Beiträge von Sowieso

    aber homes passed kostet etwa 50% von home activated, daher belaesst es die Telekom halt auch oft bei home passed um nicht noch weiter in Vorlage zu gehen ohne Aussicht auf Umsatz.

    Das ist der Vorwurf von VATM&Co, dass die Telekom bevorzugt nur Homes Passed ausbaut.

    Wobei das reale Verhalten der Telekom nicht wirklich dazu passt. 2022/2023 gab es bei der Telekom z.B. Anschlüsse während der Vorvermarktung auch dann kostenlos wenn man keinen Tarif buchte. Auch in EFH, auch bei eigenwirtschaftlichem Ausbau. Warum sollte die Telekom das machen wenn sie eigentlich nur Homes Passed ausbauen will?

    Seit Anfang 2024 gibt es bei der Telekom Anschlüsse mit Tarifbuchung kostenlos - auch wenn Vorvermarktung und Ausbau seit Jahren abgeschlossen sind. Warum sollte die Telekom das machen wenn sie angeblich auch damit zufrieden ist wenn sie mit Homes Passed das Handtuch geworfen hat?

    Wie du schon sagtest: die Telekom hat zwar weniger Druck dass die Kunden direkt wechseln, weil sie ja auch Geld verdient wenn die Kunden noch DSL nutzen. Aber letztlich will sie ihren Investoren ja auch zeigen dass die neuen Netze genutzt werden. Und es wird für die Telekom vermutlich auch günstiger und profitabler je mehr Kunden wechseln.

    Spannend finde ich dass 2024 die Telekom erstmals(?) die Wettbewerber beim Verhältnis "reale neue Anschlüsse" zu "Ausbau Homes Passed" deutlich übertroffen hat - zumindest nach den Zahlen des VATM selbst.

    Wenn ich in der Marktstudie auf Seite 22 den Zuwachs von Homes Passed mit dem Zuwachs an tatsächlich realisierten Anschlüssen (Homes Connected+Homes Activated) vergleiche, von Ende 2023 zu Ende 2024, dann hat die Telekom pro 100 neuen Homes Passed 38 reale neue Anschlüsse gebaut, die Wettbewerber 20.

    Das heißt in beiden Fällen natürlich nicht dass die realisierten neuen Anschlüsse nur in den neuen Homes Passed-Gebieten gebaut wurden. Aber für das Verhältnis des Aufwandes, den man in neue "Homes Passed"-Gebiete steckt zum Aufwand den man in reale Anschlüsse steckt ist das nicht relevant.

    Für die erwarteten Werte für 2025 nimmt man beim VATM an, dass man wieder etwas besser da stehen wird (33% vs 28% bei der Telekom), das liegt aber hauptsächlich daran dass sie prognostizieren dass der Homes Passed-Ausbau der Wettbewerber um 40% zurück geht. Mal sehen was am Ende heraus kommt.

    Anscheinend hat man über Förderung der weißen Flecken erst mal in den unterversorgten Gegenden angefangen - löblich!

    Wobei das nochmal unabhängig von der Kooperation der Stadtwerke mit der Telekom ist. Diese Ausschreibung für den geförderten Ausbau haben die Stadtwerke gewonnen. Die Adresspunkte die du auf der Karte hinter dem Link siehst tauchen deswegen auch nicht unter den Ausbaugebieten der Stadtwerke-Telekom-Kooperation auf.

    Dann fängt man vermutlich im Stadtkern an und geht dann über Gewerbegebiete und Mehrfamilienhaussiedlungen über bis in die ländlicheren Bereiche der Stadt.

    Laut der Karte der bisherigen Ausbaugebiete ist das nicht so systematisch. Das am weitesten ausserhalb liegende Gebiet in dem bereits ausgebaut wurde ist zum Beispiel Amelsbüren im Süden.

    Auch 5 Jahre können sich ziehen.

    Von der Verkündung des Projekts 2020 bis 2030 sind es sogar 10 Jahre. Aber ja, da bleibt natürlich Zeit für andere sich auch ein Stück vom Kuchen zu holen.

    Interessant zu hören, es wundert mich dass einzelne Ortsteile offenbar nicht von den Stadtwerken ausgebaut wurden/werden. Oder war die Nachfrage dort zu gering bzw. wollte die Telekom dort nicht? Zumindest habe ich mal gesehen dass dort dann MUENET eine Nachfragebündelung gestartet hat.

