Aber mich würde trotzdem mal interessieren, woran das tatsächlich scheiterte?
Die können in den 1990ern doch nicht ernsthaft Millionen (Milliarden?) in den Ausbau der Netzwerk-Infrastruktur gepumpt haben, um das dann nachträglich alles wieder abzureißen oder zu überbauen?
OPAL und HYTAS waren denke ich letztlich sehr frühe Formen von "glasfaserbasierten" Zugangsnetzen für Privatkunden. Das war ja auch keine FTTH, sondern je nach Bauform FTTC und FTTB, und da gab es dann wohl auch diverse Untervarianten (je nach Baujahr und Hersteller).
In manchen Fällen hat die Telekom die FTTB-Bauform zwischenzeitlich für VDSL genutzt, z.B. in Dresden-Striesen. Als dort relativ bald dann auf FTTH ausgebaut wurde, musste die Telekom nochmal 400km Glasfaserkabel verlegen. Grund dürfte ein Mangel an vorhandenen Fasern gewesen sein, wie es ja auch im von Dir verlinkten Artikel als Problem genannt wird.
Die Bundespost bzw. Telekom waren Anfang der 90er mit ihren "glasfaserbasierten Netzen" für Privatkunden relativ früh dran. Deswegen war das ganze eben noch relativ unausgegoren nach heutigem Standpunkt. Ich kenne kein Land dass in den 80ern/90ern in signifikantem Umfang FTTH-Netze für Privatkunden gebaut hätte. Als eines der Pioniere gilt diesbezüglich eigentlich immer Japan. Und da ging es erst ab 2001/2002 so richtig los.
Problem in Deutschland war natürlich: hier gab es Anfang der 90er einen großen Bedarf an praktisch komplett neuen Netzen. Also hat man eben das gebaut was damals technisch als modern galt.