Netzwerkkabel zweifach belegen?

  • Guten Morgen liebe Mitglieder,

    folgende bauliche und technischen Randbedingungen sind vorhanden:

    Glasfaseranschluss im Kellerraum

    Netzwerk Patchpanel im gleichen Kellerraum (8 Kabel, 8 Räume)

    In 8 Räumen Netzwerkdosen mit einfach-Belegung (!)

    (Basic-Router oder Fritzbox zur Auswahl)

    Ziel: gutes WLAN sowie schurlos Telefon

    Lösung 1: Im Kellerraum den Basic-Router anschließen und die Netwerkdosen belegen, in zwei Räumen Ubiquitti LR- Accesspoints installieren

    Problem 1: Wie mache ich das mit dem Telefon, in den Räumen ,wo ein Accesspoint läuft, ist das Netzwerkkabel bereits belegt

    Lösung 2: Im Flur EG eine Fritzbox installieren und WAN- Kabel über Netwerkdose anschließen, WLAN im EG läuft über Fritzbox und Telefon über Fritzfon,

    Problem 2: Da im Flur die Netzwerkdose mit dem WAN Kabel belegt ist, komme ich mit den Daten (LAN Ausgang der Fritzbox) nicht zurück zum Patchfeld im Keller zur weiteren Verteilung im Haus

    Kann man irgendwie eine Kabelverbindung doppelt belegen, also bei z.B. Lösung 2 mit WAN und LAN? Würde dort ein beidseitiger Switch funktionieren?

    Viele Grüße

    • Offizieller Beitrag

    Hi Stroti,

    willkommen im Forum!

    Hier im Forum gibt es sicherlich weitaus bessere Experten, jedoch kann ich dir schon mal erzählen, wie ich das gelöst habe. Meine Konfiguration ist relativ ähnlich:

    Glasfaser-Anschluss im Keller - > Fritzbox 7590 -> Zwei Netzwerkkabel gehen jeweils ins Erdgeschoss und ins Obergeschoss. Wenn gewünscht, kann man darüber das Netzwerk über weitere Netzwerk-Switches erweitern - wir haben hier auch nochmal einen Fritz-Repeater als Access Point eingerichtet um das WLAN via Mesh zu erweitern.

    Zur Telefonie: Fritzbox 7590 ist ja (wie bereits erwähnt) im Keller. Also haben wir hier nochmal Fritz DECT Repeater im Erdgeschoss angebracht. Seitdem ist die Telefoniequalität klar und mehr als ausreichend in der Reichweite.

    Es gibt sicher bessere Konfigurationen - aber wir sind mit dieser recht zufrieden.

    • Offizieller Beitrag

    Besteht die Möglichkeit, ein zweites Netzwerkkabel in ein hoffentlich verhandenes Rohr vom Keller ins Erdgeschoss einzuziehen? Wenn das Rohr zu dünn für zwei dicke Cat6 oder Cat7 Kabel ist, würden vielleicht zwei Cat5e Kabel passen. Dann wäre das die mit Abstand unkomplizierteste Lösung. Ansonsten sehe ich noch folgende Möglichkeiten:

    Man kann ein 8-adriges Netzwerkkabel mit zwei 100 Mbit/s Ethernet Verbindungen belegen. Dafür gibt es passive Adapter, die man auf beiden Seiten in die Netzwerkdose steckt und aus einer Dose zwei machen. Das ist einfach, aber die Beschränkung auf 100 Mbit/s ist natürlich an einem Glasfaseranschluss Murks.

    Eine erheblich aufwendigere Lösung wäre die Doppelbelegung des Kabels durch je einen VLAN-tauglichen ("managed") Switch im Keller und im Erdgeschoss. Der NT im Keller wird an einen Access Port angeschlossen. Die Fritzbox im Erdgeschoss wird mit dem WAN- und einem LAN-Port jeweils an einem Access-Port angeschlossen. Die Verbindung zwischen Erdgeschoss und Keller wird jeweils an einen Port angeschlossen, der als Trunk konfiguriert ist. Diese Lösung kann nicht aus einem Gigabit zwei machen, aber so gehen immerhin 1000 Mbit/s in einer Richtung oder 500 Mbit/s in beide Richtungen gleichzeitig durch das Kabel. Da im Keller sowieso ein Switch benötigt wird, wenn der Router im Erdgeschoss steht, fällt an Gerätekosten nur ein zusätzlicher Switch an. Vorteil dieser Lösung ist, dass man mit der VLAN-Funktionalität noch mehr machen kann. Beispielsweise könnte man die Access Points auch mit dem Gast-Zugang der Fritzbox verbinden.

    Eine weitere Möglichkeit ist, eine Fritzbox als Router im Keller aufzustellen und eine zweite meshfähige Fritzbox im Erdgeschoss als DECT-Basis und Access Point zu betreiben. Als schnurgebundene Telefone kämen VoIP-Telefone in Frage.

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  • Falls noch TAE Dosen da sind könnte man diese vom alten Telekom Anschluss abklemmen und auf den Router im Keller anschließen, Dann könnte man dort eine Basistation oder ein Kabelgebundenes Telefon anschließen.

  • Hallo Stroti,

    herzlich willkommen!

    Ohne genaue Kenntnis der örtlichen Gegebenheiten, deiner persönlichen IT-Fähigkeiten und deinem finanziellen Budget ist es für Außenstehende nicht ganz einfach Empfehlungen auszusprechen.

