Eine weitere Meinung bedingt aus persönlichen Erfahrungen:
Auf dem Land war Satellitenempfang lange Zeit alternativlos. Erst mit dem geförderten Glasfaserausbau 2020 bestand im konkreten Fall (kein Kabel-TV, schwaches DVB-T-Signal, DSL mit 2,5 Mbps im Risikoprofil) durch IP-TV überhaupt erst eine Alternative. Warum sollte die bestehende Satellitennutzung umgestellt werden, wenn sie weiterhin zum Nutzungsverhalten (Fernsehen über Geräte mit DVB-S-Receiver, private Kanäle in SD / ggf. mit Upscaling) passt?
Andere Situation: Neubau, Bauträger, Glasfaseranschluss und Ethernetverkabelung im Haus. Nur ein "traditionelles" TV-Gerät mit DVB-S-Receiver vorhanden, weitere Nutzung über IP-fähige Devices. Warum hier zusätzlich eine DVB-S-Infrastruktur im Haus aufbauen, die dann auch noch alle Zimmer umfasst (für den Fall, was wäre wenn)?
Die von Schnurz dargelegte Rechnung für die DVB-S-Infrastruktur finde ich problematisch: Schön, wenn die Gelegenheit bestand und die Infrastruktur selbst verlegt/installiert/ausgerichtet wurde (ist ja auch kein Hexenwerk). Dazu bestehen aber nicht eben nicht immer die Möglichkeiten sowie die zeitlichen Ressourcen. Eine Umrüsting vom in den 90ern gebräuchlichem analogen auf digitales Satellitenfernsehen war anscheinend nicht erforderlich, und Geräteschäden hat es wohl auch nicht gegeben. In meinem Fall würde ich auch nicht ohne eine DVB-S to IPTV-Wandlung auskommen, weil eben nicht nur DVB-S-fähige Geräte im Einsatz sind. Und die Inflation hat auch noch zugeschlagen.
Nunja, und irgendwie scheinen die privaten ja doch noch wichtig zu sein - wenn die Bereitschaft zur Zahlung des HD+ Betrages hauptsächlich durch die technischen Einschränkungen begrenzt wird. Und wem HD-Qualität wichtig ist? Der zahlt dann für HD+ nicht nur einmal...
Ich hol' mir schon mal Popkorn, nimmt ja hier fast religiöse Züge an 