dem Rest der Welt ist das IMHO so ziemlich egal
Ist er nicht. Wenn z. B. Glasfaseranbieter von "Homes Passed" sprechen, dann meinen sie damit im Rest der Welt, dass ein Glasfaserkabel vor dem Haus auf einem Mast hängt. Ein solches Haus kann dann unkompliziert und kostengünstig angeschlossen werden. Nur in Deutschland bedeutet es, dass ein Glasfaserkabelkanal (ohne eine Glasfaser selbst) unterirdisch im Bürgersteig vorbeiläuft, was eben etwas völlig anderes heißt.
In den Nerd-Foren befindet sich die allgemeine (Fehl-)Annahme, dass Telekom-DSL- und Vodafone-Kabel-Kunden (absolute Mehrheit der Haushalte) irgendeinen Geschwindigkeits- oder Qualitätsanspruch an ihren Internetzugang hätten. Wenn das so wäre, dann sähe der Markt aber völlig anders aus. Telekom- und Vodafone-Anschlüsse werden primär zum Telefonieren und Fernsehen genutzt.
Wenn also ein Großteil der Privathaushalte nach der Kupferabschaltung zwangsweise in die Mobilfunknetze migriert (und Fernsehen dann über Satellit bezieht), dann hat DE einfach nur langsame und überlastete Mobilfunknetze, so wie jetzt auch schon, und der Rest der Welt wird drüber lachen. Keinen von diesen Endkunden wird es interessieren, ob man dann noch 0,5 Mbit/s oder 500 Mbit/s aus einer Mobilfunkstation rausbekommt. Das interessiert maximal die paar Nerds, die auch sich für Telekom-Peering und Vodafone-Segmentauslastung interessiert. Die Mehrheit der Haushalte bekommt davon schlicht nichts mit.
Die Glasfaserinvestoren träumen davon, dass deutsche Haushaltskunden 200 % und mehr der gegenwärtigen Erlöse an ihre Geldgeber abführen werden, weil sie ja sonst nicht klarkommen würden. Genau das gehört einfach ins Reich der Fantasie. Die Bundesbürger werden sich hingegen einfach mit dem schlechten Stand in einem digital abgehängten Land weiter abfinden und damit hat es sich dann.