Beiträge von Funker

    Der groesste Fehler hier ist IMHO "mit privaten Infrastrukturinvestionen Geld verdienen"

    Aber das ist nicht das Thema dieses Threads, sondern "Telekom verdient nicht genug Geld mit Glasfaser". Also ein rein marktwirtschaftliches Problem.

    "Man werde an mehr Einfamilienhäusern Kabel verlegen, weil dort die Aufnahmerate höher sei" bezieht sich genau auf die suburbanen Speckgürtel, die gerade im Trend sind, denn auch die Kernstadt Berlin verliert nun Einwohner. Selbstverständlich rennt man nicht auf eigene Kosten mitten in die Pampa, denn man weiß schon, dass sich das wirtschaftlich keinesfalls lohnt.

    Das Unterhaltsame ist, dass das alles nichts Neues ist, sondern sich da einfach Trends aus den USA wiederholen.

    Am Ende kann man junge Leute nicht dazu zwingen, in strukturschwachen Regionen zu wohnen. Die Steuern und Sozialabgaben sind überall gleich hoch. Der Lebensstandard unterscheidet sich inzwischen aber schon recht deutlich. Die Differenz bei den Wohnkosten schlägt sich ohne Remote Work meistens auch noch in einer Lohnschere nieder und oben drauf kommen noch viel höhere Energiekosten.

    Den Trend zur (Sub-)Urbanisierung herrscht weltweit vor und ist ein wichtiger Punkt, wenn mit privaten Infrastrukturinvestionen Geld verdient werden soll.

    welche Entfernung (welcher Entfernungsbereich) zu einem urbanen Zentrum macht fuer Dich einen Speckguertel aus?

    Speckgürtel sind an ein urbanes Zentrum (üblicherweise eine Großstadt) angeschlossen. Früher oder später entsteht deshalb auch urbane Infrastruktur. Um Berlin herum wächst z. B. gerade alles, egal ob noch dörflich oder schon nicht (mehr). Genau das ist NICHT gemeint, wenn von künftigen "Geisterdörfern" die Rede ist. Diese Siedlungen sehen dann aber nach genug Zuzug und Bauaktivität auch nicht mehr dörflich aus.

    Im Moment ist ja noch so, dass man abseits der Autobahn von urbanen Zentrum A (m. Speckgürtel) zum urbanen Zentrum B (dito) durch Milchkanne C, D, E, F, G... mit Wohnbebauung auf dem platten Land fährt. Genau letztere werden in absehbarer Zeit einfach aussterben. Deshalb halte ich die Geschäftsidee, auch in diesen Orten noch Fördermittel irgendwo im Nirgendwo im Boden zu versenken, für wenig renditeträchtig. Da tut man besser daran, die überlastete Infrastruktur in den (vorgenannten) Gebieten zu ertüchtigen, die tatsächlich Zuzug aufweisen. Fördermittel braucht es dort meines Erachtens eher nicht.

    Ich selbst kenne genug Jüngere, die wieder auf Dorf ziehen, weil sie keine Lust mehr auf die Stadt haben, warum weshalb soll jeder selbst entscheiden und beurteilen.

    Aufs Dorf zieht niemand mehr. Das sagen nicht du oder ich, sondern das belegt die Statistik mit dem Binnenwanderungssaldo: Die Großstädte werden immer jünger und das schrumpfende Land immer älter. Am stärksten wachsen die Speckgürtel um die Großstädte, aber um die geht es ja gerade nicht. Dort wo noch die S-Bahn nach Berlin oder München reinfährt, ist kein doch Dorf! Das rennt man "urbanen Großraum" oder auch "Metropolitan Area".

    Denn nach der Definition würde ich ja auch auf dem "Dorf" wohnen: mit fünf Supermärkten, Drogerie, mehreren Apotheken und Ärztehäusern 3,6 GHz 5G obendrauf noch Vodafone Kabel und das ganze überbaut mit eigenwirtschaftlichen Glasfaserausbau durch die Telekom. Trete ich vor die Tür, stehe ich direkt auf der alten "Dorfstraße" mit ihren hübschen frisch saniertem Kopfsteinpflaster.

