Technische Fragen: Glasfaserverlegung

  • Telekom Glasfaseranschluss Wohn- u. Geschäftshaus: technische Fragen

    Liebe Forenleser,

    Bitte entschuldigt unsere u.U. dummen bzw. banalen Fragen bzgl. des Glasfaseranschlusses. Wir sind absolute Laien und haben beruflich keinerlei technischen Hintergrund.

    Wir besitzen ein Wohn- u. Geschäftshaus in einem Ort, in dem die Telekom das Glasfasernetz ausbaut und bekommen nun das Haus an das Netz angeschlossen.

    Dazu haben wir einige technische Fragen, auf die wir nur widersprüchliche Antworten bekommen bzw. haben das Gefühl eines Informationsdefizits, weil viele Feinheiten nicht aktiv angesprochen werden.

    Dabei vertreten wir NICHT die Vermietersicht: nach dem Abschluss an den Keller ist alles weitere Mieteraufgabe und uns egal.

    Im Gegenteil:

    Uns ist es sehr wichtig, dass das Treppenhaus nicht durch zahllose Schächte optisch verunstaltet wird. Gleichzeitig soll der Aufwand für jede einzelne Partei (hier 4 Wohnungen und 2 Geschäftseinheiten) möglichst gering sein und alles in den Wohnungen u Geschäften möglichst elegant und problemlos eingebaut werden können.

    In unserem Fall handelt es sich um einen Altbau (BJ 1880), der zuletzt 1996 renoviert wurde (Elektrik, Telefon, Kabelfernsehen...). Alles in Rohren, also keine Leitungen, die frei eingeputzt wurden. Pläne existieren keine, da die Umbauten als Kleinaufträge erfolgt waren.


    Konkrete Fragen:

    A) Passt das Glasfaser in das bestehende Rohrsystem, wenn da bereits ein Telefonkupferdraht liegt?

    B) kann/ soll man, falls doch kein ausreichender Durchmesser im bestehenden Rohr besteht, das Kupferkabel u.U. entfernen lassen, um das Rohr zu nutzen.

    C) kann man als Alternative das Kabelfernsehrohr nutzen, z.B. nach Entfernung des Koaxialkabels?

    D) wer prüft, ob das zudem bestehende Leerrohrnetz (aus dem Keller kommend und unbekannt endend...) nutzbar ist?

    E) würdet ihr sagen: lieber einmal als Vermieter (auf unsere Kosten!) alle Parteien mit Glasfaseranschlüssen (Dose in Wohnung) versorgen, unabhängig davon, ob der Mieter aktuell Interesse an Glasfaser hat, quasi als Zukunftsoption?

    Unser Gedanke: damit wäre das Thema abgeschlossen ist und man muss nicht über Jahre bei Mietparteiwechsel nachtarocken?

    Vom Gefühl her interessiert die Telekom der Anschluss des Hauses, aber wie die einzelnen Parteien sinnvoll und optisch ansprechend versorgt werden, eher weniger, bzw. erst wenn durch diese ein Vertrag abgeschlossen wird.

    Es ist uns nicht ganz klar, was dann der Telekomtechniker bzw. der Elektriker oder gar der schachtverlegende Laie genau machen soll.

    Wir sind für Antworten, Erfahrungen und Meinungen dankbar!

    Vielen Dank!

  • Version E auf jeden Fall.
    Ein versierter Glasfaser-Techniker sollte in der Lage sein, die Faser auch in einem vorhandenen Leerrohrnetz unterzubringen. Evtl. von einem externen Unternehmen in Absprache mit den Netzbetreiber installieren lassen.

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  • Ja, es gibt ein Protokoll des Hausanschlusstermins, aber eben nicht wie die Wohnungen u Geschäfte angesteuert werden.

    Wir werden am Montag bei der Telekom anrufen u nochmal nachfragen.

    Die Auskünfte im Telekomshop waren eher vage.

    Danke für den Input!

