Egal welcher Anbieter zum Zug kommt, dass wird noch Jahre dauern, bevor dein Anschluss läuft. Hier im Forum findest du sicherlich ein paar Vergleichswerte. Bei mir hat die DG rund 2 Jahre gebraucht vom Abschluss der Nachfragebündelung bis zum laufenden Anschluss.
In der Zwischenzeit schau dir mal Starlink an. Das dürfte mit 50 Euro preislich im Rahmen deines Telekom-Anschlusses liegen, du bekommst dafür aber rund 200 Mbit, 10 Upload und nen Ping von 40-50. Monatlich kündbar und 30 Tage testbar.
Zum Thema, dass zwei Anbieter bei dir bündeln: Ich würde auch vermuten, dass am Ende nur ein Anbieter ausbaut. Und dieser Anbieter wird sich sicherlich bemühen auch noch die Haushalte "einzusammeln", die beim anderen Anbieter unterschrieben haben und alle die noch gezögert haben, weil der Ausbau ja noch nicht fest beschlossen war. Insofern denke ich, dass du entweder bei beiden unterschreiben kannst oder etwas die Augen aufhältst welcher Anbieter nun wirklich ausbaut und dich dann zeitnah bei diesem meldest.
Und irgendwann dann nicht mehr, wenn das Kupfer abgeschaltet wird ...
Ich weiß, dass dies gerne von Fans der Glasfaser geschrieben wird, aber sein wir mal ehrlich: Warum sollte die Telekom die Kupfer in Gebieten abschalten, in denen die Konkurrenz Glas ausgebaut hat?
Die Investitionen in Vectoring sind getätigt, jetzt ist jeder Euro der reinkommt und über den Wartungskosten liegt Gewinn. Das ist ne Cash-Cow, die dazu noch quasi keinen Management-Fokus braucht.
Erst wenn so wenig Nutzer auf der Kupfer sind, dass die Wartungskosten höher sind als die Umsätze, wird die Telekom ein Interesse an der Abschaltung haben. Und mal schauen, was die Telekom und andere DSL-Anbieter sich bis dahin noch einfallen lassen, um ihre DSL-Anschlüsse aufzuwerten, z. B. Hybrid-Angebote mit 5G mit kombinierten Bandbreiten von über 250 Mbit/s. Und selbst wenn sich die Wartung von Vectoring irgendwann nicht mehr lohnt, kann man immer noch die Kupfer zum Hauptverteiler durchbinden und den Kunden dann 5G (6G?) mit einer Basis-DSL-Leitung anbieten.
Zudem gibt es zumindest viele in meinem Bekanntenkreis die einfach den Glasfaseranschluss wollten und nach 24 Monaten wieder zu DSL wechseln werden. Dazu noch all die Haushalte, die gar nicht erst abgeschlossen haben. Je nach Ausbaugebiet, sind das ja bis zu 60%. Da hängen also noch richtig viele Kunden an der Kupfer.
Kennt jemand Zahlen wie viele Haushalte in Vecotring-Gebieten dauerhaft bei Glasfaser bleiben und wie das dann, sagen wir 3 Jahre nach Abschluss des Ausbaus, bezogen auf die Haushalte eines Ortes aussieht?
In Gebieten in denen die Telekom selbst ausgebaut hat, sieht es freilich anders aus. Dort hat die Telekom natürlich den Anreiz die Kunden auf die Glasfaser zu migrieren. Wobei auch hier die Frage ist wie viele Kunden bereit sind den Anschluss aus eigener Tasche zu bezahlen und wie viel Geld die Telekom bereit ist auf den Tisch zu legen, um einen bestehenden DSL-Kunden auf einen Glasfaser-Kunden umzustellen. Das ist ja bekanntlich ein teurer Spaß. Mittlerweile gibt es ja auch immer mehr Angebote über 5G, d. h. wenn die Telekom einem Kupfer-Kunden die Pistole auf die Brust setzt (Zahl Glas-Anschluss oder verliere Kupfer), verlieren sie sicher einige Kunden ans 5G-Netz der Konkurrenz. (Plus die schlechte Presse, wenn Oma Erna der Telefonanschluss abgeschaltet wird.)
Fazit: Denke Kupfer und Glas werden noch viele Jahre parallel betrieben und wer weiß, wie die Welt bis dahin aussieht (Stichwort 6G, Starlink-Weiterentwicklung). Wer weiß beispielsweise ob wir in 20 Jahren nicht in jedem Gerät ein Mobilfunk-Chip haben und stationäre Internet-Anschluss nur noch ein Thema für Orte wie Großraumbüros etc. ist, wo dann die Glasfaser Mini-Mobilfunkzellen speißt.