    Spoiler anzeigen

    Das "Dorf" ist schon vor über 50 Jahren in die Großstadt eingemeindet worden.

    Hier braucht sich auch niemand anstrengen, um mit Müh und Not die 40 %, 30 % oder 25 % Anschlussquote zu erreichen wie auf den Schlafdörfern 30 km weiter, wo der Altersschnitt 60+ ist und sich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen. Wer dort in Glasfaser investiert, wird sein Geld verlieren. Das ist aber nur schlimm für die künftigen Privatrentner, deren Geld dort nun umsonst im Boden vergraben liegt. Das ist das Topic dieses Fadens hier. Wer es wo wie gemütlich findet und dort bleiben will, ist für smarte Investoren eher unmaßgeblich.

    pufferueberlauf Du begründest gerade schlüssig, warum die Telekom kein Geld mit Glasfasertiefbau verdient (Fadenthema), was in Folge bedeutet, dass die anderen Glasfaserunternehmen wirtschaftlich sterben müssen. Damit bestätigst du mein Argument.

    (Latenz ist außer bei Mangelversorgung kein Thema mehr, der einzige Unterschied ist der zwischen 5G Standalone und 5G/4G-Mischbetrieb. 4G Standalone wird nur noch zum Stromsparen im Standby verwendet. Dein Smartphone ist offenbar uralt.)

    Ein technikunkundiger DSL 100 Kunde wird mit Glasfaser keine Vorteile sehen ( und vor allem fühlen)! Da können noch so viele "Ranger" rumlaufen! Bei uns in der Gegend schaffen die nur noch Umsatz mit absolut dreisten Lügenmärchen ...

    Vor allem wenn der neue Anschluss nur 150 Mbit statt 100 hat. Dann merkt man gar nichts, und dann ist sogar der Mobilfunk schneller.

    Solange die Telekom da nicht die Bremse rausmacht, wie in anderen Ländern üblich, "fühlt" man nur:

    Zitat

    Eigentlich könnte es jetzt schneller, darf aber nicht.

    Gleichzeitig zahlt man die höchsten Preise für DSL-Simulation.

    ADSL wurde ja noch mit dem technisch möglichen verkauft - aber da ging es auch noch nicht um irgendwelche Renten. Sonst hätte es anfangs nur 96 kbit gegeben. Das hätten wir dann seinerzeit auch liegen lassen. Über ISDN konnte man nämlich besser zocken.

    Mangelversorgten, die vielleicht 15-20% der Kundschaft ausmachen

    Mangelversorgung wurde noch nie gelöst, indem man zu jeder Milchkanne vier Glasfasern vergräbt. Da geht es um was anderes: Renditemodelle. Das Thema wird sich aber mit der absehbaren Entvölkerung ganzer Landstriche im Zuge der weltweit ablaufenden Urbanisierung von selbst erledigen. Außer für die Pensionsfonds, die jede Menge Speedpipes in künftigen Geisterdörfern vergraben haben - für die wird es nicht so schön...

    Vollkommen pervers dieser Preis.

    Eben.

    Hätte die Telekom anno 2000 ADSL mit 28/33/56 kbit angeboten und 128 kbit/s weiter pro Minute abgerechnet, hätte es auch keiner gekauft.

    hier im Dorf mussten wir ganz schön schubsen, damit die 40% der Haushalte zusammen kamen.

    Ich werde nie mehr im Leben aufs Dorf ziehen. Schön dass man dann Glasfaser hat, aber die ganze restliche Infrastruktur ist immer noch schlecht. Bekannte erleben das gerade mit ihren Eltern, die nun pflegebedürftig auf dem Dorf verhungern, weil die Augen nicht mehr mitspielen. Andere auch schon 85jährige versuchen dann bereits blind zum Einkaufen zu fahren und rammen mit dem 400PS-SUV im nächsten Ort den Polizeiwagen. Jüngere ziehen so schnell wie möglich weg, weil man eben nicht alles downloaden und liefern lassen kann.

