Automatisiertes und vereinfachtes GPON Onboaring

  • Seit langem regen wir uns darüber auf, dass an GPON Anschlüssen der passive Netzabschluss komplex ist, da es für den Kunden schwierig ist, ein eigenes GPON Endgerät im Netz des Anbieters zu aktivieren. Teilweise muss man Webfrontends bemühen, teilweise sind es Telefonanrufe. Hintergrund ist der fehlende standardisierte Prozess dafür, der es für alle Anbieter einheitlich macht. Das will Nokia nun ändern:

    https://www.nokia.com/networks/solutions/ont-easy-start/

    "ONT Easy Start" automatisiert den Onboarding Prozess, sodass er sowohl vom Kunden als auch vom Service Mitarbeiter einfach angestoßen und durchgeführt werden kann. Das ist genau die Lösung, die man braucht, um dieses Problem kundenfreundlicher zu lösen. Es ist zu hoffen, dass die anderen Anbieter da nachziehen.

  • Provider, die PPPoE mit individuellen Zugangsdaten einsetzen, könnten das viel einfacher machen, weil sie mit jeder Verbindung alle Informationen bekommen, die zum Verknüpfen der ONT-Identifikation mit dem Kundenaccount nötig sind. Provider, die den Internetzugang direkt per DHCP am ONT bereitstellen, müssen das in einem separaten Prozess machen. Das Verfahren der Deutschen Glasfaser z.B. ist aber bereits so etwas wie das vorgestellte System von Nokia: Der Kunde ruft eine Webseite auf und gibt etwas ein, das ihn als Accountinhaber ausweist. Im Fall von ONT Easy Start sind das Benutzername und Passwort, im Fall der DG ist es der Aktivierungscode aus dem Kundenbereich der DG-Website.

    Die ONTs in einem passiven Verteilnetz mit den Kundenaccounts zu assoziieren, ist grundsätzlich notwendig, aber das Verfahren an sich ist nicht das Problem, vorausgesetzt es ist auf Providerseite automatisiert umgesetzt: Das Problem, mit dem sich z.B. DG-Kunden konfrontiert sehen, sind die Abweichungen von der Theorie. Wenn z.B. bestimmte ONT-Router gar nicht erst ins Netz gelassen werden, nützt der schönste Onboarding-Prozess nichts.

    Hersteller-"Standards" sind letztlich auch keine Hilfe. So könnte dann der Kunde mit dem Provider-ONT das vom Provider vorgesehene System nutzen (was aber i.d.R. gar nicht nötig ist, weil das bei der Installation schon erledigt wird). Der Kunde mit einem eigenen ONT eines anderen Herstellers müsste aber wieder eine Sonderlösung suchen: Im Fall von Nokia's ONT Easy Start würde z.B. beim Einsatz eines anderen ONT der QR-Code zum Starten des Prozesses fehlen.

  • Nun, wenn ich diesen Satz richtig verstehe

    Zitat

    It’s a future proof solution for activating multivendor GPON and XGS-PON ONTs.

    dann geht es eben nicht darum im Nokia Universum zu bleiben, sondern auch ONTs anderer Hersteller (ZTE, Huawei, AVM,...) das Einbuchen in eine Nokia Infrastruktur einfach zu ermöglichen. Dabei soll es keine Rolle spielen, ob es der initiale ONT oder ein Austauschgerät ist.

    Und den QR-Code verstehe ich als komfortablen Weg auf eine Provisionierungswebsite zu gelangen, von daher muss dieser nicht unbedingt auf dem Gerät zu finden sein. Meiner Meinung nach ist der Code in dem Anschreiben des Providers an den Kunden/Teilnehmer am sinnvollsten aufgehoben.

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  • Provider, die PPPoE mit individuellen Zugangsdaten einsetzen, könnten das viel einfacher machen, weil sie mit jeder Verbindung alle Informationen bekommen, die zum Verknüpfen der ONT-Identifikation mit dem Kundenaccount nötig sind. Provider, die den Internetzugang direkt per DHCP am ONT bereitstellen, müssen das in einem separaten Prozess machen.

    Auch wenn PPPoE in so einem Fall hilft, wäre es schön, wenn Anbieter eher von dem Relikt mal endlich Abstand halten.

    Spoiler anzeigen

    ISP: HTP Surf & Fon 1.000 MBit/s Download / 500 MBit/s Upload (Glasfaser)

    Router: MikroTik CCR2004-16G-2S+ (RouterOS 7.22.1) + Genexis Fibertwist F2110-2 (Rev2.0) @ AON (1000BASE-BX)

    VoIP: Gigaset N670 IP Pro Mini Multicell (Firmware 2.67.0), Cisco ATA-191-MPP 2-Port Phone Adapter (Firmware 11-3-2MPP0001-225), Gigaset Fusion (Firmware 2.0.1)

    Handset: Gigaset SL800H Pro (Firmware 131.013.04)

  • Das wird wohl auf unbestimmte Zeit ein Wunsch bleiben. Die großen (und manchmal auch kleinen) TK Provider müssen diverse Technologien und Topologien bedienen [(V)DSL, LTE, 5G, AON, GPON,...], da wird es schwierig neue Provisionierungs- und Authentifizierungsmechanismen einzuführen. Relativ einfach wäre es, wenn die Provider, wie gesetzlich gefordert, dem Kunden alle Zugangsdaten mitteilen würden, darüber hinaus in der Schnittstellenbeschreibung noch die Authentifizierungstechnologie. Sofern man die Wahl zwischen verschiedenen Providern hat, könnte der Kunde/Teilnehmer die für ihn geeignete Wahl treffen.

    Ich mag daran erinnern, das eine PPPoE Authentifizierung in den ersten Amazon eeros bzw. deren Firmware gar nicht vorhanden war. So sind Probleme, gerade im deutschen Markt, so sicher wie das Amen in der Kirche.

    Begrüßenswert halte ich auch einen verbindlichen und herstellerübergreifenden Authentifizierungs- und Provisionierungsstandard für Endgeräte beliebiger Hersteller. Ob das jemals umsetzbar ist? Da bin ich mir nicht sicher.

  • Das wird wohl auf unbestimmte Zeit ein Wunsch bleiben.

    Ja leider. Man kann ja viel über DG schimpfen wie man will, aber ich finde deren Weg richtig, dass man nur DHCP macht und kein PPPoE Overhead. Die Telekom wollte auch mal im Zuge Netz 4.0 PPPoE abschaffen, aber ob das jemals kommt? Vermutlich eher nicht.

    Spoiler anzeigen

    ISP: HTP Surf & Fon 1.000 MBit/s Download / 500 MBit/s Upload (Glasfaser)

    Router: MikroTik CCR2004-16G-2S+ (RouterOS 7.22.1) + Genexis Fibertwist F2110-2 (Rev2.0) @ AON (1000BASE-BX)

    VoIP: Gigaset N670 IP Pro Mini Multicell (Firmware 2.67.0), Cisco ATA-191-MPP 2-Port Phone Adapter (Firmware 11-3-2MPP0001-225), Gigaset Fusion (Firmware 2.0.1)

    Handset: Gigaset SL800H Pro (Firmware 131.013.04)

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