Umstellung von AVM FRITZ!Repeater auf devolo WiFi 6 Repeater

  • Wie schon mehrmals erwähnt, bin ich gerade am Entflechten meines Heimnetzwerkes. Ziel ist von der one-size-fits-all Lösung zu einer Generischen zu gelangen ohne sich dies mit einem erhöhten Verwaltungsoverhead zu erkaufen.

    Die Telefonie habe ich bereits aus der FRITZ!Box 5530 auf eine Gigaset GO Box 100 mit C570HX ausgelagert. Das in der 5530 angelegte Telefonbuch ist selbstverständlich übertragen worden.

    Der nächste Schritt war die Ablösung der WLAN-Funktionalität. Hauptgrund hierfür ist die Abhängigkeit des AVM Mesh von einer FRITZ!Box und damit der Notwendigkeit das das WLAN der FRITZ!Box immer mitlaufen muss. Auch dann, wenn ein FRITZ!Repeater via LAN-Kabel an die FB angebunden ist.

    Das WLAN des AVM Meshs bestand aus einer 5530 als Mesh Master. Daran war über die jeweiligen Multigigabit-Ports (2,5 Gbps) ein FRITZ!Repeater 6000 via LAN-Kabel angebunden (LAN-Brücke), an diesen Repeater 6000 ein weiterer Repeater 6000 (WAN-Brücke) und an den zweiten 6000er ein FRITZ!Repeater 1200 AX (WAN-Brücke).

    Letztlich fiel die Wahl der Austauschgeräte auf devolo Hardware. Es war ein 1:1 Tausch. Nun werkeln an einem 1 Gbps LAN-Port der 5530 ein devolo WiFi 6 Repeater 5400. Da der Repeater keinen Multigigabit-Port besitzt, wollte ich den 2,5 Gbps Port der 5530 nicht hierfür verschwenden. Ein weiterer 5400 und ein Repeater 3000 sind darüber hinaus eingebunden. Im Sommer diesen Jahres gab es bei Saturn/Mediamarkt diese Geräte zu sehr günstigen Preisen. Gesamtpreis für die Hardware (Neuware) war unterhalb von 250€. Devolo Repeater können ebenfalls ein Mesh aufspannen, hierzu muss lediglich ein Repeater als AP konfiguriert werden, die anderen sind als normale Repeater konfiguriert. Ein Gäste-WLAN ist ebenfalls verfügbar. Unterstützte Protokolle/Ports sind lediglich http/https. Im Gegensatz zu AVM gibt es keinen separaten IP-Range für das Gäste-WLAN. Mit dieser Beschränkung kann ich jedoch gut leben.

    Für devolo hat die Updatepolitik und Einfachheit der Administration der Geräte gesprochen. Wesentliche Unterschiede zu AVM gibt es nicht. Abgesehen davon neige ich zu einer "think global, act local" Handlungsweise.

    Das für mich überraschende war jetzt, das der WLAN-Durchsatz in meinem Heimnetz an dem zweiten Repeater 5400 gemessen (iPhone SE2, Safari, Google Speedtest) fast doppelt so hoch war, wie an einem FRITZ!Repeater 6000. Da habe ich erwartet, das das zweite 5 GHz Band der AVM Hardware für die interne Kommunikation im AVM Mesh das 5 GHz sowie 2,4 GHz für Nutzdaten deutlich entlastet. Devolo hat nur jeweils ein 5 GHz und 2,4 GHz Band für Nutzdaten und Meshdaten gemeinsam in Nutzung. Ob das Beamforming bei den Produkten aus Aachen hier seinen Vorteil ausspielt oder es andere Effekte sind, kann ich nicht beurteilen. Der Speedtest zeigt mir jedoch Up/Down Raten von mehr als der Hälfte der gebuchten 200/400 Gbps an. Durch eine Trockenbauwand getrennt vom an der 5530 angeschlossenen Repeater 5400 erhalte ich die gebuchte Bandbreite via WLAN. Letzteres war bei einem AVM FRITZ!Repeater 6000 nur mit direkter Sichtverbindung und Abstand von ca. 1,5 m möglich. Die Repeaterstandorte sind alle gleich geblieben! Insofern bin ich sehr zufrieden mit der Lösung von devolo.

