Hallo zusammen,
gerne beschreibe ich hier meine Erfahrungen mit einem zweiten DG 1000/500 Anschluss am Gf-TA und einer eigenen Fritzbox 5690 Pro samt dem mitgelieferten SFP-Modul.
Letzte Woche war der zweite Techniker da und hat ein zweites, neueres ONT angebracht und dieses am Gf-TA in der zweiten Buchse. Ich will aber wegen dem Ping und der allgemein besseren Leistung die Direktverbindung vom Gf-TA zur Fritzbox 5690 Pro.
Folgende Vorteile gibt es im Betrieb mit dem SFP-Modul:
01. Strom einsparen durch Wegfall ONT
02. Mehr Leistung, besserer Ping, weniger Jitter. Insgesamt schwierig zu messen aber es ist so. Die höhere Leistung kommt durch die direkte Umwandlung im SFP-Modul des Lichts. Es wird die weitere LAN-Verbindung vom ONT zur Fritzbox-WAN eingespart.
Der Weg über den ONT am WAN ist einfach überflüssig. Es kommt vom Gf-TA zum ONT, dort dann per RJ-45 in den Ethernet-Switch, an dem die anderen LAN-Buchsen hängen und dieser Switch muss dann geteilt mit den anderen LAN-Buchsen über die Backplane zum Prozessor. Per Modem-Verbindung und das ist die SFP-Buchse hat man einen Direktdraht zum Prozessor und spart sich das lästige Umwandeln in RJ-45 und Dauerswitching mit den LAN-Buchsen über die Backplane.
03. Die WAN-Buchse praktisch aller Fritzboxen sind geteilt (shared) mit den LAN-Buchsen. Wird das WAN voll ausgeschöpft, bspw. die 1G voll im Download, dann bleiben nur noch wenige Mbit übrig für das LAN. Mit der SFP-Anbindung kann das volle GF genutzt werden und gleichzeitig das volle LAN. Mit DSL geht das auch. SFP plus LAN, DSL plus LAN sind getrennt. WAN und LAN sind geteilt.
04. Die WAN-Buchse ist die einzige 2,5G-Buchse. Jetzt da die frei wird, kann man dort, wie bei DSL, einen 2,5G-Switch anschließen und das ganze Netzwerk zu 2,5G wechseln. Man kann es auch weiterhin als weitere 1G-LAN-Buchse benutzen
Als Nachteile gibt es praktisch nur den erweiterten, einmaligen Einrichtungsaufwand. Sowohl auf der Fritzbox in der Aktivierung als auch im Haus/Wohnung bei der Verlegung der LC/APC-Panzerkabel. Die alten Telefon/LAN-Kabel gehen raus und neue LC/APC-Panzerkabel kommen dort rein.
Da die Frage immer wieder aufkommt beschreibe ich hier nochmal den ganzen Ablauf:
01. Wie oben beschrieben war der Techniker da, hat ein ONT am Gf-TA installiert, diesen ONT dann selbst aktiviert, etwas warten lassen und schon lief der Anschluss. Genauso war es bei mir, ich habe hier einen fertigen ONT-Anschluss gehabt.
02. Dann habe ich die Fritzbox 5690 Pro ausgepackt, dort das GPON-SFP-Modul rausgenommen, die Klappe dort geschlossen gelassen. Anschließend habe ich das beiliegende LC/APC-Kabel genommen und dort vorne den grünen Schutz-Pin entfernt, dieses Ende habe ich in das SFP-Modul gesteckt. Das SFP-Modul dann in die Fritzbox. Anschließend bin ich mit dem Kabel, der Fritzbox zum Gf-TA gegangen. Dort habe ich das alte LC/APC-Kabel vom ONT entfernt. Der Gf-TA hat schwer sichtbare Klappen, die man nach unten aufklappen muss und nach Aufklappung steckt man von unten filigran das LC/APC-Kabel rein. Wie in der Anleitung beschrieben muss alles stehen und fertig sein und dann erst die Fritzbox ans Stromnetz gesteckt werden.
03. Ich habe dann die Standard-Adresse der Fritzbox aufgerufen, der Einrichtungsassistent hat richtigerweise den Gf-Anschluss erkannt. Ich muss nur zwei Klicks klicken, die weitere Einrichtung habe ich einfach übersprungen. Es läuft ja ohne Aktivierung nicht, das kann man nur überspringen.
04. Anschließend habe ich einige Minuten, es müssten so ~5 gewesen sein, gewartet und habe dann die Webseite http://activation.deutsche-glasfaser.de aufgerufen. Ja es ist noch http, eventuell mit dem Browser aufpassen, die nehmen standardmäßig https oder eine Suchmaschine. Das schlägt fehl, es muss die Webseite direkt per http aufgerufen werden.
05. Dort habe ich den Code aus dem Kundenportal eingegeben. Den habe ich mir in weiser Voraussicht rauskopiert und dann einfach eingefügt. Im nächsten Schritt wurden meine Kundendaten richtig gezogen und unten rechts habe ich auf Reaktivieren geklickt. Ich habe nirgends angerufen und niemandem die Modem-ID der Fritzbox oder des SFP-Moduls mitgeteit. Danach war der Anschluss fertig. Ich habe einige Minuten gewartet, dann ging es immer noch nicht. Ich habe dann in Internet > Verbindungsdetails die Verbindung neu verbunden.
06. Anschließend ging alles und ich konnte entsprechend Webseiten aufrufen.
Mit dem Notizbuch, Windows 10 und den Standard-Einstellungen in dem Netzwerk-Adapter Intel 219V hatte ich deutlich schlechtere Werte in der Leistung, zusammen mit grottig-schlechten Pings. Man sieht es hier. Es sind nur 300/200 und ein Ping von 405 steht da für den Download.

Im offiziellen Speedtest, bzw. den Servern von der DG dazu, sieht es besser aus. Beim Download werden ~800 Mbit erreicht, es fehlen 150 Mbit. Im Upload sieht es erneut katastrophal aus und es werden nur 300 Mbit statt glatt 500 Mbit erreicht:

Mit der Linux Live-Distro Knoppix wurden dann die vollen 950/510 erreicht mit entsprechend den gleichem 16er Ping.
07. Am Standrechner anschlossen habe ich dann ein sehr gutes Ergebnis erhalten. Am besten den offiziellen Speedtest von der DG benutzen: https://www.deutsche-glasfaser.de/service/speedtest

Am Standrechner zeigt auch der Speedtest.net dann die volle Leistung:

08. Bei meinem Anschluss bin ich mit einem Modell von Nokia und einer 2,5G/1,25G-Verbindung verbunden:

09. Insgesamt bin ich nun zufrieden, muss aber noch so einiges erledigen. Nun wie gesagt das LC/APC-Panzerkabel in die Wände legen, dieses am Gf-TA anschließen, dann die Fritzbox hoch, dort das Panzerkabel am anderen Ende anschließen. Wenn alles läuft können die Switches dran und die Rechner laufen. Dann das gleiche nochmal an Anschluss-1. Das ist auch ein 1000/500, auch von der DG, an dem alten Nokia-ONT und ebenfalls an einer Fritzbox 5690 Pro.