1&1-Störung nach Warntag-Alarm: Viele Nutzer plötzlich ohne Netz

  • Nach dem bundesweiten Warntag kam es bei 1&1 zu massiven Netzproblemen. Tausende Nutzer meldeten Ausfälle. Wie ist der aktuelle Stand?

    Daniel Schramm 11.09.2025, 14:59 Uhr

    Hannover. Kurz nach dem bundesweiten Warntag am Donnerstagvormittag meldeten zehntausende Nutzer massive Probleme bei 1&1. Ab 11 Uhr gingen auf Störungsportalen wie Alle Störungen Tausende Meldungen ein: Viele Kunden klagten über ein komplettes Ausfallen von Netz und Internet.

    Während die Warnmeldungen auf die Handys noch problemlos zugestellt wurden, brach kurz darauf bei vielen 1&1-Kunden die Verbindung ab. Telefonie, mobiles Internet und teilweise sogar Festnetz waren betroffen. Besonders auffällig: Die Störungen traten fast zeitgleich mit dem Sirenenalarm auf – ob es einen direkten Zusammenhang gibt, ist allerdings noch unklar.

    Wie ist der aktuelle Stand?

    Gegen Mittag erreichten die Störungsmeldungen zu 1&1 ihren Höhepunkt auf den entsprechenden Portalen. Auch 1&1 selbst verwies zeitweise auf eine größere Mobilfunkstörung. Seit dem frühen Nachmittag gehen die Hinweise auf Ausfälle jedoch wieder deutlich zurück. Auf den bekannten Störungsseiten zeigt sich inzwischen ein klarer Abwärtstrend, viele Kunden berichten von einer stabilisierten Verbindung.

    Ab wann traten die Störungen auf?

    Die ersten Meldungen über Probleme bei 1&1 tauchten bereits am frühen Donnerstagmorgen auf. Ab etwa 5 Uhr verzeichneten Störungsportale vereinzelte Hinweise, gegen 8.30 Uhr kam es zu einem ersten Anstieg. Richtig spürbar wurden die Probleme jedoch erst mit Beginn des bundesweiten Warntags um 11 Uhr. Kurz nachdem die Warnmeldungen über Cell Broadcast und Apps verschickt worden waren, schnellte die Zahl der Störungsmeldungen sprunghaft nach oben.

    Um 11.30 Uhr registrierte das Portal Alle Störungen fast 18.000 Meldungen. Nutzer berichteten von komplettem Netzausfall: Telefonate waren nicht mehr möglich, mobile Datenverbindungen brachen ab. Auch das Neustarten des Handys brachte in vielen Fällen keine Besserung. Erst gegen Mittag zeichnete sich eine leichte Entspannung ab, als die Zahl der Meldungen langsam wieder zurückging.

    Welche Regionen und Dienste sind betroffen?

    Nach Angaben von Nutzern betraf die Störung vor allem das Mobilfunknetz von 1&1. Telefonie und mobiles Internet funktionierten vielerorts nicht mehr. In einzelnen Fällen wurde auch von Ausfällen im Festnetz berichtet – Nutzer berichteten etwa von blinkenden Routern oder komplett fehlender Internetverbindung.

    Die Störungsmeldungen kamen aus nahezu allen Teilen Deutschlands. Besonders häufig wurden Probleme aus großen Städten und Ballungsräumen gemeldet – darunter Nordrhein-Westfalen, Berlin, Leipzig, München, Stuttgart, Frankfurt am Main, Bremen, Hannover und Hamburg. Damit schien die Störung nicht auf einzelne Regionen begrenzt zu sein, sondern bundesweit aufzutreten.

    Was sagt 1&1?

    Über die 1&1-Hotline war zunächst niemand erreichbar. Stattdessen informierte ein Anrufbeantworter über eine „größere Mobilfunkstörung“ und versicherte, dass sich das Unternehmen bereits um die Behebung des Problems kümmere (Quelle: Netzwelt).

