, dass man stets genau zwischen dem Routing und dem Switching unterscheiden muss und man überlegen muss, welches Gerät welche Funktion an welcher Stelle im Netzwerk übernehmen soll. Dass außerdem die Verkabelung hierfür eine entscheidende Rolle spielt, sofern man dies nicht mittels VLANs weg-abstrahieren möchte, was jedoch fortgeschrittenes Netzwerk-Know-How erfordert.

    Das Problem, dass man nicht immer zuverlässig weiß, wie ein Endgerät seine IPv6-Adresse bildet und ob sich der Host-Identifier nicht möglicherweise auch bei einem Präfix-Wechsel ändert, ist eine der größten Herausforderungen für die Einrichtung von IPv6-Freigaben bisher.

    Aufgrund der nur pseudo-statischen IPv6-Präfixe, die sich ja providerseitig dann doch mal ändern können, fällt die Konfiguration einer statischen IPv6-Adresse meist als Möglichkeit aus. Wann immer es sich um ein Linux-basierendes Device handelt, würde ich daher zur Nutzung des eher wenig bekannten "IP Token"-Mechanismus raten. Da kann man sich einen statischen Host-Identifier konfigurieren, der dann zusammen mit dem per SLAAC erhaltenen IPv6-Präfix eine Adresse mit stets immer dem gleichen Host-Identifier erzeugt. Wie genau IP-Token zu konfigurieren ist oder konfiguriert werden kann, hängt vom eingesetzten Networking Daemon ab, ist aber beispielsweise beim Network-Manager möglich.

    Mit diesem Host-Identifier sollte sich dann auch eine stabile IPv6-Freigabe in der Fritzbox konfigurieren lassen – und als Bonus-Feature kann man sich dann zusammen mit einem Dienst wie Dynv6 oder feste-ip.net auch einen oder mehrere schöne DynDNS-Namen konfigurieren, die sich bei einem Präfix-Wechsel mit einem einzigen Update aktualisieren lassen.