Pilotprojekt: Deutsche Glasfaser erlaubt die Netznutzung mit der Deutschen Telekom

  • Also ich finde es gut. Mir persönlich ist es relativ egal, wer welches Netz "besitzt". Wichtig ist, dass so ein Wettbewerb gegeben ist und ich somit die Wahl eines Anbieters habe. Ich hätte nichts dagegen, wenn es Nachahmer geben sollte.

  • Stichwort Open-Access: Aktuell Twittert der BreKo Verband darüber das die Gemeinde Güntersleben (Bayern) angeblich einen eigenwirtschaftlichen Ausbau durch die DG "verhindern" möchte, weil sie stattdessen lieber einen mit Steuergeldern geförderten Ausbau der Telekom bevorzugt.

    Unfassbar: Gemeinde in #Bayern verhindert eigenwirtschaftlichen #Glasfaserausbau, weil es angeblich ein Förderprogramm gebe, bei dem die Telekom das Netz errichtet. ⁦
    @Finanzen_Bayern: bitte tätig werden und die Verschwendung von Steuergeld stoppen.


    In dem verlinkten Artikel der Mainpost findet man dann (neben den üblichen Bedenken beim Tiefbauverfahren) wohl auch den Knackpunkt:

    Bei der Diskussion im Gemeinderat zeigte sich, dass die Räte bezweifelten, dass das Unternehmen Deutsche Glasfaser sein geplantes Netz ausreichend für die Konkurrenz öffne.


    Im Kontext zu der oben verlinkten Pressemitteilung der DG zum Lüdinghausener Pilotprojekt bei der Open-Access noch in höchsten tönen angepriesen wurde, fragt man sich durchaus was denn jetzt Sache ist: Ist die DG nun der böse quasi-Monopolist den man sich nicht ins Haus holen möchte da danach kein Anderer mehr Ausbauen möchte, oder ist die DG nun der Open-Access Heilsbringer und öffnet die PoPs zum Zeitpunkt X verbindlich auch für Mitbewerber?


    Und dann stellt sich ja noch die Frage was genau "diskriminierungsfreier Zugang" bedeutet. Am ende gehört das Netz immer noch dem gewinnorientierten Privatunternehmen der dann die TAL-Preise beliebig anheben und so die Konkurrenz wieder vertreiben kann?


    Kennt jemand ein Open-Access Glasfasernetz in Deutschland bei dem dem Kunden auch tatsächlich mehr als zwei Provider zur Auswahl stehen?

  • Die Telekom ist sehr bemüht, im FTTH Bereich keine Preisvorgaben für Vorleistungsprodukte zu bekommen. Wer also auf billige Resellerzugänge über Telekom-FTTH hofft, wird wahrscheinlich enttäuscht werden. Die Telekom-Tarife auf FTTH sind teurer und langsamer als die der Deutschen Glasfaser. Dazu kommt, dass die Telekom ihre Kunden als Verhandlungsmasse für das Peering einsetzt, was zu überlasteten Netzübergängen zwischen der Telekom und anderen Netz- und Hostingbetreibern führt.


    Im übrigen ist keineswegs klar, dass ein geförderter Ausbau durch die Telekom ausgeführt wird. Diese Maßnahmen werden ausgeschrieben. Die Deutsche Glasfaser bietet auf solche Projekte und bekommt sie auch. Es ist also durchaus möglich, dass ein privatwirtschaftlicher Ausbau durch einen geförderten Ausbau vom gleichen Unternehmen ersetzt wird, für den der Ort dann 10% der Fördersumme aufbringen muss.


    Mit vernünftigen Förderbedingungen wäre es natürlich ausgeschlossen, dass ein Ort, in dem ein FTTH-Projekt von der Politik oder den Bürgern nicht angenommen wird, dann einen geförderten FTTH-Ausbau bekommt. Da gibt es sicher Orte, die zuerst an die Reihe kommen sollten, bevor Orte eine offensichtlich noch ausreichende Versorgung auf Staatskosten ersetzen. Leider sind die Förderbedingungen so, dass das aber doch möglich ist. Die Förderung verhindert so Wettbewerb. Der ist aber, wie sich immer wieder herausstellt, das einzige Mittel, damit Firmen gute Leistung zu günstigen Preisen anbieten. Die schädliche Wirkung von übermäßiger und fehlgeleiteter Förderung wird noch zunehmen, wenn auch in VDSL-versorgten Gebieten gefördert werden kann, wie die Bundesregierung das will (Stichwort "graue Flecken"). Bereits die Ankündigung einer solchen Förderung wird viele Orte davon abhalten, sich den Zugang dazu mit einem Netzausbau in nächster Zeit zu verbauen.

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