Beiträge von pufferueberlauf

    Gut, ein kaputtes IPv4 kommt obendrauf.

    In der Tat leiden die meisten IPv4-Mangelantworten unter Nachteilen gegeueber echten IPv4 Adressen, aber wenn man ganz ehrlich ist faengt das schon damit an, dass ein ganzes Heimnetzwerk meist mit nur einer IPv4 Adresse versorgt wird... Man kann schon argumentierewn, dass IPv4 fuer das aktuelle Internet prinzipiell kaputt ist.

    Die würden aber auch den Squid-Proxy beim ISP nicht bemerken.

    Erinnere mich, wie passt der mit dem inzwischen ueblichen HTTPS/TLS zusammen?

    ja, puh, warum ist DSL250 bei der Telekom eig. so teuer?

    Weil die Telekom damit Gewinn erwirtschaften will und in einem gesaettigten Markt wie dem Festnetz geht das halt nicht mehr ueber Gewinn neuer Kunden, statt dessen muss der Umsatz pro Kunde (neudeutsch ARPU, average revenue per user) erhoeht werden, und das macht die Telekom halt seit ein paar Jahren recht konsequent (gerade erst auch bei DSL Bestandskunden), zusaetzlich ist DSL250 das maximal Moegliche fuer viele Kunden, und damit der "Halo-Tarif", und darf/soll daher deutlich ueber dem naechst-niedrigeren Tarif liegen. So ein Halo-Tarif dient auch dazu die unentschiedene Kundschaft (die oft gar nicht weiss welche Kapazitaet sie benoetigt) zum naechst-niedrigeren Tarif zu lotsten, d.h. selbst wenn die Telekom keinen DSL250er verkaufen wuerde aber durch dessen Existenz, mehr Kunden DSL100 statt DSL50 kann sich das fuer die Telekom bereits rechnen. Und dann kommt halt noch dazu, dass die Telekom mehr Kunden organisch auf ihr FTTH Netz lenken will (da wo dieses bereits ausgebaut wurde) und ist dabei die vergliochbaren DSL Preise uber den FTTH Preisen anzusiedeln (das ist besser fuer die ARPU als die FTTH unter die DSL Preise abzusenken).

    Tl;dr: weil die Telekom ein Unternehmen ist, dass voll in unserem marktwirtschaftlichen Wirtschaftssystem mitspielt und primaer an der eigenen Profitmaximierung interessiert ist.

    Leider nein. Ich würde 84 eintragen.

    Haengt davon ab was man erreichen will... die einfachste Daumenregel zur Einstellung von Traffic-Shapern ist:

    0) Deaktiviere den Traffic-Shaper im Router, bzw. setze den auf zu hohe Werte und dann mach ein paar on-line "Speed"-Tests (Anfuehrungszeichen weil diese Tests Kapazitaet oder Datenrate messen in Information/Zeit, Speed/Geschwindigkeit waere Strecke/Zeit) zu verschiedenen Tageszeiten und merke Dir welche Down- und Upload Werte zuverlaessig erreicht werden. Unterschiedliche Tests sind unterschiedlich gut geeignet, besonders bei hohen Zugangsraten, hier eine Liste von i.d.R. ganz passablen Tests (die alle auch die Latenz-unter-Last mit angeben):

    a) https://bufferbloat.libreqos.com
    Nach erfolgreichem Test die "Advanced Details" Sektion ausklappen um im "Share Results" Bereich weiter unten die Resolution auf "1x (smaller)" setzen und "Download JPG" anklicken (das sollte unter dem magischen Megabyte bleiben welches das Forum ohne Downsampling der Aufloesung akzeptiert). Die "Advanced Details" Sektion zeigt interessante Zahlen zur Latenz an, die reportierte Latenzzunahme ist hier 90%-il einer jeweiligen Phase minus des 5%-il der Baseline, das ist deutlich sensibler als die Variante der beiden anderen Tests die wohl Mittelwert der jeweiligen Phase minus des Mittelwerts der Baseline Phase reportieren, Dank der Tabelle laesst sich dieser Wert auch fuer den LibreQoS Test berechnen.

    b) https://www.waveform.com/tools/bufferbloat
    Einfach den "Share Your Results" Link posten (zur Not ein Screenshot der ganzen "Your Results" Sektion)

    c) https://speed.cloudflare.com
    Da muss man einen Screenshot machen und posten, ACHTUNG: die Sektion "Server Location" zeigt auch den eigenen geschaetzten GeoIP Standort und die eigene IP Adresse, wenn man das nicht mit der Welt teilen will sollte man das vor dem Posten schwaerzen...