    Die Pensionsfonds, die dort ihr Geld in Glasfaser versenkt haben, werden für immer auf ihren Baukosten sitzen bleiben.

    Bei unlimited Tarifen wird es beim Mobilfunk schnell teuer, waehrend das im Festnetz der Standard ist.

    Der "Unlimited"-Tarif der kostet bei der Telekom im Festnetz 80 €, was eben genau nicht der "Standard" ist. So teuer wird es im Mobilfunk eben nicht. Ich verstehe schon, dass du aufs (monatliche) Datenvolumen abzielst, das ist aber völlig irrelevant beim Vergleich der erzielbaren Downloadgeschwindigkeit.

    Wir erinnern uns: die Investoren haben langfristige Gewinnerwartungen, deutlich länger als zwei Legislaturperioden, deshalb sind viele Rentenfonds in das Segment Glasfaserausbau eingestiegen.

    Auch für Rentenfonds gibt es keine Garantien, dass sie aufs richtige Pferd gesetzt haben. Auch die dürfen mal Verluste einfahren, darüber ist jeder belehrt worden, der auf "Altersvorsorge" mit "Anlagerisiko" gesetzt hat.

    Wenn sich die Haushalte aufgrund steigender Kosten beharrlich weigern, gibt es halt keinen Glasfaser-Rentenbeitrag zusätzlich zum gesetzlichen.

    65€ vs 5€ im Mobilfunk.

    Die Latenz unterscheidet sich hier kaum noch, selbst mit 5G NSA. 65 € sind allerdings frech. Bei den 300-500 Mbit/s ist mein Endgerät das Limit, hier ginge bestimmt noch mehr.

    Ich würde mir wünschen, dass die Telekom den überflüssigen Traffic-Shaper mal weglässt, damit man das "Glasfaser-Festnetz" tatsächlich mal merkt. So ist es halt simuliertes "DSL150" und das kann mit 5G nicht ganz mithalten (vor allem nicht preislich). Allerdings wäre beim "Aufmachen" dann "Gigabit" schnell als Lüge entlarvt. Die Telekom muss alle anderen drosseln, damit der eine Haushalt im 80€-Tarif zumindest gefühlt schnell ist.

    Dass das dann 85 % der Nutzer nicht überzeugt, stellt jetzt keine Überraschung dar.

    Alle Mobiledevices mit LTE/5G Möglichkeit benutzen diese dann auch und eben nicht das heimische WLAN. Da gerade im ländlichen Bereich die Funkzellen größer zugeschnitten sind als in der Stadt, sind diese in windeseile überbucht und faktisch ist der Mobilfunk nicht mehr nutzbar.

    3,6 GHz 5G reicht nicht weit genug für "größeren Zuschnitt" und im Städtischen hat man immer deutlich mehr Nutzer auf der Zelle als aufm Dörp. Wir reden hier ja nicht über 700-MHz-Fake-5G.

    Den Datenverkehr, den mobile Endgeräte selbst fabrizieren, kann man prozentual vernachlässigen. Das Zahlenverhältnis hat pufferueberlauf ja schon genannt. (< 7 %).

    Und dass alle plötzlich einen 500€-Router für 5G kaufen - davon sehe ja sogar ich ab.

    Es verdichten sich Informationen, dass auch bei Deutsche Glasfaser die wirtschaftliche Lage deutlich schlechter ist, als bisher angenommen.

    Die Idee der private Pensionsfonds war, die Altersvorsorge in der Erde zu vergraben und die Rente von künftigen Glasfasernutzer zu kassieren.

    Ging am Ende wirtschaftlich nicht auf. Pech gehabt. Die gesetzliche Rentenversicherung spart sich den Umweg über den Tiefbau und legt den Rentenbeitrag direkt um.