[VATM] Telekom beantragt Erhöhung für die letzte Meile

  • Telekom beantragt Entgelderhöhung für letzte Meile

    Ich hatte vorher nie geguckt und wusste daher nicht, wie hoch die Preise eigentlich sind, die die anderen Anbieter zahlen müssen für die Nutzung der letzten Meile.

    Mein erster Gedanke war auch, dass es ziemlich hoch erscheint für diese Technologie.

    Einen weiteren Gedanken hatte ich, dass ich mal von der DG gehört habe (leider weiß ich nicht mehr wann und wo), dass man anderen Anbietern den marktüblichen Preis für die "letzte Meile" anbieten würde. Dann würde ich also auf die 7,05€ kommen?

    Die Frage, die ich jetzt bei meinen Vermutungen stelle, sind das die marktüblichen Preise auch für Glasfaser auf der "letzten Meile"? Wären nicht sonst, wie bei der Telekom, andere Anbieter nicht auch schon auf die DG angesprungen zum anmieten?

    Quelle: VATM.de

    Einmal editiert, zuletzt von Sakuwa (27. Januar 2022 um 09:56)

  • Sakuwa 27. Januar 2022 um 09:56

    Hat den Titel des Themas von „Telekom beantragt Erhöhung für die letzte Meile“ zu „[VATM] Telekom beantragt Erhöhung für die letzte Meile“ geändert.
  • Die Frage, die ich jetzt bei meinen Vermutungen stelle, sind das die marktüblichen Preise auch für Glasfaser auf der "letzten Meile"? Wären nicht sonst, wie bei der Telekom, andere Anbieter nicht auch schon auf die DG angesprungen zum anmieten?

    Die Glasfaserprovider werden nicht von der BNetzA reguliert, daher sind diese auch nicht an diese Vorgaben gebunden und können prinzipiell von den Unternehmen, die die Infrastruktur nutzen möchten verlangen was sie wollen. Dies ist auch mein Kritikpunkt an der Werbung mit der Begrifflichkeit "open access". Offen ja, aber durch das Pricing kann ich Mitbewerber draußen halten.

    Hier im Forum läuft ja gerade ein Thread über möglicherweise konkurrierenden Ausbau von OpenInfra und DNS:Net. Dem habe ich entnommen, das OpenInfra tatsächlich nur die Infrastruktur baut und dann Serviceprovidern zur Verfügung stellt. Das scheint auch nicht nur ein Generalunternehmen zu sein, sondern je nach Region andere. So geht es auch, wenn man will.

  • Im Wholesale Bereich gibt es unterschiedliche Vorleistungen. Die zitierte Miete gilt für die Leitung vom Kabelverzweiger bis zum Anschluss (TAL, Teilnehmer-Anschluss-Leitung). Ein anderer Provider muss die Verbindung bis zum besagten Kabelverzweiger selbst herstellen, um diese Vorleistung nutzen zu können. Die Telekom hat über 300000 Kabelverzweiger. Dazu kommt das technische Detail, dass für jeden Kabelverzweiger nur ein Provider Vectoring betreiben kann (weil zum Herausrechnen der Störungen die Signale auf allen Leitungen eines Bündels bekannt sein müssen). Nur ein winziger Bruchteil der Kabelverzweiger wurde von anderen Providern für Vectoring ausgebaut. Die weitaus meisten wurden der Telekom zugesprochen. Provider, die nicht den Zuschlag für den Vectoring-Betrieb des Verteilers bekommen haben, können an diesem Verteiler über die TAL-Miete keine VDSL-Anschlüsse anbieten. Deshalb ist die TAL-Miete kaum noch relevant. Die meisten Provider nutzen andere Vorleistungen, die einen größeren Teil der Verbindung beinhalten, aber auch wesentlich teurer sind. Die Telekom hat beispielsweise für den 250 Mbit/s VDSL-Anschluss per L2-BSA (Layer 2 Bitstream Access) ein monatliches Entgelt von 23,37€ beantragt. Dazu kommen weitere Kosten für die Übergabe der Datenströme zwischen den Providernetzen. Kurzgesagt: Die DG hat sicher sehr viel höhere Preisvorstellungen für ihre Glasfaservorleistungen als die regulierte Kupfer-TAL-Miete.

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