    Das Projekt läuft ja bis 2030. Bis dahin sollten laut der Pressemitteilungen 160.000 Haushalte ausgebaut werden. Das ist bei etwas mehr 300.000 Einwohnern ein ziemlich großer Anteil. Aber das läuft eben nicht überall gleichzeitig, sondern es kommen jedes Jahr neue Ausbaugebiete hinzu. Und niemand hindert andere Anbieter daran eigene Ausbauvorhaben durchzuführen, z.B. in Stadtviertel/Ortsteilen in denen Stadtwerke und Telekom bisher nicht tätig waren.

    Die theoretische Verfügbarkeit von XGS-PON mit 2Gbit/s ist dann am Ende doch kleiner in der Praxis als man sich das wünschen würde.

    Klar, ging jetzt erstmal vor allem um die Verfügbarkeit aus Sicht des Anbieters und die Frage, ob das vor allem Fördergebiete oder umgeförderte städtische Gebiete betrifft. Aufgrund der Problematik mit Eigentümern wird natürlich nicht jeder das buchen können an dessen Adresse das angeboten wird. Dazu kommt natürlich auch dass die 2Gbit/s-Tarife auch preislich nicht so angelegt sind dass sie ein Verkaufsschlager sein dürften.

    Die Abdeckungskarte wurde die letzten Tage übrigens wieder aktualisiert. Seitdem gibt es auch einige XGS-PON-Gebiete, zumindest in Regensburg.

    Die Kooperation ist doch nicht relevant, sondern die Buchbarkeit und diese ist noch sehr frisch?

    In der Pressemitteilung steht etwas von "erstes Halbjahr 2024" für die Buchbarkeit. Z.B. ist in dieser Pressemitteilung von Mai 2024 über Ausbaugebiete in Osnabrück schon davon die Rede dass Tarife auch direkt bei 1&1 gebucht werden können.

    Ebenso diese Pressemitteilung von Juni 2024:

    Als ein weiterer flächendeckender Anbieter vermarktet auch die 1&1 ab sofort auf dem Netz der Glasfaser Nordwest.

    Der Breitbandatlas hat derzeit einen Datenstand von Dezember 2024, daher ist es kein Wunder, dass Ergebnisse solch frischer Kooperationen dort nicht auftauchen.

    Die Kooperation von 1&1 mit Glasfaser Nordwest ist von Januar 2024. Der Datenstand sollte also nicht der Grund sein.

    Aber ansonsten hast du Recht: die Daten im Breitbandatlas ist inkonsistent was die Angaben betrifft bezüglich Anbieter die Vorleistungen einkaufen.

    Na ja bei ADSL hat es das ja auch gegeben - 1&1, Vodafone, o2 haben "Fernanschaltungsgebühr" bzw. "Regio-Zuschlag" verlangt, wenn man den teuren Telekom-BSA anstelle die Nutzung eines eigenen PoP kaufen musste. Das wurde dann immer weniger, weil man dem Kunden die 5,- € mtl. ersparen wollte.

    Wobei zumindest Telefonica davon ab 2014 wieder abgerückt ist:

    "Im Zuge einer strategischen Kooperation mit der Deutschen Telekom stellt Telefónica Deutschland bereits seit 2014 die Festnetz-Anschlüsse seiner DSL-Kunden schrittweise auf die Highspeed-Infrastruktur der Deutschen Telekom um. Im Zuge dieser Umstellung werden sukzessive die Telefónica-eigenen Hauptverteiler zurückgebaut."

    Das lag natürlich auch am zunehmenden FTTC-Ausbau, so dass Kunden ausserhalb der Nahbereichen ADSL auf VDSL gewechselt sind, was Telefonica in diesen Gebieten sowieso nur per Bitstrom anbieten konnte. Innerhalb der Nahbereiche konnte Telefonica zwar noch VDSL anbieten (Vectoring war aus dem Grund dort ja auch nicht gestattet). Aber das schien auch nicht wichtig genug dass sich das gelohnt hat relativ zum Bitstrom-Angebot der Telekom.

    Korrekt aber nicht wie Open-Access auszusehen hat. Und da BitStrom auch Open-Access ist....
    Es braucht bessere Begrifflichkeiten z.b. Open-Access Aktiv und Open-Access Passiv.

    Ich finde die Begrifflichkeit in der entsprechenden Rahmenregelung relativ eindeutig:

    "Der ausgewählte Bieter muss im Rahmen des Ausschreibungsverfahrens verpflichtet werden, im geförderten Netz einen offenen und diskriminierungsfreien Zugang zu den errichteten Infrastrukturen zu gewährleisten, insbesondere Zugang zur unbeschalteten Glasfaser und zu Infrastruktur wie Straßenverteilerkästen, Pfählen, Masten, Türmen und Leerrohren bereitstellen sowie Bitstromzugang und vollständig physisch entbündelten Zugang zur Teilnehmeranschlussleitung ermöglichen."

