Dein Supermarkt-Vergleich hinkt gewaltig. Wenn ich im Supermarkt 5 kg Fleisch kaufe, entstehen echte Material- und Produktionskosten für jedes einzelne Gramm.
Ein Internetanschluss ist aber ein infrastrukturbasiertes Produkt und wird als Flatrate verkauft. Der Provider verkauft mir keine physische Ware nach Gewicht, sondern Bandbreite im Rahmen einer Mischkalkulation: Einige Kunden nutzen monatlich nur 20 GB, andere 2 TB. Das ist bei Flatrates das Prinzip und im Preis bereits einkalkuliert. Wenn der Anbieter keine Obergrenze (Fair-Use-Policy oder Drosselung) in den Vertrag schreibt, nutze ich genau die Leistung, die vertraglich vereinbart ist.
Auch der ICE-Vergleich passt nicht: Das D-Ticket schließt den Fernverkehr explizit per Tarifbedingungen aus. Ein Privatkunden-Internetvertrag schließt intensivere Nutzung oder hohe Datenmengen dagegen tariflich nicht aus.
Warum man Privatkunden-Flatrates nutzt? Weil Geschäftskundenanschlüsse nicht wegen der Datenmenge teurer sind, sondern wegen garantierten Entstörzeiten (SLAs), fester IPs und Express-Support – Dinge, die man privat meist gar nicht braucht.
Am Ende fordere ich nicht ‚mehr Leistung für das gleiche Geld‘, sondern nutze lediglich das, was der Anbieter als unbegrenzte Flatrate verkauft und kalkuliert hat.