    1) Und dann setzt man die zuverlaessig erreichbaren Netto-Werte schlicht als Brutto-Werte des Traffic Shaper ein. Das fuehrt dann dazu, dass der mit Shaper messbare Durchsatz unter den in 0) bestimmten Werten liegt. Je nach Overhead-Annahme des Traffic-Shapers faellt dieser Unterschied groesser oder kleiner aus aber i.d.R. liegt der um die 5-9%.

    2) Jetzt ueberprueft man den erzielbaren Durchsatz mit Shaper und dass dieser ueber Wochentage und Tageszeiten zuverlaessig erreicht werden kann, und ueberprueft ob sich die Latenz-unter-Last im Vergleich zu den Messungen unter 0) verbessert haben. Falls nein, oder wenn Latenz-unter-Last irrelevant ist, deaktiviere den Shaper oder setze ihn auf zu hohe Werte (z.B. 130% des vertraglichen Maximums), wenn Latenz unter Last relevant ist dann kommen die naechsten Schritte ins Spiel.

    3) Lass den Downloadshaper beim Wert aus 1) und fange an den Uploadshaper Schrittweise zu erhoehen und Teste nach jedem Schritt ob die Latenz-unter-Last Zunahme (in Uploadrichtung, die Downloadwerte kann man hier einfach ignorieren) akzeptabel erscheint. Irgendwann findet man dann einen Wert der zu den eigenen Vorlieben passt.

    4) Lass den Upload-Shaper auf dem Wert von 1) und wiederhole die Schrittweise Messung fuer den Downloadshaper. Achtung, Downloadshaping beruht darauf, dass hinter dem eigentlichen Flaschenhals ein "kuenstlicher" Flaschenhals erzeigt wird, ist der Rtenunterschied zwischen echtem und kuenstlichem Flaschenhals zu gering kommt es bei hohen Datenraten dazu dass im echten Flaschenhals auf der ISP Seite die (meist eher sub-optimal verwalteten) Puffer ueberfuellt werden und es zu ausgepraegter Latenz-unter-Last Zunahme kommt, daher ist beim Downloadshaper oft ein groesserer Abschlag notwendig, will man zuvaelaessig niedrige Latenz-unter-Last.

    5) Jetzt Uploadshaper mit Wert aus 3) und Downloadshaper mit Wert aus 4) konfigurieren...


    ACHTUNG: was man will, also maximalen Durchsatz, koste es was es wolle in Latenzzunahme, oder minimale Latenzzunahme unter Last, egal wie viel potentiuellen Durchsatz das kostet, (bzw. die Position im Kontinuum zwoschen diesen Extremen) muss man selber entscheiden.

    ist das einfach nur eine künstliche Verteuerung.

    Oder halt normale Preisfindung im Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage.

    Da stellen die tatsaechlichen Produktionskosten meist nur eine untere Grenze fuer langfristig nachhaltige Preise (aber auch Verluste bei einem Produkt (z.B. Tintenstrahldrucker) in Kauf zu nehmen kann sinnvoll sein, z.B. wenn man dadurch bei anderen Produkten (Tinte) mehr Ueberschuss macht und den Verlust ausgleicht).

    Das oben gesagt gilt generell, aber dazu kommt halt noch, dass sich Dienstleistung und Kosten eines ISP nicht darin erschoepfen ein Zugangsnetz zu bauen undzu betreiben, man muss die Daten schon noch zwischen Xugangs- und Internet hin und her transferieren, und diese Kosten sind abhaengig von der notwendigen Kapazitaet und die steigt halt mit den Vertragsraten an. (Nicht linear, aber qualitativ erzeugt ein Kunde mit 1000Mbps Anschluss mehr Kapazitaetslasg als einer mit 100 Mbps, und daher ist es allein aus diesem Grund erwartbar, dass 1000er Tarife teurer angeboten werden als 100, selbst wenn beide ueber das selbe PON realisiert werden.)

    Das heisst natuerlich nicht, dass die aktuellen Preisniveaus in Stein gemeisselt sind*, aber ich wuerde nicht die Luft anhalten...


    *) Es gab da ja auch schon Bewegung, z.B. liegt die Einstiegsstufe bei FTTH bei vielen Anbietern bei ca. 100Mbps, also hoeher als die 16 oder 50 bei DSL und das bei aehnlichem Preisniveau.


    P.S.: Jetzt hat sich gerade Init7 zum selben Thema geaeussert, https://blog.init7.net/de/die-oekonom…tionsindustrie/

    kommt aber zu einem anderen Schluss:

    Andererseits sind die Produktionskosten pro Anschluss identisch, egal ob das Breitband-Angebot 10Mbit/s oder 10Gbit/s Bandbreite beinhaltet.

