Beiträge von targa

    Um auf das ursprüngliche Thema zurück zu kommen:

    Der Anschluss ist native IPv6 und Dual Stack (nicht DS-Lite), man bekommt eine nicht-öffentliche IPv4-Adresse. Da damit mein VPN nicht mehr funktionierte, hat mir die Hotline (kostenlos) eine öffentliche IPv4-Adresse zugewiesen.

    Wie gesagt, eine öffentliche (dynamische) IPv4-Adresse war von LEW problemlos zu bekommen und wird auch nicht berechnet. Oder sprechen wir hier von verschiedenen Dingen?

    Ist es nicht so, dass an einem GF-Anschluss nur eine einzige Netzwerkkomponente mit nur einer IP-Adresse (bzw. eine IPv4 und eine IPv6) angeschlossen werden darf, also kein Switch? Somit ist auch nur ein Router möglich, womit die Verteilung in die Häuser erst nach dem Router erfolgen kann. Entweder findet man einen Router mit GF-Switch auf Teilnehmerseite oder man müsste die RJ45-Ethernet-Anschlüsse eines üblichen Routers über Medienwandler wieder in GF wandeln.

    Hier mal für diejenigen, die so einen Glasfaseranschluss in Wirklichkeit noch nicht kennen, ein paar Bilder zur Verdeutlichung.

    Entlang der Grundstücke wurde die Straße aufgebuddelt (bei uns glücklicherweise gepflastert, sodass später keinerlei Spuren zurückblieben). Dies erfolgte entlang der Stromversorgung der Häuser (links sieht man noch zusätzlich die Telefonkabel, über das DSL läuft).

    Hinein verlegt wurden größere Leerrohre, durch die anschließend die Mikroleerrohre verlegt wurden. Die einzelnen dicken Leerrohre wurden an den Stellen, an denen die Stichleitungen zu den Gebäuden abgeführt wurden, nicht verbunden.

    Die Mikroleerrohre werden in orangefarbenen Bündeln verlegt, wobei es je nach Anzahl Anschlüssen unterschiedlich dicke Bündel gibt.

    Hier die Leerrohre, die in (Einfamilien-)Häuser geführt werden, jeweils 2 Leerrohre in einem.

    Diese wurden unterirdisch ins Grundstück bis zum Gebäude verlegt.

    Verbunden werden die Stich-Leerrohre mit den außen an den Grundstücken entlang verlegten Rohren über solche Kupplungen. Werden die orangefarbenen Sicherungen rausgezogen, kann die Verbindung wieder gelöst werden.

    In meinem Fall war keine neue Bohrung in den Keller notwendig, da die beiden Leerrohre bei der Stromdurchführung ins Haus verlegt werden konnte. Zur Abdichtung wurden spezielle Dichtungen montiert. So sieht die Durchführung im Keller aus:

    Das andere Ende der Leerrohre mündet in einem Verteilerkasten.

    Irgendwann wurden dann die Glasfaserkabel eingeblasen, der graue Hausübergabepunkt (HÜP) sowie das schwarze Modem (ONT) montiert. Das graue Kabel mit schwarzem RJ45-Stecker am ONT führt zum Router.

    Das zweite Leerrohr blieb leer, das Glasfaser hat 8 Fasern, davon sind zwei über die gelben Glasfaserkabel mit 2 Buchsen im HÜP verbunden, die restlichen Fasern sind im HÜP aufgewickelt.

    Stimmt, es war echt problemlos. Immerhin wird im ganzen Ort noch gebuddelt, also sind wir noch mitten im Aufbau. Überrascht hat mich auch, dass ich einfach eine öffentlich IP4-Adresse bekam, scheint auch nicht immer der Fall zu sein. Leider habe ich vergessen zu fragen, ob sie es einem leicht machen, den ONT nicht zu nutzen. Aber da ich die 7590 eh habe, werde ich zunächst dabei bleiben.

    Hallo zusammen,

    hier im Landkreis Augsburg in Bayern baut eine Tochter des lokalen Energieversorgers Lechwerke AG, LEW TelNet, in zahlreichen größeren und kleineren Gemeinden geförderte Glasfaser-Netze aus. In meiner Gemeinde gab es hierfür im Jahr 2021 eine Vorvermarktung. Würden sich mehr als 50% aller Haushalte für einen Glasfaseranschluss entscheiden, so würde der Ausbau erfolgen. Der Anschluss ist kostenlos mit 2-jähriger, natürlich nicht kostenlosen Vertragsbindung an "LEW Highspeed", so der Name des Netzes. Man hat die Wahl zwischen 100/50, 200/100, 500/250 und 1000/500 MBit/s für 45, 55, 80 oder 150 €/Monat.

    Auch wenn nicht ganz die 50% Haushalte zusammen kamen, wurde im Januar 2022 der Ausbau bestätigt. Irgendwann im Sommer begann die Verlegung der Leerrohre, mein Stadtteil war im September 2022 dran. Im November 2022 wurden die Glasfaserkabel eingeblasen, im März 2023 APL und ONT installiert. Seit Anfang Mai ist der Anschluss aktiv.

    Der Wechsel von 1&1-DSL verlief eigentlich problemlos, man hatte über DSL auch die nächsten Tage noch Internetzugang, nur die Telefonzugänge wurden ab Mitternacht bei 1&1 deaktiviert. Da es zunächst noch Probleme mit der Glasfaserverbindung gab (der Techniker hatte einen Ablesefehler bei der Seriennummer des ONT, wodurch die Verbindung nicht aufgebaut wurde) und der Anschluss erst am nächsten Tag nach Konfigurationsänderung seitens LEW funktionierte, mussten die Telefonzugänge ebenfalls noch einen Tag über DSL (mit den neuen Zugangsdaten bei vitroconnect) laufen, was problemlos möglich war.

    Ich habe eine Fritzbox 7590 über WAN an dem ONT hängen. Speedtest zeigt 104/48 MBit/s, 13 ms.

    Die Hotline war nur nach einer guten halben Stunde Warteschleife erreichbar, der Rückruf eines Technikers erfolgte innerhalb weniger Stunden, die Behebung des Fehlers innerhalb eines halben Arbeitstages.

    Der Anschluss ist native IPv6 und Dual Stack (nicht DS-Lite), man bekommt eine nicht-öffentliche IPv4-Adresse. Da damit mein VPN nicht mehr funktionierte, hat mir die Hotline (kostenlos) eine öffentliche IPv4-Adresse zugewiesen.

    Bisher habe ich keine weiteren Probleme, läuft klaglos. :thumbup: Ich habe einige Fotos von den Erdarbeiten, der Leerrohre und der Verbindungen der selben, des Innenlebens der Patch-Verteilerkästen am Straßenrand, der Hausdurchführung und von APL und ONT gemacht. Falls es von Interesse ist, kann ich das bei Gelegenheit einstellen (aber wahrscheinlich kennen das eh die meisten).