DG - Leitung kaputt gebuddelt - Ein Erfahrungsbericht und die Kostenfrage

  • Als bei mir im Ort vor einigen Jahren Deutsche Glasfaser (bzw. das von denen beauftrage Tiefbauunternehmen) die Glasfaseranschlüsse gelegt hat, habe ich mich bereits gefragt wie oft da wohl jemand rauskommen muss, um kaputte Leitungen wieder zu reparieren, weil die Leitungen ja nicht sonderlich tief liegen.

    Nun ist es "endlich" mal in meinem Bekanntenkreis passiert (hat mich Wahnsinnig interessiert, wie die Prozeduren bei DG in so einem Fall sind).

    Aber der Reihe nach, was war passiert:

    Ein Freund hat seinen Garten etwas umgegraben und Zack, auf einmal war da in ca. 20cm Tiefe das orange Röhrchen mit den Fasern drin, einmal sauber mit dem Spaten durchgetrennt. Er hat mich sofort angerufen und um Rat gefragt, aber Speißen kann ich nicht :lol: . Würde ich da auch nicht machen. Ich habe meinen Freund schonmal auf das Schlimmste vorbereitet, ich hatte ja keine Erfahrungswerte wie lange das dauern und kosten wird.

    Also: Hotline angerufen, die Dame gehörte zu den kompetenteren, ist bei der DG-Hotline ja immer Glückssache :roll:. Sie hat den Schaden aufgnenommen, wollte direkt wissen wer es verursacht hat und wo (Privatgrund oder öffentlicher Grund). 48h später gab es eine Update-Mail, dass sich in den nächsten 48h jemand meldet.

    Tatsächlich war 2 Tage später - unabgekündigt - jemand da um die Lage zu erkundigen mit dem Ergebnis: Jo, da muss wohl der Tiefbau kommen und das wieder reparieren. Termin konnte man keinen vereinbaren, "es wird sich jemand Ankündigen, war die Aussage".

    3 Tage später (Heute) tat das beauftragte Tiefbau-Unternehmen dies auch... als sie vor der Tür standen und niemand öffnete. Mein Freund rief mich an, ich hatte zum Glück spontan Zeit, bin hingefahren und hab die Reparatur begleitet.

    Der beauftragte Tiefbauer war mit Ausnahme der nicht vorhandenen Terminplanung 1000-Mal kompetenter als das Unternehmen, welches die Anschlusslegung durchgeführt hat. Es war auch ein samt deutsches Unternehmen aus der Region, welches der Aussage einer der Techniker nach auch Anschlüsse für andere Provider wie der Telekom verlegt.

    Die Schadstelle lag ja immerhin frei und konnte mit zwei Muffen und einem Stück neuen Rohr schnell repariert werden. Beim Einblasen der neuen Faser, stoß diese jedoch auf einen Widerstand und da ging die große Suche los. Die Techniker mussten das Röhrchen freilegen, hatten dabei aber arge Schwierigkeiten, weil es nicht so verlief, wie es nach dem Plan eingezeichnet war. Insgesamt haben die beiden 2 Stunden damit verbracht den Garten aufzubuddeln, um den Leitungsweg zurückzuverfolgen...

    Die 2. Fehlerstelle wurde dann schließlich auch gefunden, eine Wühlmaus oder ein Maulwurf haben vermutlich das Rohr etwas angenagt (das Grundstück ist voll mit Wühlmausgängen. Am Loch wollte die neue Faser dann raus. Die alte Faser blieb an der Stelle bisher verschont, wäre mit den Jahren aber sicherlich trotzdem irgendwann zum Problem gewurden, da sie direkt mit Erde in Kontakt kam.

    Nachdem auch diese Stelle mit 2 Muffen und einem Stück neues Röhrchen repariert wurde, konnte die neue Faser gespleißt und in Betrieb genommen werden.

    Da die Techniker die Leitung letztlich nun doch weitesgehend freilegen mussten, konnte ich immerhin ein paar Bilder zur eignenen Dokumentation machen. Und es war ersichtlich, dass die Faser an keiner Stelle tiefer als 30cm lag, an einigen Stellen wie erwähnt aber auch nur 20cm. In Kombination mit fehlerhaften Verlegeplänen, ist es doch selbst für evtl. beauftragte Unternehmen wie Landschaftsbauer, Gärtner usw. sehr schwer dieses Kabel nicht zu treffen, wenn der Hauseigentümer selbst den Leitungsweg nicht dokumentiert hat.

    Die Techniker empfahlen gegen etwaige Regressansprüche seitens DG Einspruch zu erheben, falls die sich das trauen sollten. Für FTTH gäbe es zwar Sondergenehmigungen, aber 20-30cm seien trotzdem deutlich zu niedrig.

    Neben diesem hoffentlich informationen Erfahrungsbericht, erhoffe ich mir also auch um etwas Rat. Gibt es irgendwelche Gesetze oder BNetzA Vorgaben, wie tief FTTH auf Privatgrund mindestens verlegt werden muss? Konnte so direkt nichts dazu finden.

