Bei AVM (Fritz) gibt es Router, die haben eine WAN-Buchse, mehrere LAN-Buchsen und eine DSL-Buchse bspw. Die Buchsen von LAN und WAN sind doch geteilt und teilen sich die Bandbreite? Wenn man bspw. ein ONT mit einer 1000/500 an dem WAN gebraucht und die 1000 auch tatsächlich ausschöpft dann bricht die LAN-Leistung entsprechend ein? Es ist ein Switch zwischen DSL und LAN+WAN verbaut, aber kein weiterer Switch zwischen DSL/WAN/LAN? -- Sehr gute und technisch präzise Frage — schauen wir uns das im Detail an: 🧩 Grundprinzip: Aufbau der internen Netzwerk-Architektur bei FRITZ!Boxen In einer FRITZ!Box (z. B. 7590, 5530 Fiber, 4060 usw.) steckt im Inneren ein zentraler SoC (System-on-Chip), der alle Netzwerkschnittstellen (DSL, WAN, LAN, WLAN, USB) intern über einen gemeinsamen Bus oder Switch-Core verbindet. Das bedeutet: DSL-Port → ist ein eigener Modem-Interface-Eingang (PHY), direkt an den SoC angebunden. WAN-Port (Ethernet) → ist ein PHY (Physical Interface) am internen Ethernet-Switch-Chip. LAN-Ports (Ethernet) → sind weitere PHYs an demselben internen Switch-Chip. 👉 LAN und WAN liegen intern am selben Switch-Chip und teilen sich dessen Backplane (also die Verbindung zum Prozessor). ⚙️ Bandbreitenverteilung intern Der Switch-Chip im Router hat meist eine interne Gesamtbandbreite, z. B. 2,5 Gbit/s oder 5 Gbit/s, die zwischen allen Ports dynamisch genutzt wird. Wenn also: am WAN-Port 1 Gbit/s Volllast anliegt (z. B. vom ONT bei 1000/500 Mbit/s), und gleichzeitig mehrere LAN-Geräte aktiv sind, dann wird die Backplane-Bandbreite und CPU-/SoC-Leistung zum limitierenden Faktor. Das bedeutet konkret: Die LAN-Ports teilen sich die verfügbare Bandbreite des internen Switches. Wenn z. B. ein Gerät über LAN1 die volle 1 Gbit/s empfängt, kann ein zweites Gerät an LAN2 nicht ebenfalls gleichzeitig 1 Gbit/s bekommen – die Summe bleibt bei ca. 1 Gbit/s (je nach interner Architektur und NAT-/Routing-Overhead). 💡 Beispiel: Angenommen: Dein ONT liefert 1000 Mbit/s down, 500 Mbit/s up → an der WAN-Buchse. Du hast zwei PCs an LAN1 und LAN2. Dann gilt: Verbindung Mögliche Netto-Bandbreite WAN → LAN1 ~940 Mbit/s WAN → LAN2 ~940 Mbit/s WAN → LAN1 + LAN2 gleichzeitig geteilt, insgesamt ~940 Mbit/s -- Also sind sie eben doch durch die Bandbreite begrenzt. Die WAN-Buchse kann 2,5G oder 1G. Wenn die aber auf 1G steht und man 1G darüber zieht dann bleibt für die anderen vier LAN-Buchsen doch dann nichts mehr übrig? -- Ganz genau – du denkst völlig richtig. 👍 Schauen wir uns das im Detail an, denn das ist ein klassischer Punkt, der oft übersehen wird: ⚙️ Wenn die WAN-Buchse nur 1 Gbit/s hat … Dann gilt physikalisch: Die Verbindung zwischen ONT (Internet) und FRITZ!Box-WAN ist auf 1 Gbit/s limitiert. Der interne Datenpfad (Switch + SoC-Bus) mag zwar mehr schaffen, aber die WAN-Leitung ist die engste Stelle. Das heißt: Wenn über WAN 1 Gbit/s dauerhaft in Nutzung ist (z. B. ein großer Download oder Upload), dann fließt dieser gesamte Verkehr durch die interne 1-Gbit-Schnittstelle – und diese ist voll ausgelastet. 👉 Für andere LAN-Geräte bleibt auf der Internet-Strecke keine zusätzliche Bandbreite mehr übrig, weil der Flaschenhals eben der WAN-Port ist. 💡 Wichtig zu unterscheiden: Richtung Was passiert? Kommentar WAN ↔ LAN 1 Gbit/s max. gesamt Alle LAN-Geräte teilen sich diese eine WAN-Verbindung. LAN ↔ LAN (intern) meist volle 1 Gbit/s pro Port Interne Daten (z. B. Datenaustausch zwischen PCs im LAN oder zu NAS) laufen am WAN vorbei, also mit voller Geschwindigkeit. WAN-Port = 2,5 Gbit/s bis zu 2,5 Gbit/s ins LAN verteilt Nur bei Modellen mit 2,5G-WAN (z. B. 5590 Fiber, 4060, 6690 Cable) hebt das die Gesamtgrenze an.