In die von pufferueberlauf gehauene Kerbe hacke ich nun auch mal.
Aus dem obigen heise Artikel:
ZitatGleichzeitig wächst die Unzufriedenheit: In schlechter abschneidenden Märkten wie Deutschland äußern Kunden eine höhere Wechselbereitschaft und fordern häufiger bessere Servicequalität sowie stabilere Netze als in den Top-Nationen.
Aha, eine Steigerung der Kundenzufriedenheit (sprich: operative Exzellenz) ist in D angeraten. Nun, wie war das im Glasfaserausbau, es herrscht freier Wettbewerb, die Marktmächte können mit einer "Regulierung light" sich frei entfalten [2021;https://www.heise.de/news/Letzte-Me…er-6215570.html]. 4 Jahre später kamen die TK Unternehmen auf der Anga Com zu einem etwas anderen Ergebnis: Regulierung bloß nicht abbauen![2025;https://www.heise.de/news/Glasfaser…g-10424425.html].
Es gibt eine Studie mit dem Titel "Die Wettbewerbsdynamik bei Funkturm- und Glasfaserinfrastrukturunternehmen" von WIK-Consult im Auftrag der BEREC aus dem Jahr 2023, die Kurzfassung ist hier zu erhalten: https://www.wik.org/veroeffentlich…kturunternehmen
Ich zitiere einmal aus dieser Kurzfassung:
ZitatDie Auswirkungen auf Investitionen durch FibreCos hängen stark davon ab, welche Rolle sie im Markt spielen und wie die Eigentümerstruktur ausgestaltet ist. Während investorengetriebene FibreCos oft ein Katalysator für den Glasfaserausbau sind, kann das Engagement von Incumbents in FibreCos (insbesondere durch Joint Ventures mit einem Investor oder Joint Ventures mit anderen Anbietern mit hohen Marktanteilen) die aggregierten Investitionen in den entsprechenden Regionen reduzieren.
Das sehen wir ja gerade im konkreten Fall bei Deutsche Glasfaser [2025;https://www.boersen-zeitung.de/unternehmen-br…achrang-stellen]
Eine Binsenweisheit aus der Studie ist dies:
ZitatNeben überhöhten Zugangspreisen kann sich auch wettbewerblich negativ auswirken, wenn ausschließlich aktive Wholesale-Zugänge angeboten werden. Dies ist bei eigenwirtschaftlichen Netzausbauten zumeist der Fall.
Ja, das kennen wir alle in den Netzen von Deutsche GigaNetz, Deutsche Glasfaser, UGG, DNS:Net,.. war es doch zunächst einmal so, dass keine Mitbewerver über das Glasfasernetz buchbar waren. Angesichts der engen Kapitaldecke der Unternehmen bricht dies glücklicherweise aktuell auf. Über Jahre hinweg war jedoch die Konkurrenz im eigenen Netz unerwünscht.
Und nun das letzte Zitat:
ZitatIn Gebieten, in denen Infrastrukturwettbewerb ökonomisch möglich ist, kann das Engagement in Joint Ventures durch den Incumbent (oder mehrere andere größere Anbieter) das erreichbare Marktpotential für Wettbewerber so stark reduzieren, dass sich kein Infrastrukturwettbewerb entwickelt.
Und da lasse ich die Axt im Stamm stecken.