Garage und Haus verbinden - LWL - Fragen zum Projekt

  • Hallo zusammen,


    Es geht bei meinem Projekt um einen EFH Neubau. Wir haben eine Garage direkt an der Straße und ein Haus was gut 50m nach hinten versetzt ist. Der Telekom APL, angebunden über das gute alte Kupfer, sitzt in der Garage.


    Nun würden ich gerne das native VDSL Modem (Draytek 165) in die Garage möglichst direkt neben den APL setzen, dann per Medienkonverter auf LWL umsetzen und per LWL, dann die 60m bis zum Netzwerkschrank in den dort sitzenden Switch (SFP Port vorhanden) im Technikraum überbrücken.

    Mir ist bewusst, dass man auch über ein normales CAT7 die beiden Gebäude verbinden könnte, aber ich möchte hier zum einen relativ Blitz sicher sein, dann soll es zukunftssicher sein (es könnte ja hier auch mal FTTH in der Garage ankommen) und natürlich ist es auch eine große Portion Spieltrieb für Erwachsene. :D Ein DN75 Leerrohr (Kabuflex) ist vorhanden und führt direkt in die Mehrsparte des Hauses.


    Nun bin ich noch ziemlicher Anfänger was LWL angeht. Ich hätte nun ein Multimode OM3 oder OM4 in vorkonfektionierter Form mit Einzughilfe mit 8 Fasern genommen. Hierzu hätte ich nun ein paar Fragen.


    1) Wo kann ein Privat Mann diese vorkonfektionierten LWL Kabel beziehen? (alle einschlägigen Shops sind B2B Shops, warum eigentlich?)

    2) Im Technikraum sind von der Mehrsparten Einführung bis zum Netzwerkschrank (Rack) gut 6m zu überwinden (quer durch den Raum). Würdet ihr das Verlegekabel direkt bis zum Schrank über ein weiteres Leehrohr führen oder direkt nach der Mehrsparte terminieren. Ich habe nur sehr wenig Platz an der Stelle (kleiner Technikraum ...). Also wenn ja mit was terminiert man das vorkonfektionierte Kabel am besten auf möglichst kleiner Fläche.

    3) Welche Stecker sind auf dem vorkonfektionierten Kabel zu empfehlen? Wenn ich es richtig gesehen habe, haben die meisten LC Stecker.

    4) Was gibt es sonst noch zu beachten?


    Ich würde mich sehr über eure Antworten freuen. Mir ist klar, dass ich noch blutiger Anfänger bin. Aber irgendwann fängt man ja immer an.


    Vielen Dank schon im voraus.


    Viele Grüße!

  • Ich würde das Kabel direkt bis zum Netzwerkschrank verlegen, wenn das Kabel sicher gegen Beschädigungen geschützt werden kann. Unnötige Steckverbindungen sind zusätzliche Fehlerquellen.


    Wenn das Kabel auch für FTTH genutzt werden soll, würde ich Single-Mode Fasern nehmen. Für die Umsetzung von Singlemode (FTTH) auf Multimode (auf dem Grundstück) ist immer aktive Technik nötig. Der ONT wäre also mit Multimode-Kabel auf jeden Fall in der Garage zu installieren. Danach käme ein Medienkonverter für die Umsetzung auf MM-Glasfaser und im Haus dann wieder eine Umsetzung zurück. Mit einem Singlemode Kabel könnte man den ONT direkt im Haus installieren und zwei aktive Geräte einsparen. Eine bessere Performance durch eine kürzere Leitung wie jetzt bei DSL hätte man durch den ONT in der Garage nicht.


    Eine Auswahl an Faserabschlussmöglichkeiten findet man hier:

    https://www.fs.com/de/c/fiber-termination-1334

  • Vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Aktuell gibt es hier kein FTTH, aber sicher macht es Sinn auch schon an die Zukunft zu denken. Ab Mitte des Jahres haben wir zumindest mal Super Vectoring (35b).


    Nun bleibt nur noch die Frage woher ich das Single Mode Kabel vorkonfektioniert bekomme. Hat hier jemand einen Tipp? Es gibt zwar wirklich viele Shops, aber alle sind B2B only.

  • Aber Single Mode vorkonfektioniert gibt es weder bei fs noch bei Conrad.


    Wieviel würde es denn kosten wenn man die Verbindungen in einem LWL Verteiler machen lässt und damit keine vorkonfektionierten Kabel benötigt? Wer macht das überhaupt? Ist sowas noch preislich interessant?

  • Der Haken ist die Dichtung der Mehrsparten Einführung und das habe ich jetzt erst gemerkt als ich provisorisch schon mal ein anderes Kabel in das Leerrohr zwischen Garage und Haus eingezogen habe. Durch das Dichtelement (Doyma Dichtung) muss ich das Kabelende fädeln und das ist mit den konfektionierten Kabeln und deren schon verbundenen Steckern unmöglich.


    Damit bleibt als einzige Möglichkeit ein Kabel ohne Stecker und an der Stelle weiß ich nun nicht, wie teuer das auflegen in einen Glasfaserverteiler ist von dem ich dann im Haus per konfektioniertem Kabel oder Patchkabel weiter gehen kann.