    (§8 Absatz1)

    Gemäß Absatz 2 kann die Verpflichtung für Bitstromzugang zeitlich befristet werden (mindestens 10 Jahre), der Zugang zu passiver Infrastruktur gilt aber unbegrenzt. Gemäß Absatz 4 legt der Bund auch die maximalen Preise fest. Die findet man hier.

    was mich auch wundert die umliegenden Gebiete sind mit nem anderem Fiber-Anbieter erschlossen als die Kernorte

    Ja, das ist geförderter Ausbau. Südlich von Hannover z.B. durch den Landkreis Hildesheim. Adressen die nach den damals aktuellen Mindestwerten als unterversorgt galten und für die sich kein Anbieter zu einer Ausbauzusage auf eigene Kosten hinreißen lies, wurden vom Landkreis Hildesheim ausgeschrieben. Die Telekom hat letztlich den Zuschlag für den Ausbau dieser Adressen bekommen.

    Die Adressen kannst du auch im Breitbandatlas sehen. Oben links "Öffentliche Förderung" auswählen und reinzoomen/nach "Hildesheim" suchen. Wenn du auf eine der grünen Flächen klickst siehst du alle Adressen die ausgeschrieben wurden. In Hildesheim und anderen größeren Orten selbst scheint das vor allem Bildungseinrichtungen wie Schulen zu betreffen, für die galten höhere Anforderungen. Und eben ländliche Adressen

    Lass es mich anders formulieren, buchen kannst die den 2000er laut Aussage der Telekom in gefoerdert ausgebauten Gebieten und in zwei zusaetzlichen Pilotgebieten (eines davon Berlin).

    Das ist halt auch schon wieder 8 Monate her.

    Ich hatte ja die Karte verlinkt. Gehe da auf "Festnetz" und deaktiviere alles bis auf "2000 Mbit/s". Dann hast du die XGS-PON-Gebiete. Dann schau dir Berlin an, schau dir Hamburg an, schau dir den Großraum Köln/Bonn an. Gibt noch ein paar weitere kleine eher städtische Gebiete (in Stuttgart und Grünwald bei München). Und das dürfte alles eigenwirtschaftlicher Ausbau sein.

    Im Vergleich dazu dürften die geförderten Gebiete deutlich weniger Haushalte umfassen. Die sind ja auch auf der Karte zu erahnen (z.B. in Franken/Nordbayern, oder südlich von Hannover). Bei Reinzoomen ergeben sich da meist doch recht kleine Gebiete mit wenigen Haushalten.

    Also die Telekom setzt XGSPON OLTs primaer in gefoerderten Gebieten ein.

    Bezogen auf die Anzahl der Haushalte glaube ich das nicht. Die vor allem in Städten wie Berlin, Hamburg, Köln/Bonn eigenwirtschaftlich gebauten XGS-PON Gebiete (siehe Karte) beinhalten sicherlich deutlich mehr Haushalte als die versprengten XGS-PON Gebiete in Fördergebieten.

    IMHO duerfte da eine Umstellung irgendwann im Rahmen des normalen Hardwareaustauschs kommen, also wenn der GPON OLT am Ende ist und dann XGS oder Combo OLT nicht oder nur wenig teurer sind als ein neuer reiner GPON OLT.

    Mit Adtran hatte die Telekom z.B. bereits vor über 5 Jahren einen Vertrag über GPON+XGS-PON-fähige OLTs geschlossen. Ich würde vermuten dass ein großer Teil der in den letzten Jahren verbauten OLTs grundsätzlich XGS-PON unterstützt.

    Wenn ich es entscheiden könnte, würde ich auch immer PtP und AON bevorzugen. Aber der Staat hat sich für ein anderes Modell entschieden und damit hat es damit dem Markt überlassen.

    Zumindest was PON angeht ist das nicht nur in Deutschland die präferierte Lösung. Laut FTTH Council Europe lag der Anteil von PON im September 2023 (in Europa, nehme ich an) bei 60%, mit steigender Tendenz (erwartet >80% bis 2029) (Seite 13)

    Mag sein, aber so etwas darf IMHO nicht zu einer ausnutzbaren Luecke in der Regulierung fuehren... wegen ihrer Marktmacht faellt die Tekekom bei DSL unter die ex-ante Regulierung und auch be FTTH Ist sie verpflichtet worden ein "freiwilliges" Stabnard-Angebot zu machen. Ich sehe Null Justifikation warum das fuer G.fast nicht gelten sollte.

    Im Standardangebot der Telekom geht es neben FTTH auch um "FTTB CuDa". Das ist also enthalten.

