Guten Tag,
ich bitte euch um Hilfe bei der Vorbereitung des Glasfaser-Anschlusses bei einem Neubau (Einfamilienhaus).
Aktuell wird hier im Ort nur die Telekom-Kupfer-Leitung angeboten, jedoch befindet sich die Gemeinde in der Sammlung von Glasfaser-Interessenten. Bei uns verlegt voraussichtlich nicht die Telekom die Glasfaser, sondern Glasfaser Deutschland. Bei uns im Ort wird also Glasfaser in den kommenden Monaten ausgebaut, sodass Stand heute noch keine Glasfaseranbindung möglich ist, jedoch perspektivisch verfügbar wird.
Wir haben zusammengefasst folgende Rahmenbedingungen (mehr Details unten): Ich möchte Leerrohre im Kabelgraben bereitstellen, damit die Telekom-Kupfer-Leitung und die Glasfaser-Leitung später ohne erneute Erdarbeiten durch die Mehrspartenhauseinführung in der Bodenplatte vom Keller eingeführt werden können.
Habe ich es richtig recherchiert, was ich beachten muss? Der übliche Mehrspartenausgang für Telekommunikationsleitungen verfügt über ein biegesteifes Leerrohr DN 90 verfügt, bspw. mit 3, 6, 10 oder 15m Länge. Zur Verlängerung kann ein weiteres biegesteifes Leerrohr DN90 mit Verbindungsmuffe genutzt werden, oder ein flexibles Kabelschutzrohr DN 75 mit Verbindungsmuffe. Wenn der Bereich über dem Leerrohr überbaut wird, muss ein biegesteifes Leerrohr eingesetzt werden. Wenn der Bereich über dem Leerrohr nicht überbaut ist, wird eher ein flexibles/biegeweiches Leerrohr empfohlen.
Und in dieses biegesteife Leerrohr DN 90 (oder alternativ das biegeweiche Leerrohr DN 75) wird das "nackte" Telekom-Kupfer-Kabel (also kein zusätzliches Leerrohr) später (nach dem Rohbau) von der Telekom durchgeführt und für Glasfaser lege ich zusätzlich ein Leerrohr DN 24 oder in das größere Leerrohr DN 75/90, damit der Glasfaser-Anbieter (bspw. Glasfaser Deutschland) das "separate" Leerrohr bekommt, auf das er besteht?
Oder wie ist hier die Best Practice?
Was muss ich beim Leerrohr beachten? Das Leerrohr für Glasfaser muss innen glatt (statt geriffelt) sein, richtig? Muss ich zwingend ein druckluftsicheres Leerrohr verlegen oder kann es auch ein normales Leerrohr sein? Ich habe auch von SpeedNet/SpeedPipe Rohren gelesen. Wäre das auch für Glasfaser Deutschland geeignet? Brauche ich so ein ganz spezielles Leerrohr?
Gerne kann ich noch mehr Details zu unserem Bauvorhaben schildern, falls erforderlich:
Die nächstgelegene Stelle für Baustrom/Bauwasser ist zu weit entfernt, weshalb bei uns vor dem Rohbau bereits ein sogenannter vorgezogener Hausanschluss durchgeführt werden soll, d. h. Strom, Wasser, Kanal und Telekommunikation wird von einem ortsansässigen Tiefbauunternehmen bis zur Grundstücks grenze gelegt. Dort wird dann die Hausanschlusssäule für Baustrom aufgestellt. Nach der Rohbauphase wird dann dieser vorgezogene Hausanschluss bis ins Haus verlängert.
Eine Besonderheit ist, dass bei uns im Keller eine Boden-Mehrsparte eingesetzt wird, d. h. nicht in der Außenwand, sondern über die Bodenplatte des Kellers. Tatsächlich laufen die Leitungen hier auch mehrere Meter unter der Bodenplatte, das hat planungstechnische Gründe und ist unvermeidbar. Insofern muss hier alles von Anfang an sauber geplant werden, weil man nach dem Gießen der Bodenplatte schwer nochmal an die Mehrsparte rankommt. Die Mehrsparte wird direkt mit 10m Länge angeboten, jedoch fehlen dann trotzdem noch 1-2 Meter bis zur Grundstücksgrenze, sodass hier vermutlich Leerrohre angeschlossen werden müssen.
Der Tiefbauer für den vorgezogenen Hausanschluss arbeitet nur von der Straße bis zur Grundstücksgrenze. Ab dort möchte er die Verantwortung abgeben an den Tiefbauer, der auf dem Grundstück die Ausschachtung vornimmt und verfüllt.
Danke für Eure Hilfe!