    Einmal editiert, zuletzt von dkweb (7. Juni 2022 um 17:27)

  • Gibt es irgendwelche Gesetze oder BNetzA Vorgaben, wie tief FTTH auf Privatgrund mindestens verlegt werden muss? Konnte so direkt nichts dazu finden.

    Es gibt die folgende Veröffentlichung:

    Verlegemethoden für den Gigabitausbau

    Breitbandausbau nach § 127 TKG

    Bundesministerium für Digitales und Verkehr

    Zitat

    Solange keine anerkannten Regeln der Technik für die Glasfaserverlegung in geringer Tiefe bestehen, können Wegebaulastträger nach § 127 Abs. 8 TKG abweichende Vorgaben zur Art und Weise der mindertiefen Glasfaserverlegung treffen, wenn dies aus Gründen der öffentlichen Sicherheit und Ordnung notwendig

    Diese bezieht sich jedoch auf die Verlegung im öffentlich Raum und nicht auf Privatgrund! Folgender Satz steht gleich am Anfang:

    Zitat

    Die Normung soll Ende 2022 abgeschlossen sein.

    An dieser könnte man sich orientieren, da gibt's es aber noch nichts belastbares.

    In der oben erwähnten Veröffentlich findet sich folgendes:

    Leistungsparameter der offenen Grabenbauweise

    Graben-/Schlitzbreite > 15 cm

    Graben-/Schlitztiefe > 30 cm

    Eingesetzes Werkzeug Bagger, Handschachtung mit Schaufel

    Wie weiter oben schon geschrieben, rechtlich belastbar ist das nicht. Es liefert lediglich Anhaltswerte.

    Einmal editiert, zuletzt von HubeBube (7. Juni 2022 um 18:13)

  • Danke für die Info. Hmmm, schwierige Sache denke ich.

    Das Kabel wurde an einer Stelle beschädigt, wo es laut ursprünglichen Plan garnicht hätte liegen sollen. Evtl. kann man damit argumentieren.

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  • Das die Planauskunft bei den netzausbauenden Providern manchmal durchaus um ein paar Meter daneben liegt, ist nichts neues. Dein Freund, von dem Du berichtest, hat auch vor dem Graben die kostenlose Planauskunft von DG angefordert?

  • Nein, er hat jedoch die Hausbegehung gemacht bei der vereinbart wurde, wo die Faser gelegt werden soll. Am tatsächlichen Verlegetag wer er jedoch nicht anwesend. Jedenfalls ist er, wie bei der Hausbegehung abgeklärt, davon ausgegangen, dass da wo er gebuddelt hat nichts liegt. Und vor allem nicht in der Tiefe. Ich hoffe, er hat das Blatt von der Hausbegehung noch. Irgendwas schriftliches wäre gut :D

  • HubeBube Recht herzlichen Dank für den Tipp mit der Planauskunft, ich habe einfach mal gestern Abend das Onlineformular ausgefüllt und heute morgen direkt die E-Mail mit dem (alten) Plan erhalten. Das geht ja wirklich überraschend einfach :D.

    Der Plan entspricht in etwa dem gekritzel auf dem Hausbegehungsprotokoll, welches inzwischen auch vorliegt. Ich denke, jetzt haben wir ganz gute Karten :)

    Einmal editiert, zuletzt von dkweb (8. Juni 2022 um 12:24)

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  • Hallo,

    ich habe ein ähnliches Problem. Letzte Woche wurden bei uns die Kabel bis zum Haus verlegt. Dabei wurde das Kabel nur wenige Zentimeter tief (ca. 5-10 cm) verlegt. Ich habe mich sehr gewundert aber nichts gesagt, da ich keine Ahnung habe. Später habe ich mir überlegt, dass ich jetzt ja garnicht mehr im Garten ordentlich umkraben oder etwas umgestalten kann. Daher auch meine Frage: Gibt es mittlerweile eine Mindesttiefe für Privatgrundstücke? Kann ich mich gegen die geringe Tiefe wehren? Könnte ich das Kabel selber tiefer legen? Noch sind einige Meter da, welche aus dem Boden kommen aber ich will auch nix falsch machen.....

    Freu mich über Beiträge! :)

    Nachtrag: Auf meine Beschwerde hin, war der Chef der Firma persönlich da und hat das Kabel 40cm tief gelegt. 30-40cm seien seine Vorgabe. Bei 20-30cm kam dann auch das "Warnband" mit "Achtung Glasfaser" zum Einsatz. Bin zufrieden!

    Einmal editiert, zuletzt von Mr.Banany (1. September 2022 um 20:02)

  • Nachtrag: Die Geschichte ist nun 3,5 Monate her und es ist keine Rechnung bisher von Deutsche Glasfaser für die Reparatur gekommen, na immerhin :).

    Für andere die mit dem selben Problem mal konfrontiert werden: Während der Reparatur die Tiefe des Kabels schön mit Zollstock und Bildern dokumentieren. Wird sicherlich auch der Tiefbautechniker von sich aus tun, aber selber Beweise zu haben schadet sicherlich nicht.