    Die WiFi 6 Repeater 5400 sind kleiner und unauffâliger als die AVM Repeater 6000, das so als Info nebenbei. Warum allerdings devolo zu weißen Geräten schwarze Netzteile mit schwarzem Niederspannungskabel liefert, ist mir ein Rätsel. Es werden bei devolo Hohlstecker 5,5 x 2,1 mm verwendet, bei den AVM Repeatern 5,5 x 2,5 mm. Falls jemand Verlängerungen sucht, ist diese Angabe sicherlich hilfreich.

    Weder bei den AVM, noch bei den devolo Geräten gibt es einen Stromschalter. Benötigt man solche, ist man auf Zwischenschalter/Schnurschalter angewiesen. Die Maße der Hohlstecker sind weiter oben zu finden.

    Einmal editiert, zuletzt von HubeBube (22. Oktober 2023 um 21:50)

  • Wäre für Dich nicht eine TP-Link Omada Infrastruktur etwas oder Ubiquiti, wenn es nicht auf den Preis ankommen sollte? Also irgendein Software defined Network. Ich selbst nutze eine Fritz!Box 4060 hinter einem FTTH ONT mit 2 Fritz 3000AX als Lanbrücken. Funktioniert alles bestens aber ich suche auch immer wieder mal was zum spielen, auch wenn ich - im Gegensatz zu Dir - nicht viel Ahnung von Netzwerken habe. Bei mir hat die fehlende Telefoniefunktion bei all diesen Lösungen bisher dagegen gesprochen. Außerdem ist meine Infrastruktur eigentlich auch viel zu neu, um nur über etwas anderes nachzudenken.

    FTTH DG 1000/500 | FRITZ!Box 5590 Fiber | 2 mal FRITZ!Repeater 3000AX als Access Points

    Einmal editiert, zuletzt von arcade99 (22. Oktober 2023 um 15:44)

  • Bei Ubiquiti benötige ich eine zentrale Steuerungskomponente und gerade die möchte ich nicht haben. Die WLAN-Komponenten müssen sich selbst aus der WLAN-Hardware steuern können, autonom sein. Bei den Herstellern aus Asien habe ich ein ungutes Gefühl den langjährigen Support und Securityupdates der Hardwaremodelle betreffend. Und irgendwelche Cloud-Lösungen benötigen eben permanent Internetaccess. Ich möchte eine Umgebung, bei der ich ein wenig Gehirnschmalz für das Setup gerne hineinstecken, jedoch im laufenden Betrieb keine Pflege benötigt. Updates müssen no-brainer sein und notfalls offline geschehen können.

    Das ist natürlich alles meine persönliche Meinung und die Hardware ist für mich völlig ausreichend. In anderen Fällen mag auch anderes gelten. Auch ist das von mir beschriebene keine Wertung oder gar ein Referenzdesign, sondern eine individuelle Lösung, die meine Bedürfnisse gut erfüllt.

    Deine Lösung ist durchaus valide und eigentlich auf Seite des WLANs nur durch das TOP Repeatermodell von AVM im Durchsatz zu verbessern. Also bereits sehr gut designed.

    Die Gigaset GO Box 100 ist eine schöne SIP/VoIP Basisstation, die auch unabhängig von dem WLAN ist. Klar hat eine integrierte Lösung wie eine FB auch ihre Vorteile, das will ich gar nicht abstreiten. Allerdings sehe ich im Bereich der Festnetztelefonie auch einen schwindenden Markt.

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  • Nun werkeln an einem 1 Gbps LAN-Port der 5530 ein devolo WiFi 6 Repeater 5400. Da der Repeater keinen Multigigabit-Port besitzt, wollte ich den 2,5 Gbps Port der 5530 nicht hierfür verschwenden. Ein weiterer 5400 und ein Repeater 3000 sind darüber hinaus eingebunden.

    Ich habe vergessen Screenshots des DG Speedtests beizufügen, das hole ich nun nach. Um die absoluten Werte geht es an dieser Stelle gar nicht, sondern um die relativen.

    1. Messung: devolo WiFi 6 Repeater 5400 an einem 1Gbps LAN-Port der 5530 Fiber angeschlossen. Access Point Modus des devolo Devices aktiviert.

    2. Messung: Am zweiten devolo WiFi 6 Repeater 5400 gemessen, der via WLAN an dem devolo Access Point angebunden ist. Also eine "WLAN-Brücke" (so bezeichnet es AVM).

    Einmal editiert, zuletzt von HubeBube (27. Dezember 2023 um 13:10)