Wohnblock - NT neben HÜP im Gemeinschaftsraum, von da per LAN Kabel in die Wohnungen

  • Moin,

    wir haben eine Wohnung in einem Wohnblock und haben uns für Glasfaser angemeldet, können aber auch noch zurück treten.

    Beim Bau des Wohnblockes wurden leider keine Leerrohre vom Gemeinschaftsraum in die einzelnen Wohnungen gelegt, dafür aber LAN Kabel.

    Die Installationsfirma schlägt nun vor, die Netzwerk Termination der Wohnungen die einen Glasfaseranschluss haben wollen im Gemeinschaftsraum neben dem Hausübergabepunkt zu installieren und von dort dann mit dem vorhandenen LAN Kabel in die Wohnungen zu gehen wo dann der Router angeschlossen wird.

    Eine nachträgliche Verlegung von Glasfaserleitungen scheidet aufgrund zu hohen Aufwandes aus. Von den 6 Wohneinheiten wollen nur 2 einen Glasfaseranschluss und die anderen möchten keine baulichen Veränderungen am/im Gebäude.

    In allen Bildern/Skizzen die ich im Internet finde geht man vom Hausübergabepunkt per Glasfaserkabel in die einzelnen Wohnungen in welchen dann auch die Netzwerk Terminatoren sind. Das wird ja seinen Grund haben, dass es immer so beschrieben ist.

    Welche Nachteile habe ich, mit dem von der Installationsfirma beschriebenen Weg?

    Wird die Verbindung merkbar langsamer sein?

    Gibt es Sicherheitsrisiken - kann sich jemand der Zugang zum Gemeinschaftsraum hat "dazwischen" schalten?

    Irgend was anderes?

    Da die aktuelle Internetverbindung ausreicht und ich Glasfaser nur wollte um für die Zukunft gerüstet zu sein, überlege ich nun es abzusagen, wenn es zu viele Nachteile gibt.

    Würde mich über Eure Meinung sehr freuen.

    Gruß,

    Maik

  • Hallo Stoschi,

    im Fall eines meiner Glasfaser-Anschlüsse war ein ähnliches Setup erforderlich, weil man beim Bau des Gebäudes zu spät an den geplanten Glasfaser-Anschluss gedacht hat.

    Das Glasfaser-Kabel wird von draußen in den Hausanschlussraum eingeführt. Dort wurden die HÜPs (Hausübergabepunkte) platziert. Von diesen hat die Installationsfirma LWL-Kabel in die einzelnen Kellerabteile verlegt. In den Kellerabteilen wurden die ONTs (Abschlussgeräte) installiert. Die Wohnungen befinden sich im 1. bis 3. OG des Gebäudes und sind mit jeweils zwei CAT 7A-Kabeln (Stecker und Buchsen in CAT 6A) mit dem zugehörigen Kellerabteil bzw. dem ONT verbunden.

    Leider hast Du uns nicht verraten, welcher ISP Dich mit einem Glasfaser-Anschluss versorgen soll. In meinem Fall ist es Deutsche Glasfaser. Ob der ONT in der Wohnung oder im Keller platziert werden soll, war Deutsche Glasfaser bzw. der Installationsfirma völlig egal. Die einzige Voraussetzung war, dass sich der ONT nicht in einem Gemeinschaftsraum (wie bspw. dem Hausanschlussraum) befinden darf. Dies könnte in Deinem Fall zum Problem werden.

    Solange Deine CAT-Kabel (vom Keller in die Wohnungen) Gigabit-fähig sind (ab CAT 5e), ist die Tatsache, dass sich die ONTs nicht direkt in der Wohnungen befindet, eigentlich egal. Stand heute bieten die meisten Provider für Privatkunden maximal Gigabit-Anschlüsse an. Die meisten Anschlüsse liegen eher darunter. Mit besseren CAT-Kabel wärst Du sogar für die Zukunft gerüstet, da diese durchaus 10 GBit/s ermöglichen können.

