Wenn Glasfaser an einem Haus vorbeiführt, gilt es als erschlossen, und die Statistik ist maßgebend für Abschaltung von Kupfernetzen etc.
Es ist maßgeblich dafür, dass ein Gebiet für die Kupferabschaltung überhaupt in Frage kommt. Das bedeutet aber nicht dass in diesen Gebieten spontan die Kupfernetze abgeschaltet werden, weil die Adressen mit "Homes Passed" als erschlossen gelten.
Die Kupferabschaltung wird nach einem Prozess laufen, der von der Bundenetzagentur vorgegeben wird, möglicherweise in verschiedenen Varianten. Und da ja bereits die ersten beiden Pilotprojekte laufen kann man bereits sehen welche Varianten der BNetzA da so vorschweben.
Im Pilotgebiet in Wiesbaden-Biebrich wird der "sanfte Übergang" ausprobiert. Da gibt es noch überhaupt kein konkretes Abschaltdatum für das Kupfernetz (also speziell das Telefonnetz). Aber das (V)DSL-Netz wird "eingefroren", d.h. außer Kündigen sind keine Änderungen mehr möglich. Wer seinen Tarif wechseln will (oder z.B. den Anbieter), oder als Zugezogener einen Neuvertrag braucht kann nur noch Glasfasertarife buchen (oder eventuell alternativ Kabel, falls vorhanden). Übergangsweise können Neutarife über VDSL geschaltet werden, wenn für die Errichtung eines Glasfaseranschlusses noch Zeit benötigt wird.
In Bad Salzungen soll der Umstieg etwas härter erfolgen. Hier soll das Kupfernetz zeitnah abgeschalten werden. Aber auch hier gilt:
"Für die Haushalte im Testgebiet bedeutet das: Sie werden ab sofort über die Post und durch persönliche Ansprache der Projektbeteiligten über das Vorgehen informiert und zu den alternativen Angeboten beraten, da bestehende Verträge über Kupferanschlüsse ge- kündigt werden. Gleichzeitig werden ab Februar neue Tarif-Buchungen oder -Änderungen auf kupferbasierten Anschlüssen im Pilotgebiet in Bad Salzungen nicht mehr möglich sein. Parallel werden Gebäudeeigentümer in den betroffenen Gebieten gezielt angesprochen, um den Anschluss an das Glasfasernetz dort zu ermöglichen, wo noch kein Anschluss vorliegt. Für Haushalte, die bereits über einen Glasfaser- oder Kabelanschluss verfügen, ändert sich nichts bei den bestehenden Verträgen. Wichtig: Alle Bürgerinnen und Bürger behalten zu jedem Zeitpunkt des Pilotprozesses einen leistungsfähigen Telekommunikationsdienst."
Es gibt also in der Tat nochmal eine neue Vermarktungskampagne. Und der letzte Satz zeigt dass das Kupfernetz erst abgeschaltet werden soll wenn die dann nachbestellten Glasfaseranschlüsse zur Verfügung stehen. Klar, wer auch diese Nachvermarktung unter Androhung der Kupfernetzabschaltung ignoriert wird dann irgendwann ohne Anschluss dastehen.
Letztlich hat keine der Beteilgten (BNetzA, Telekom, Wettbewerber) ein Interesse daran dass Kunden im Rahmen der Kupferabschaltung plötzlich ohne Anschluss dastehen.