    Am Nachmittag äußerte sich 1&1 auch offiziell gegenüber dem Fachportal teltarif:

    „Wie bei mehreren deutschen Mobilfunknetzbetreibern kam es auch bei 1&1 im Anschluss an die Probe­warnung im Rahmen des nationalen Warntages kurzzeitig für einen geringen Teil unserer Kunden zu Einschränkungen bei der Mobilfunknutzung. Die Entstörung erfolgte unverzüglich.“ (Quelle: teltarif.de).

    Das Unternehmen betonte, dass die zuverlässige Versorgung der Kundinnen und Kunden höchste Priorität habe und Störungen selbstverständlich schnellstmöglich behoben würden.

    Gibt es einen Zusammenhang mit dem Warntag?

    Der zeitliche Zusammenhang ist auffällig: Genau um 11 Uhr wurden in ganz Deutschland die Warnmeldungen im Rahmen des Warntags verschickt, kurz darauf schnellten die Störungsmeldungen bei 1&1 und anderen Anbietern in die Höhe.

    Ob die Probleme tatsächlich durch den Probealarm ausgelöst wurden, ist jedoch unklar. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) erklärte gegenüber t-online, dass es keinen direkten Zusammenhang zwischen dem Warntag und den Netzstörungen gebe.

    Fachportale weisen zudem darauf hin, dass die Ursachen für Mobilfunk- und Internetausfälle vielfältig sein können – etwa durch Wartungsarbeiten, technische Defekte in der Vermittlungstechnik oder Störungen in Vorleistungsnetzen.

    Tipps für Betroffene

    Während 1&1 die Störung inzwischen weitgehend behoben hat, klagten viele Nutzer in den Stunden nach dem Warntag über Verbindungsprobleme. Einige Maßnahmen können in solchen Fällen helfen:

    • Flugmodus aktivieren und wieder ausschalten: Dadurch wird die Verbindung zum Mobilfunknetz oft neu aufgebaut.
    • Smartphone neu starten: Ein einfacher Neustart kann kurzfristige Fehler beheben.
    • Von 5G auf LTE/4G wechseln: In einigen Fällen sorgt die Umstellung für stabilere Verbindungen.
    • SIM-Karte entnehmen und erneut einsetzen: Hilft, wenn das Gerät die Karte nicht richtig erkannt hat.
    • Netzwerkeinstellungen zurücksetzen: Achtung – dabei gehen gespeicherte WLAN-Passwörter verloren.
    • Bei Festnetzproblemen: Router für einige Minuten vom Strom trennen und Kabelverbindungen überprüfen.

    Kontaktmöglichkeiten zu 1&1

    Wer weiterhin von Problemen betroffen ist, kann sich direkt an den Kundenservice von 1&1 wenden. Die Hotline ist unter der Nummer 0721 9600 erreichbar. Während der Störung meldeten sich Anrufer allerdings lediglich auf einem Anrufbeantworter wieder, der auf eine größere Mobilfunkstörung hinwies (Quelle: Netzwelt).

    Alternativ können Kunden den Support über das Kontaktformular auf der 1&1-Website oder den offiziellen X-Account @1und1service erreichen. Dort informiert der Anbieter ebenfalls über aktuelle Einschränkungen und gibt Hinweise zum weiteren Vorgehen.

    2 Mal editiert, zuletzt von Phino (11. September 2025 um 15:59)

  • Die Mobilfunkstörung kann ich bestätigen, der Festnetz-Bezug ist aber totaler Quatsch.

    Wenn mir während des Alarms die DSL-Verbindung fliegen geht, kann man wohl kaum einem Provider die Schuld geben, der gar kein eigenes Zugangsnetz betreibt.

    Allestörungen zeigt für alle Provider auf dem Telekom-Zugangsnetz um die Zeit den gleichen Zacken.

  • Habe mir auf allestörungen.de mal die anderen Provider angesehen: Überall der Peak.

    Das war wohl eine ungeplante DDoS-Attacke; Menschen werden durch den Alarm zu ihren Handys gelockt und interagieren dann damit. Interessantes Phänomen.

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