    Das deckt sich nicht ganz mit den Informationen, die ich von anderen ISP hoere, mag vielleicht der Sondersituation von Init7 geschuldet sein: wenn der Ausbau von Kernnetz und Uebergaben von den Geschaeftskundenanforderungen dominiert wird und die Endkundenanschluesse tatsaechlich keine nennenswerte Aenderung des Kapazitaetsbedarfs bewirken, sind die Kosten des Zugangsnetzes relevanter (und da nimmt Init7 halt eine hoehere Einrichtegebuehr bem 25G Tarif, weil die Optikmodule da halt teurer sind).

    Aber das aendert nichts daran, dass in einem Markt die Kosten immer nur ein unteres Limit sind.

    Bei fast 49 ct/Mbps stünde die Telekom mit VDSL 100 für regulär 48,95 € nicht besonders gut da.

    Das macht IMHO wenig Sinn, ausser es geht um digitalen Schwanvergleich... das Problem mit so einer Angabe ist, der Preis fuer zusaetzliche Mbps geht mit zunehmender Kapazitaet nach unten, weil der Grenznutzen abnimmt, 10 Gbps ist fuer die meisten Nutzungen nicht 10 mal besser als 1 Gbps (und ein 1 Gbps nicht 10 mal besser als 100 Mbps...)

    VDSL 100 ist für 48,95€ wirklich nicht gut.

    Na ja, die Telekom will halt:

    a) ihren ARPU erhoehen

    b) den Leiten die wechseln koennen FTTH schmackhafter machen

    ich habe bald VDSL 250 für 35€ mtl.

    Vermutlich per Auktionspreis mit saftigem Preisanstieg wenn Du nicht nach 24 Monaten kuendigst?

    nein natürlich gab es kein DSL mit 1000, aber 250 zu einem vergleichsweise (für die Geschwindigkeit) günstigeren Preis.

    Von der Telekom? Ich meine da lag der 250 bei/ueber 50 Euro... etwas optimistisch anzunehmen die Telekom wuerde DSL Preise der Mitbewerber mit ihren FTTH Tarifen anpeilen....

    Was Kabel1000 angeht, ja das wurde und wird noch "verrammscht", der Vorteil eines im wesentlichen abbezahlten Netzes halt.

    Es ist absolut herrlich. Mittlerweile lache ich nur noch über die ganze Posse... Irgendwie bestätigt es leider auch sämtliche Vorurteile über Deutschland.

    Das hat IMHO wenig mit Deutschland per se zu tun und viel damit, dass der Spaetphasenkapitalismus schlicht das falsche Instrument ist um sinnvoll Infrastruktur zu errichten und zu betreiben. (Jetzt mag man denken, der Staat ist auch nicht perfekt, wenn man z.B. an die grossen Stromtrassen denkt, aber da gehen halt die Verlege-Unternehmen nicht reihenweise pleite und das ganze kommt vielleicht etwas spaet, aber es kommt, und an den Verzoegerungen sind schon auch erkennbare Nimbys und Politiker ohne Rueckgrat beteiligt*).


    *) Die den Nimby dadurch entgegen kommen, die Verlegung auf Kosten der Allgemeinheit (Geld und Zeit) ueberwiegend unterirdisch zu verlegen... Warum die meinen man solle egoistisches Verhalten auch noch belohnen ist mir unklar.

    Spaetphasenkapitalismus halt... wenn man immer den absolut billigsten Anbieter/Tiefbauer beauftragt leidet halt die Qualitaet darunter, bzw. viele Tiefbauer gehen pleite wenn die optimistischen Annahmen der Angebotsgrundlage in der Realitaet anders aussehen. Letztlich ist das ein gutes Beispiel fuer die systemischen Probleme Infrastruktur in private Haende zu geben.

    Ja, auch Init7 hat eine eigene Agenda, das streite ich nicht ab, aber das zeigt IMHO die mindestens notwendigen 1000-2000 Anschluesse aus der WIK Studie sind konstruiert... das ist IMHO relevant weil ein PtP Netz bis zum BNG rechtschaffen unrealistisch sein duerfte weil ich nicht erwarte, dass die BNG Stsndorte gross genug sind um mehrere 10000e Glasfaser TALs zu terminieren, die HVt. der Telekom hingegen schon, weil das existierende CuDA Netz bereits ein PtP Netz ist und in den HVt/VSt terminiert und da meist auch noch Platz fuer analoge Vermittlungstechnik bereit stand.