    Schöne Grüße,

    Lars

    Einmal editiert, zuletzt von Alfy (8. Mai 2020 um 08:43)

  • Hallo Lars,

    dann ist es bei Dir ja fast wie bei mir, nur dass sich die ONTs auch im Hausanschlussraum befinden da wir keine eigenen Kellerräume haben.

    Ob das von unserem ISP (Schleswiger Stadtwerke) erlaubt wird, höre ich dann ja am Mittwoch.

    Gibt es eine Begründung, warum bei Euch die ONTs nicht im Gemeinschaftsraum sein durften?

    Die Kabel gucke ich mir dann noch mal an, welche CAT Klasse diese haben.

    Gruß,

    Maik

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    • Offizieller Beitrag

    Ein Hinweis, weil du im ersten Kommentar angegeben hast, dass die anderen keine baulichen Änderungen wollen: Es gibt einen Gesetzesentwurf, der Eigentümern von Wohnungen das Recht zu baulichen Veränderungen für FTTH-Anschlüsse geben soll, auch wenn andere dies nicht wollen:

    Eigentümer erhalten Anspruch auf Glasfaserleitung

    Falls es zu Verstimmungen wegen des Stromverbrauchs der ONTs kommen sollte: Der Stromverbrauch ist mit ca. 25kWh (~ 8€) im Jahr sehr gering. Kabelfernsehverstärker und Satellitenverteiler werden auch oft am Allgemeinstrom betrieben und brauchen mehr. Aber wenn es hart auf hart kommt, kann man die ONTs auch aus der Wohnung per "Power over Ethernet" (PoE) speisen. Dazu braucht man einen "Injektor" und einen "Splitter". Der Injektor speist den Strom in die Netzwerkleitung ein. Der Splitter koppelt ihn aus und wandelt ggf. die Spannung passend für das angeschlossene Gerät.

    Wenn Sorge besteht, dass sich im Anschlussraum jemand Zugang zu der Verbindung verschaffen könnte, was prinzipiell leicht möglich ist, dann kann man das Gerät in ein kleines abschließbares Wandgehäuse mit ausreichend Lüftungslöchern montieren. Der Netzbetreiber scheint in dieser Hinsicht aber nicht besorgt zu sein, wenn er selbst die Installation in einem gemeinschaftlich zugänglichen Raum vorschlägt.

  • Zu deiner Frage ob sich jemand dazwischen schalten kann, grundsätzlich ist das überall dort möglich wo das Ethernet Kabel zugänglich ist. Man kann das Kabel auftrennen, Konfektionieren und einen Switch dazwischen schalten würde vermutlich nicht mal auffallen wenn man das nachts machen würde. Die Frage ist ob jemand im Haus so viel kriminelle Energie aufbringt.

  • Aus meiner Sicht - und wohl auch aus der Sicht der Provider - ist das realistischere Risiko eher, dass sich jemand absichtlich oder unabsichtlich am Netzwerkabschlussgerät des Providers zu schaffen macht.

    Zum Anzapfen eines frei zugänglichen Netzwerkkabels gehört kriminelle Energie. Hingegen kommt es durchaus vor, dass ein Provider seinen Kunden bittet das Abschlussgerät neuzustarten. Wenn der Kunde dann im Hausanschlussraum mehrere Geräte vorfindet, kann es durchaus zu Verwechslungen kommen. Das Gleiche gilt natürlich auch für die (insb. von Deutsche Glasfaser) häufig gestellte Bitte, direkt am ONT den Anschluss zu messen / prüfen. Auch besteht das Risiko, dass die Eigentümer die Verkabelung an den Abschlussgeräten vertauschen, sodass die Anschlüsse nicht mehr den korrekten Wohnungen zugeordnet sind.

    All dies könnte - wie von alfalfa vorgeschlagen - verhindert werden, wenn jedes Abschlussgerät in einem eigenen abschließbaren Wandgehäuse platziert wird. Hier ein Beispiel (leider weiß ich nicht, ob es das Gehäuse mit verschied schließenden Schlössern gibt).

    Schöne Grüße,

    Lars

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