Mit Glasfaser oder LAN zur Fritzbox

  • Hallo zusammen,

    bei uns baut in Kürze die Deutsche Glasfaser das Netz auf. Ich bräuchte einmal Euren Rat, wie ich den Weg zwischen HÜP und Fritz Box gestalten sollte?


    Folgende Möglichkeiten überlege ich derzeit:


    Variante 1: Ich gehe ab dem HÜP im Keller über ca. 8m problemlos noch zu verlegendes gerades Leerrohr in den nächsten Raum. Dort müsste ich dann vom Keller ins OG über ein ca. 4m vorhandenes Rohr mit Rillen und ca. 30mm Durchmesser). In dem Rohr befinden sich schon Leitungen, die ich zum Einziehen der Glasfaser rausnehmen könnte, aber anschließend wieder einziehen müsste. Den NT könnte ich dann im OG direkt neben der Fritzbox Installieren.

    Frage 1: Lässt sich die Glasfaser überhaupt durch das Rillenrohr einziehen?

    Frage 2: Wenn die Faser im Rillenrohr liegt, könnte ich dann die übrigen Kabel wieder hinzulegen, ohne die Glasfaser zu beschädigen?


    Variante 2:

    Den NT im Keller direkt neben den HÜP installieren (Stromanschluss vorhanden). Ab da mittels LAN Kabel über vorhandene Rohre, in denen sich schon Kabel befinden bis zum o.g. Rillenrohr. Das LAN Kabel passt noch zu den im Rillenrohr liegenden Leitungen. Weiter bis ins OG und dann direkt in die Fritzbox. Der Weg wäre dann halt ca. 13m LAN Kabel anstelle von 12m Glasfaser. Der NT wäre im Keller statt im OG.


    Welche Variante würdet ihr bevorzugen? Ich denke der Einzug eines LAN Kabels bis ins OG wäre einfacher und vor allem unempfindlicher. Oder seht Ihr einen wesentlichen Nachteil zwischen 13m LAN Kabel vs. 13m Glasfaser? Eine (wesentliche ) Leistungseinbuße dürfte es bei 13m LAN doch nicht geben, oder?


    Der "Hausbegeher" der Deutschen Glasfaser war übrigens keine große Hilfe, auch wenn er Variante 1 erst einmal protokolliert hat, bin ich davon inzwischen nicht mehr so richtig überzeugt. Die mögliche Problematik mit dem Rillenrohr hat er aufgrund von Verständigungsschwierigkeiten gar nicht richtig wahr genommen.


    Vielen Dank für Eure Antworten.

  • Grundsätzlich gehen beide Lösungen, zumindest wenn du die vorhandenen Kabel aus dem 4m langen "Rillenrohr" herausnimmst und nach der Glasfaser wieder einziehst.


    Du hast die möglichen Probleme aber schon erfasst: Das "Rillenrohr" entspricht nicht den Vorgaben der Deutschen Glasfaser. Du meinst wahrscheinlich sogenannten Wellschlauch. Wenn der einigermaßen gerade verläuft und einen so großzügigen Durchmesser hat, kann man die Glasfaser aber leicht durchziehen. Das Glasfaserkabel ist allerdings ein vergleichsweise empfindliches dünnes Patchkabel. Beim anschließenden Wiedereinziehen der anderen Kabel darf es keinesfalls nennenswerten mechanischen Belastungen (Druck, Zug) ausgesetzt werden. Knicke zerstören dieses Kabel mit Sicherheit. (Es ist ein biegeunempfindliches Simplex Singlemode Kabel mit einem LC/APC Stecker und einem SC/APC Stecker. Das Kabel verträgt keine große Zugkraft und der dünnere LC/APC Stecker gehört in den HÜP, der dickere SC/APC-Stecker in den NT. Staubschutzkappen erst direkt vor dem Einstöpseln entfernen und nicht die Faserenden berühren.)


    Bei der Lösung mit dem LAN-Kabel befindet sich der NT im Keller. Das ist schlecht, wenn der Keller zu heiß oder zu feucht (Waschküche) ist oder gemeinsam mit anderen Parteien im Haus genutzt wird. Auswirkungen auf die Performance hat diese Lösung aber keine, wenn das LAN-Kabel ordentlich verlegt und angeschlossen wird. Auf diese kurze Distanz hat man sehr viel Qualitätsreserve. Trotzdem sollte man gutes Kabel verwenden. Das heißt vor allem Kupfer, nicht kupferkaschiertes Aluminium (CCA).


    Für eine evtl. irgendwann nötige Fehlersuche müsste man dann zum NT in den Keller, aber dafür hat man auch ein Gerät weniger in der Wohnung an der Wand hängen. Ordentlich ist das, wenn ein Verlegekabel im Keller und in der Wohnung jeweils in einer Netzwerkdose endet und nicht einfach ein Patchkabel direkt vom NT zur Fritzbox gezogen wird. Das ist auch ein Vorteil dieser Lösung, denn mit dem Glasfaserkabel geht die DG wahrscheinlich noch direkt von HÜP zu NT, was ich etwas "gebastelt" finde.


    Ich würde in einem Einfamilienhaus zur Variante 2 greifen und in einem Mehrfamilienhaus wenn möglich zur Variante 1. Wenn die Installateure am Installationstag deinen Leitungsweg nicht akzeptieren, montieren sie den NT im Keller.

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