Einige sind hier im Forum mit FTTH-Anschlüssen unterwegs, die zum ersten Hop im Provider-Netz anscheinend RTTs von deutlich unter 10ms, teilweise so 4-5ms haben. Bei mir sind es nie weniger als 12ms (direkt auf dem Router gemessen bzw. auch aus Interesse einmal mit direkt mit dem ONT verbundenen PC und pppoe-client).
Das hängt vielerorts von den Standorten der PoPs und der nächsten Netzebene ab. Größere Provider mit vielen Aggregations- und Übergabestandorten wie die DTAG oder o2 sind hier natürlich im Vorteil.
Noch dazu sieht man Vieles nicht in normalen Traces, siehe:
Ein MPLS aware traceroute
aber ich habe mich gefragt, wie eigentlich die Provider ihre Netze organisieren und wie das ganze technisch umgesetzt ist. Also wird z.B. direkt im PoP aggregiert bzw. wie oft und wo werden die unterschiedlichen Datenströme aggregiert, bis das Signal an irgendeinem Peering Point übergeben wird, wo steht eigentlich so ein Backbone-Router des Providers (bis dort wird ja wahrscheinlich auf Layer 2 geswitcht), was sind so übliche Anbindungen für einen PoP (10G? 40G?) usw.
Im "Normfall" (und bei uns, also z.B. E.ON Highspeed) und aktuell (befindet sich im Wandel, Stichwort VOLTHA/vOLT): ONT -- ("U-Schnittstelle") -- OLT -- Aggregation (meist im selben PoP wie der OLT) in Form eines Metro Ethernet Knotens mit hoher Reichweite (200 km+, oft fälschlicherweise auch "MPLS-Knoten" genannt, obwohl der gar kein Label Switching betreibt) -- BNG (Carrier High-End Router mit spezieller Software/Subscription) -- ("A10-NSP oder NNI-Schnittstelle") -- Andere Carrier (via L2BSA als 802.1ad/QinQ Traffic) oder das eigene Backbone-Netz, wobei hier auch weitere Metro Ethernet Knoten bis zum eigentlichen Backbone-Router dazwischen geschaltet sein können. MEF Verbindungen bewegen sich auf Layer1/2, meist als E-Line oder E-Tree geschaltet.
Also ja, es kann schon direkt im PoP aggregiert werden.
Backbone-Router sind normal größere Chassis-Systeme mit entsprechenden Anforderungen an Stromversorgung und Klimatisierung, weshalb die idr. auch in Rechenzentrumsähnlichen Gebäuden zu finden sind. Der BNG kann dabei entweder auch an so einem zentralen Standort stehen, oder aber vorgelagert sein, ist jedoch idr. nicht im lokalen PoP anzutreffen.
Übliche Anbindungen von OLTs sind n*10G, seltener n*40G oder n*100G. Die Kosten für viele 40/100G-Ports an einem BNG sind ungleich höher als die von 10G Ports.
Darüber habe ich nirgends im Netz was gefunden, vielleicht ist das auch zu viel Insider-Wissen. Aber irgendeine Form von best practice wird es vielleicht doch geben?
Über Metro Ethernet kennen sich auch nur wenige Leute wirklich aus, weil es eben nur einen eingeschränkten Einsatzbereich dafür gibt.
Und irgendwoher muss der Unterschied zwischen 4ms und 12ms ja auch kommen.
Das wurde ja hier schon von frank_m dargelegt, das man erstmal richtig messen muss, also die echte Ende-zu-Ende Latenz zum gewünschten Ziel, am Besten als UDP/TCP-Datenstrom.