    Wobei 1&1 und Co. ihre Vorleistungen ja sowieso nicht nach den regulierten Bedingungen beziehen (weder bei DSL noch bei FTTH, bei welchem das Standardangebot zumindest bis vor kurzem noch nicht von der BNetzA "verabschiedet" wurde). Stattdessen haben die ja langfristige Vorleistungsverträge mit - ich glaube - 10 Jahren Laufzeit, die zuletzt Anfang 2022 erneuert wurden und seit dem auch FTTH enthalten. Würde mich wundern wenn sich die Telekom da gegen Vorleistungen über g.fast sperrt, wenn sie nicht sowieso schon enthalten sind.

    Ich denke dass die mangelnde Verfügbarkeit tatsächlich eher daran liegt dass G.fast noch eine exotische Sonderlocke ist, für die auch bei Resellern nochmal etwas Aufwand für die Integration in die Prozesse notwendig wäre.

    EDIT: Mist, ein paar Minuten zu spät... ;)

    Sicherlich hätte man eine vertretbar komplizierte Methode entwickeln können (ging ja auch bei VDSL), doch dafür gab es wohl zu wenig OPAL-Netze. Stattdessen hat man schleppend wieder mit Kupfer überbaut.

    Teilweise auch mit FTTH. Dresden Striesen z.B. war ein Gebiet in denen in den 90ern OPAL ausgebaut wurde und Glasfaser bis in die Häuser lag. Das hat man ab 2009 erstmal für FTTB+VDSL verwendet. Aber für den FTTH-Ausbau wurde dann ab 2013 nochmal ein zweistelliger Millionenbetrag investiert und 400km neue Glasfaserkabel verlegt. Vermutlich aufgrund des Fasermangels der in diesem Artikel genannt wurde.

    Was Phino geschrieben hat, gilt möglicherweise für Westdeutschland. In Ostdeutschland war leider die gleiche Situation wie in den baltischen Ländern. Ein konsequenter Glasfaserausbau hätte beginnen können. Das wurde auch kurzzeitig angedacht.

    Gerade in den neuen Bundesländern wurden in den 90er Jahren auch "glasfaserbasierte" Netze gebaut. Für damalige Verhältnisse sehr modern, aber eben nicht zukunftsfähig.

    FTTB/H-Netze im heutigen Sinn wurden meines Wissens weltweit erst ab etwa 2000 gebaut.

    Die OECD schrieb z.B. 2002 (Seite 20 )

    "In addition to the foregoing, the use of fibre is once again being considered as a possible technology for the ‘local loop’ connection to homes. One reason for this is that technological developments are bringing down the cost of deploying this technology but also because new entrants are focusing on providing services to apartment buildings rather than individual dwellings.

    [...]Some incumbents also have plans for using ‘fibre to the home’, most notably NTT, but it is likely to be several years before the service is widely available."

    FTTx wurde als wieder in Betracht gezogen, insbesondere aufgrund der niedrigen Kosten für die Technik. Und NTT in Japan wurde speziell genannt als Anbieter, der FTTH ausrollen will. Japan war meines Wissens auch das erste Land wo dann in signifikantem Umfang FTTH-Anschlüsse gebaut wurden.

    Das war einfach dumm. Ich habe dafür kein Verständnis. Zumal Bundeskanzler Schmidt bereits Glasfaser bauen wollte, das bei Kohl leider nicht weiter verfolgt wurde.

    Es wird dabei immer gerne übersehen dass es durchaus andauernd Pläne gab. Da gab es ja auch ein starkes wirtschaftliches Interesse.

    Ich halte es für eine Fehleinschätzung dass der Bau von Glasfasernetzen (in der Art die man sich heute darunter vorstellt) in den 80ern einfach eine Frage einer politischen Entscheidung war. Der Beschluss von 1981 war eher ein Grundsatzbeschluss, auch als erhoffter Schlussstrich unter die damals laufende Diskussion ob man ein TV-Kabelnetz bauen sollte oder nicht. Die technischen Details musste man sich damals erst erarbeiten (z.B. über das Projekt BIGFON). Und in den 90ern hat man eben das gebaut was man für den aktuellen Stand der Technik hielt (und wirtschaftlich umsetzbar).

    Pläne von aus den 1980ern sagen in erster Linie erstmal aus wie man sich damals die Zukunft vorstellte/erhoffte. Die sind aber erstmal kein Beleg dafür dass diese Pläne realistisch waren, insbesondere wenn die technischen Details fehlen. Und wenn man sieht dass es dann weltweit gut 20 Jahre gedauert hat bis wirklich etwas daraus geworden ist (zumindest das was wir uns heute unter "Glasfasernetzen" vorstellen), dann ist eben auch erheblicher Zweifel angebracht dass das nur an mangelndem politischem Interesse weltweit lag.