  • Lass' mich gerade in allgemeiner Form weiter ausführen: das Telefonkabel darfst Du nicht entfernen. Du bist zwar der Besitzer, das Nutzungsrecht liegt exklusiv beim Netzbetreiber. Manipulation am TK-Netz ist sogar eine Straftat (StGB §317).
    Was bei Telefonkabel gilt, hat auch bei Gf seine Anwendung. Das öffentliche Netz endet am passiven Netzabschlusspunkt. Im Falle des Telefonkabels ist dies die TAE-Dose. Ab dieser darfst Du im gesetzlichen Rahmen frei agieren. Bei Gf ist das der Gf-TA/Glasfaser-Dose, die in den Räumlichkeiten des Teilnehmers verortet ist.

    Der Netzabschluss im zentralen Kellerraum, wie es vor einigen Jahren üblich war, wird heute in MFH nicht mehr vorgenommen. Aus Datenschutzgründen ist dieser Ort bedenklich und so sieht es das Telekommmunikationsgesetz auch nicht vor.

    Das Glasfaserkabel vom zentralen HÜP/APL bis in die einzelnen Räumlichkeiten hat einen Durchmesser von ca 3 mm. Das sollte durch Leerrohre oder Kabelkanäle problemlos eingezogen werden können, sofern großzügige Biegeradien (Faustregeln: das 10-fache des Kabeldurchmessers als Minimum) und keine rechten Winkel vorhanden sind. Der notwendige Stecker am Kabelende wird durch das Verlegeunternehmen mittels Fusionsspleißung an die Glasfaser aufgeschmolzen. Ist ganz interessant diesen Vorgang mit anschließender Verbindungsprüfung zu beobachten.

    Im Telekom Shop hast Du selten Techniker sitzen, sondern meistens Verkäufer. Da bekommst Du auf technische Fragen bezüglich der Ausführung in der Räumlichkeit wenig belastbare Aussagen. Wende dich da lieber an die Bauhotline der Telekom.

  • Nachdem der HÜP (Hausübergabepunkt) gesetzt ist, wird von der Telekom ja kostenfrei die weitere Verkabelung im Haus umgesetzt.
    Es nützt aber nicht viel, die Bauhotline anzurufen, ohne dass ein Anschlussvertrag für eine Einheit im Haus vorliegt.
    Dieses ist die Netzebene 4 (NE4) und beschreibt die Glasfaser-Inhausverkabelung, also den Weg vom Hausübergabepunkt (HÜP) bis in jede einzelne Wohnung oder jedes Büro (Fiber-to-the-Home/FTTH) und ist entscheidend für die volle Bandbreite. Sie ist der "letzte Meter" der Glasfaser, der die Herausforderung darstellt, aber notwendig ist, damit die Leistung des öffentlichen Netzes wirklich beim Endkunden ankommt, oft durch Installationen in Leerrohren oder Sockelleisten realisiert.
    Allerdings ist der Standard 20x30 mm K20 × 30 mm Kabelkanäle durch das Treppenhaus. Es gibt dazu wiederum eine Hausbegehung inklusive Protokoll und Bildern. Dabei kann man natürlich auf die vorhandenen Leerrohre verweisen. Erst wenn du als Eigentümer die Protokolle abgesegnet hast, werden sie umgesetzt. Wir haben sie 2x zurückgewiesen. Dies ist natürlich eine Zeitfrage, weil immer wieder ein Monat vergeht bis zum nächsten Termin. Aber letztlich wurden im MFH bei meiner Mutter die vorhandenen Leerrohre genutzt, in denen schon die Telefonleitungen lagen.
    Solltest du mit den Vorgaben der Telekom nicht zufrieden sein, kannst du diese NE4 auch selbst erstellen lassen von einer Firma. Das ist aber erfahrungsgemäß kein Schnäppchen, man kann sicher 1000 € pro Wohneinheit rechnen. Zusätzlich bringt es möglicherweise mit sich, dass du auch bei Störungen zuständig sein kannst.

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