    Habt ihr eine Größenordnung mit wieviel man hier rechnen muss und wer so etwas überhaupt für den EFH Bereich anbietet?

  • Vielen Dank für den Hinweis auf das mechanische verbinden. Das werde ich mir dann auch noch ansehen.


    Das es fürs spleißen keine allgemeingültige Preisliste gibt war mir schon klar. Ich tue mir aber gerade schwer einen Dienstleister zu finden der für Privat arbeitet. Alle die ich bisher angeschrieben habe, arbeiten nur im B2B Bereich oder nicht in unserer Gegend.


    Ich suche weiter. Falls jemand einen Dienstleister im Bayerischen Wald oder drum herum, dann freue ich mich über eine kurze Rückmeldung.


    Mir würde diese Lösung am besten gefallen. Verlegekabel bis in den Netzwerkschrank und dort in einer 19 Zoll Spleißbox auf den Pigtail und von da dann per Patchkabel weiter. Das wäre sauber aufgeräumt und man könnte die Fasern welche noch nicht gebraucht werden einfach in der Spleißbox verstauen.

  • Ich würde die 4- oder 6-Faser Variante des ersten Kabels nehmen. Das andere Kabel macht mehr Arbeit beim Absetzen, und als Freiluftleitung soll es ja nicht verwendet werden. Wenn du nicht gerade ein kleines Rechenzentrum anschließen möchtest, sind 12 Fasern sicher Overkill.

  • Erstmal vielen Dank für die schnelle Hilfe.


    Also dann diese Variante


    https://www.fs.com/de/products/32917.html


    Gibt es Empfehlungen für den Faser Cutter und Faser Stripper? Beides benötige ich ja auch für die mechanischen Spleiße, wenn ich es richtig gesehen habe.


    Und ist außer dem Biegeradius irgendwas beim einziehen zu beachten? Kann hier mit einem normalen Fiberglas Aal eingezogen werden oder benötigt man irgendeine Art Zugentlastung am Kabelende?


    Und was mir noch einfällt zum Thema FTTH. Wieviel Fasern würde man an dieser Stelle benötigen um dann direkt weiter ins Haus gehen zu können und dort den ONT zu haben? ONT wäre ja dann das Pendant zum APL im klassischen Kupfer Netz. Da die Verlegekabel günstig sind und die Faseranzahl kaum einen Preis Unterschied macht, würde ich wenn dann gleich mehr Fasern vorsehen.


    Du hast natürlich Recht ein Rechenzentrum werde ich eher nicht betreiben.

  • Gibt es Empfehlungen für den Faser Cutter und Faser Stripper? Beides benötige ich ja auch für die mechanischen Spleiße, wenn ich es richtig gesehen habe.

    Es ist noch eine Zange zum Absetzen der Faser nötig, z.B.: https://www.fs.com/de/products/72812.html

    Außerdem muss man die Faser sauber brechen, z.B. mit diesem Gerät: https://www.fs.com/de/products/14341.html

    Zum Reinigen verwendet man Isopropanol und fusselfreie Einwegtücher.

    Die abgebrochenen Faserreste sollte man sorgfältig in einem Behälter sammeln. Das sind quasi unsichtbare feine Nadeln.

    Unter dem Namen fc-6s werden Werkzeugkits verkauft (aber nicht bei fs.com), die all das enthalten.


    Beim Einziehen des Kabels muss die maximale Zugfestigkeit beachtet werden. Die steht im Datenblatt.


    Für eine Verbindung, die einem Cat-Kabel in einem elektrischen Ethernet entspricht, braucht man ein oder zwei Fasern. Typische LAN-Standards verwenden zwei Fasern, eine für jede Richtung. Typische FTTH-Standards verwenden nur eine Faser, indem sie für die beiden Richtungen verschiedene Wellenlängen nutzen (bidirektional, "bidi"). Bidi-SFPs mit 1Gbit/s sind kaum teurer als solche für zwei Fasern. Ein Kabel mit 6 Fasern kann man also im Zweifelsfall wie 6 Cat-Kabel verwenden.


    Der Hausübergabepunkt (passiv) entspricht dem APL (passiv). Die Glasfasersteckdose im Haus entspräche der TAE1. Der ONT (aktiv) entspricht dem Modem (aktiv).

  • Vielen Dank für deine Ausführungen.


    Das Gerät zum brechen der Faser gibt es dann anscheinend in einer höherwertigen und einer nicht so hochwertigen Ausführung.


    Hersteller scheint beides mal der gleiche zu sein.


    Billig (Amazon 30€ im Set):

    http://www.broadstick.com/inde…uct=37&controller=product


    Teurer (die Version, welche FS verkauft für 100€):

    http://www.broadstick.com/inde…uct=40&controller=product


    Macht es für meinen Anwendungsfall einen merklichen Unterschied oder ist es egal? Ich muss jetzt nicht zwingend daran sparen. Mir geht es nur zu verstehen, wo die wirklichen Unterschiede liegen.

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