    Von alfalfa wurden bereits drei Möglichkeiten aufgezeigt, wie Du deine Fritz!Box im Erdgeschoss platzieren kannst, um dort WLAN und DECT nutzen zu können:

    • Kabel nachziehen (falls möglich)
    • 100 Mbit/s Sparverkabelung
    • Switch VLAN-Trunking

    Ich rate bei den von Dir beschriebenen Anforderungen (gutes WLAN und schnurlose Telefonie) zu folgendem Ansatz:

    • Am Glasfaser-Anschluss im Keller wird ein „günstiger“ Router platziert. Da Du in deinem Beitrag die Marke Ubiquiti erwähnt hast, schlage ich Dir einen Ubiquiti ER-X EdgeRouter vor. Der Router verfügt über 5 LAN-Ports, weshalb ein zusätzlicher Switch unter Umständen nicht (mehr) erforderlich ist.
    • Die als IP-Client konfigurierte Fritz!Box wird im Erdgeschoss platziert. Die Fritz!Box dient in diesem Setup ausschließlich als Telefonanlage / DECT-Basisstation und als WLAN-AccessPoint.
    • Es ist davon auszugehen, dass die Fritz!Box nicht in allen acht Räumen eine gute WLAN-Ausleuchtung (je nach Anwendung) erzielen wird. Zur Verbesserung der Ausleuchtung könntest Du Fritz!Repeater einsetzen. Diese werden idealerweise via LAN mit der Fritz!Box gekoppelt.
    • Alternativ könntest Du auch auf die Fritz!Box als WLAN-AccessPoint verzichten und stattdessen die von Dir erwähnten Ubiquiti AccessPoints einsetzen. Falls Du in diesem Fall über keinen PoE-fähigen Switch im Keller verfügst, musst Du das i.d.R. im Lieferumfang der AccessPoints enthaltene PoE-Netzteil nutzen.

    Ich selbst verwende ein solches Setup - dedizierter Router und PoE-Switch im Keller, sowie zentral platzierte AccessPoints und Fritz!Box als TK-Anlage - und bin damit sehr zufrieden.

    Schöne Grüße,

    Lars

  • Ich habe privat ein ähnliches Problem. Als wir vor 12 Jahren gebaut haben, wurde aus finanziellen Gründen viel gespart, leider auch an der Vernetzung des Hauses. Es wurden nur Simplexkabel gezogen. Das Problem löse ich heute mit dezentral angeordneten Switchen und Fritzboxen. Im Abstellraum ist die Hauptbox 7590 mit WLAN. Die Telefonanschlüsse sind dann jeweils an den Slave-Fritzboxen (2x7490). Bei mir im Arbeitszimmer ist z.B. eine Mesh Fritzbox 7490 mit einem Telefon und die Box dient noch als 4-fach Switch (Uplink, Rechner, Design-Jet Drucker). Im Wohnzimmer ist auch eine 7490 mit einem Dect Telefon und einem zusätzlichen 8-fach Switch. In der Mesh-Ansicht werden leider keine MESH-Telefone angezeigt. Jetzt muss man sich an den beiden FB 7490 einfach noch einen weiteren Telefon dazumalen. Weitere Switche werden auch nicht angezeigt. Der Netgear Switch ist in der Ansicht an der Hauptbox angeschlossen und das stimmt nicht. Dieser ist eigentlich an der Wohnzimmer Fritz-Box (deswegen beide LAN1) Die Ansicht stimmt also nicht ganz. Trotzdem funktioniert alles super. :

    Bei der Konfiguration werden weitere Fritzboxen einfach als LAN bzw. IP Telefone angemeldet. Der Vorteil: Man kann an den jeweiligen Fritzboxen uralte analoge oder uralte ISDN Telefone einsetzen. Es funktioniert einfach alles. Wie man unschwer erkennen kann, klingelt es bei uns im Haus an vielen Stellen ;)

    3 Mal editiert, zuletzt von Sascha (30. Mai 2020 um 23:46)

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  • Ein ausreichend dimensionierte, strukturierte Verkabelung spart nicht nur Strom. Auch die Kosten für die Anschaffung, sowie die Zeit für die Konfiguration und Wartung der einzelnen Geräte (Router, Switche, etc.) entfällt. Noch dazu ist es, aus meiner Sicht, unschön an diversen Stellen im Haus "Mini-Verteiler" zu haben. Sicherlich werden viele Ordnungsliebende an dieser Stelle zustimmen.

    Die von Stroti beschriebenen Gegebenheiten sind gar nicht schlecht. Ich würde auf eine leistungsstarke WLAN-Infrastruktur setzen und diese möglichst in den Räumen installieren, in denen der vorhandene Netzwerkanschluss andernfalls nicht genutzt werden würde. WLAN ist i.d.R. ohnehin für Smartphones, Tablets, usw. erforderlich. Viele andere der Netzwerk-Geräte in Privathaushalten (TVs, Spielekonsolen, Receiver, Radios, Lautsprecher, usw.) verfügen auch über WLAN, weil nur wenige Anwender die Möglichkeit zum Anschluss der Geräte via LAN haben. Dennoch hätte Stroti in einigen Räumen sogar einen Netzwerkanschluss zur Verfügung. Für das Problem der Fritz!Box, die bei der Platzierung im Erdgeschoss zwei Anschlüsse benötigt, wurden verschiedene Lösungen aufgezeigt,

    Schöne Grüße,

    Lars