Beiträge von kingpin42

    Auch wenn ich häufig "die TK-Provider" schreibe, sehe ich die Problematik schon differenziert.

    Ich habe nur keine Lust noch mehr zu schreiben und das sicherlich unbeabsichtigte Vendor Lock-In der einzelnen Provider zu thematisieren. Es ist doch sehr auffällig, das die Provider mit Nokia OLTs Schwierigkeiten haben andere Endgeräte als Nokia ONTs ad-hoc zu provisionieren. Analog dazu sei nur mal ZTE oder Huawei genannt.

    Das hat nichts mit Nokia zu tun. Eventuell (genauer konnte ich es noch nicht in Erfahrung bringen) hat es auch gar nichts mit einem Problem zwischen ONT und OLT zu tun. Vielleicht liegt es an übergelagerten OSS/BSS Systemen, die für eine automatisierte Provisionierung von Endkunden Informationen verknüpfen und dem OLT die relevanten Daten schicken muss.

    Mit Nokia Easy ONT ist dein Vorbehalt eigentlich auch zusätzlich widerlegt.

    Naja, ich wuerde dass jetzt nicht als beabsichtigtes Aussperren interpretieren sondern halt ein Fehler wie er schon mal vorkommt und der moeglicherweise etwas Zeit zur Diagnose und zur Behebung braucht. Die BNetzA erweckt auf mich den Anschein in solchen Faellen eher mit ihrem "Partner der ISPs" Hut zu handeln und ist da sehr nachsichtig. Und ich wette das wird bei GPON so bleiben... d.h. nur wenn nachweislich und absichtlich ohne gute Begruendung (wie ONT Typ/Revision inkompatibel mit OLT) gesperrt erwarte ich Gegenwind durch die BNetzA.

    Ja, richtig. Die BNetzA ist da eher auf der Seite der Provider tätig. Natürlich sollte man "Allerweltsgeräte" wie die gängigen Fiber-Fritzboxen in seinem Netz provisionieren können. Wenn dieser Prozess jedoch bei weniger gängigen Modellen fehlschlagen sollte, und erst einer aufwändigen Analyse bedarf, wird man sich als ISP eher weniger schnell darum kümmern.


    Ich würde soweit gehen zu sagen, die ganzen Unterstellungen in allen Foren zu dieser ganzen Thematik, der ISP würde -absichtlich- keine Fremd-ONTs provisionieren wollen, trifft wenn überhaupt nur auf einen kleinen Teil zu. Uns ist es z.B. komplett egal, solange es dadurch nicht zu gehäuften Supporteinsätzen des Fieldservices kommt, oder ganze Linien gestört werden.

    Das Beispiel von kingpin42 ist in die Kategorie Programmierfehler/nicht eingehalten Spezifikationen einzuordnen und nicht ein fehlerhaftes Gesetz.

    Doch, die Spezifikationen wurden eingehalten. Das Gerät wurde in Kombination mit einer älteren Firmware sogar vom Cablelabs Konsortium "zertifiziert". Nur das Provisionierungssystem von Vodafone Kabel kam mit dieser Exception nicht zurecht, daher wurde recht zügig die Schnittstellenbeschreibung geändert, um das Gerät einfach nicht manuell provisionieren zu müssen. Die BNetzA war damit übrigens vollkommen fein.

    So ist es Elemir, welche Geräte "zugelassen" sind bestimmt nicht der Provider, sondern der Gesetzgeber des jeweiligen EU Landes (in unserem Falle).

    Doch, im Endeffekt legt das trotzdem der Provider fest. Siehe Vodafone damals beim TC4400. Da wurden erst im Nachgang die Spezifikationen geändert, weil das System von Vodafone ein Tabulator-Zeichen, das in einem String vom TC4400 gesendet wurde, nicht akzeptierte, obwohl es laut Standards in Ordnung gewesen war. So wird das auch bei ONTs passieren, die sich aus welchen Gründen auch immer, nicht provisionieren lassen.

    Für den OLT nicht anders als bei Vendor-Gleichen ONT.

    PPPoE oder IPoE spielt gar keine Rolle bei der Provisionierung. Das kommt ivm dem OLT nur vor, das man für DHCP Proxy ARP aktiviert und bei PPPoE eine entsprechende Relayfunktion, samt Agent-Remote ID ale Option 82 bzw IA Option.

    Gibt es einen Unterschied im Peering zwischen o2 und Stiegeler?

    Die 24h Zwangstrennung finde ich übrigens schon sehr, sehr ungeil. o2 hat die, Stiegeler nicht? Wie sieht es mit Vodafone und Telekom in ihren Glasfasernetzen aus? Warum machen die das? Ist doch technisch kompletter Quatsch.

    Die 24h Trennung hat man afaik bei Beiden Anbietern, einen möglichen Grund hatte ich mal an anderer Stelle genannt (TLDR: Verhinderung von IP Adress Starvation).


    Man darf bei einem derart großen Netz mit vielen Übergaben und PoP Standorten wie der Telefonica und einer, bekanntermaßen „offenen“ Peering Policy, von einem „guten Peering“ sprechen. Was nicht heißt, das man mit wenigen PoPs aufgrund kleineren Kundenstamm automatisch ein „schlechtes Peering“ hat. Du kannst ja mal die PeeringDB und die RIPE DB nach beiden Anbietern durchsuchen, die großen Dienste (Akamai, Amazon, Netflix, Meta, Google, fastly, Cloudflare uvm) dürften bei beiden Anbietern sehr gut erreichbar sein. Telefonica hat natürlich mit Telxius einen T1 Carrier im Firmengeflecht an der Hand, was durchaus von Vorteil sein kann.

    Die Frage nach einem Anbieter auf dem Netz der UGG stellte sich für meine Eltern ebenfalls. Da ich persönlich mit VDSL 35b von o2 sehr zufrieden bin, habe ich für sie ebenfalls einen Vertrag bei o2 abgeschlossen. Aber danach musst du natürlich nicht handeln. Beim Gigabit Tarif ist man bei den ersten zwei Jahren bei Stiegeler günstiger dran als bei o2. Meinen Eltern genügt jedoch ein 250/125 Tarif völlig, womit o2 preislich attraktiver ist.

    Ich gehe stark davon aus, das Stiegeler seine IP-Adresspools im RADIUS verwaltet und der BNG vielleicht nicht immer bei einer Terminierung einer PPP-Nutzersitzung ein RADIUS Accounting Stop geschickt wird. Da käme es dann zu verwaisten Einträgen im IP Pool und damit irgendwann zu einer Starvation. Das wird dann der Grund für 24h Trennungen sein, damit man saubere Radius Acc Stop enthält und die IP Pools „sauber“ gehalten werden.

    Weil hier ja auch durchaus auch im Raum stand, dass ISPs nur dass anbieten können, was der Netzbetreiber so in der PON-Topologie treibt.

    Ich kenne die Verträge zwischen 1&1 und der DTAG nicht, könnte mir aber so vorstellen, das sie es wie bei L2BSA im xDSL Geschäft machen, und auf der Access-Seite die volle Leistung schalten, egal welches Vorleistungsprodukt man bei der Telekom gebucht hat. Natürlich nur im Rahmen des Möglichen.