Hallo zusammen,
vielleicht für den ein oder anderen interessant:
Die Stadtwerke Osnabrück beteiligen sich über ihre Netzgesellschaft seit geraumer Zeit am hiesigen Glasfaser-Infrastrukturausbau. In der Vergangenheit wurden geförderte Gebiete und Neubaugebiete mittels AON-Netzen erschlossen, das Beleuchten der Fasern hat EWE/osnatel übernommen. Mit Ausbaustart durch Glasfaser Nordwest wurde eine Kooperation zur Planung und Verlegung durch die Netzgesellschaft der Stadtwerke vereinbart. Seitdem wird das Stadtgebiet mittels GPON erschlossen.
Im Bereich der Glasfaser Nordwest treten die Stadtwerke nun auch selbst mit eigenen Glasfasertarifen an die Kunden heran. Während die Tarife starke Ähnlichkeiten zu den EWE-Tarifen aufweisen, ist zumindest das Down-/Upstreamverhältnis mit 2:1 auf aktuellem Marktniveau. Im Vergleich zur EWE wird leider kein echtes Dual-Stack geboten (IPv4 über CG-NAT). Auffällig sind die teilweise ausführlichen technischen Details der Vertragsdokumente sowie der Hinweis auf ein offenes Peering-Konzept des Internet-Dienstleisers. Ob dieser Dienstleister EWE (Hinweise: PPPoE, 24h-Zwangstrennung, Tarifähnlichkeit, Endgerätegleichheit) oder ein anderes Unternehmen ist, konnte ich nicht in Erfahrung bringen.
Die Leistungsbeschreibungen erwähnen bereits auch AON-Netze - eine mögliche Indikation zur späteren Verfügbarkeit in weiteren Netzbereichen.
Die Motivation für diesen Schritt erscheint mir nicht trivial: Der Einstieg erfolgt recht spät (50 % der Stadtfläche sind bereits durch Glasfaser Nordwest erschlossen und entsprechend vermarktet). Als lokalen Anbieter hatte man lange Zeit EWE/osnatel nicht nur geduldet, sondern eine aktive Zusammenarbeit betrieben. osnatel ging schließlich aus einer alten Stadtwerke-Tochter hervor, die die EWE gekauft hat. Erste Ansätze als lokaler "alles aus einer Hand"-Anbieter sind erkennbar, es wird mit einem Kombivorteil für Energiekunden geworben.
Bleibt spannend, was die weitere Entwicklung bringen wird.