    Ansonsten gilt zur Wirtschaftlichkeit, wenn ein Vorleister profitabel BSA anbieten kann, sollte ein ISP mit eigener Technik und L1 Zugang ebenfalls profitabel arbeiten koennen (wenn er denn ausreichend viele Kunden hat um die Technikkosten zu tragen), der Vorleister schlaegt ja auf seine eigenen Kosten noch eine Profitmarge auf... (Aber ja, bei niedrigen Kundenzahlen kann BSA fuer den Mitbewerber guenstiger sein, aber halt auf Kosten der tariflichen Flexibilitaet, die Vorleistung setzt enge Grenzen fuer Preis und Zugangstechnik, da bleibt nicht mehr so viel um sich vom Vorleister abzusetzen.)

    Aufschluss gibt Seite 23. Übernahme am HVt kaum sinnvoll. Beim BNG hingegen sehr realistisch.

    Na ja, solche Arbeiten sind wie angedeutet nicht ohne Hintergedanken... 1&1 Versatel hat bereits viele BNG-Standorte erschlossen, klar, dass fuer 1&1 BNG Standorte ideal waeren... Daher haben die halt die Zahlen so angesetzt, dass BNG sinnvoller erscheint... die Beispiele salt.ch und Init7 in der Schweiz zeigen, dass mit der Variante am HVt durchaus profitabel gearbeitet werden kann... und Init7 zeigt auch Beispielrechnungen das weit weniger als 1000-2000 Kunden pro HVt ausreichen um Breakeven zu erreichen:

    Zitat

    Kostendeckung

    Unseren Kunden verrechnen wir CHF 777 (CHF 64.75 pro Monat) für den Init7-Anschluss. Davon abgezogen werden die Mehrwertsteuer und die Mietkosten für die Glasfasern vom PoP zur OTO-Dose des Endkunden. Übrig bleibt eine monatliche Bruttomarge von CHF 35.12 pro Kunde. Mit redundanten Verkabelungen benötigen wir folglich 64 Kunden, um die direkt mit dem PoP verbundenen Kosten zu decken (Break-Even-Point). Ohne Redundanzen sind die Kosten mit 39 Kunden gedeckt. Weitere Kosten wie Personalaufwand, Büromieten, Marketingaufwand etc. sind hier nicht eingerechnet.

    Berechnung des Marktanteils

    Um einen Hinweis darauf zu erhalten, wie realistisch es ist, dass im Einzugsgebiet des PoPs mindestens 64 (resp. 39) Kunden gewonnen werden können, berechnen wir den notwendigen Marktanteil. Dazu wird die Anzahl Nutzungseinheiten im Einzugsgebiet benötigt. Als Faustregel gilt: Die Anzahl Einwohner*innen multipliziert mit 0.55 ergibt die Anzahl Nutzungseinheiten. Auf eine Nutzungseinheit kommen also knapp zwei Einwohner*innen. Wird eine Ortschaft durch mehr als einen PoP bedient, muss die Anzahl Einwohner*innen entsprechend reduziert werden. In unserem Beispiel benötigen wir einen Marktanteil von rund 2.2 % (1.3 % ohne Redundanzen), um die einkalkulierten Kosten zu decken.

    Hier ist halt die Annahme nicht, dass der Mitbewerber alle seine Kunden am selben Standort anschliessen muss. Klar ist die Situation in der Schweiz anders als in Deutschland, aber halt nicht um den Faktor 15 den die WIK Studie anzunehmen scheint (>= 64 gegen 1000-2000). Das meine ich mit "Auftragsstudie von einer Consulting-Bude" da geht es darum eine Agenda zu unterfuettern, nicht darum die Realitaet best-moeglich zu beschreiben. Das ist auch nicht direkt ehrenruehrig fuer WIK oder 1&1, deren gutes Recht fuer ihre Position die Trommel zu schlagen, aber wir sollten das vielleicht immer mit etwas Skepsis betrachten?


    P.S.: Mein Argument ist nicht, dass physische Entbuendelung am BNG schlecht waere, sondern nur, dass diese Studie das IMHO aus erklaerbaren Gruenden ueber den gruenen Klee lobt.

    Also von den Werten die im Produktinformationsblatt angegeben werden ist die die "normalerweise" zur Verfügung stehende Datenrate in der Tat auch in meinen Augen die relevanteste, weil sie die belastbarste Zusage macht, aber wenn es um den Nachweis etwaiger Minderleistung geht, sind halt auch beworbene Maximalrate und Minimalrate wichtig. Wobei laut BNetzA bei nachgewiesener Minderleistung die "normale" Downloadrate in 85.5% der Faelle nicgt erreicht wurde (die Maximaldownloadrate wurde in 74.8% der Faelle verfehlt).