Beiträge von Leseratte10

    In einem Firmenumfeld kann ich mir das vielleicht noch vorstellen. Sooo viel "besondere" Hardware kann es da ja nicht geben; wenn man einmal die Switche und Router IPv6-fähig hat - Betriebssysteme können IPv6 ja schon ewig, und Standardsoftware in der Regel auch.

    Im Privatkundenumfeld wird es wohl noch ganz, ganz lange dauern, bis sich da ISPs trauen können, IPv4-Kommunikation nur noch über DNS64 und nicht wenigstens 464XLAT anzubieten. Dafür stehen in Privathaushalten viel zu viele Smart-TVs, IoT-Krempel, Spielekonsolen (Nintendo Switch kann kein IPv6, die PS5 kann auch kein IPv6. Nur die Xbox, und auch da weiß ich nicht ob die auch IPv6-only kann) und sonstiger Kram, der kein IPv6 kann.

    IPv6 ist übrigens "Internet-Standard" seit 2012, nicht erst seit 2017. Seit 2012 gibt es das RFC 6540 was besagt, dass alle "IP-Nodes" IPv6 können müssen. Hält sich nur leider kein Aas dran.

    Die Aussage ist jetzt aber verwirrend. Bind nimmt gar nix entgegen, Bind ist ein DNS-Server. Das einzige, was Bind macht, ist zu sagen "Okay, die Domain https://www.glasfaserforum.de hat die IP-Adresse 89.107.187.146". Bind ist dabei egal, ob es 100 Seiten mit der gleichen IP gibt, egal ob IPv4 oder IPv6.

    Die Anfrage geht direkt an den Webserver (hier im Forum ist der externe Webserver ein Nginx, könnte aber auch genauso gut ein Apache sein). Der entscheidet dann anhand von IP-Adresse und vHost, weclhe Webseite / welcher DocumentRoot jetzt tatsächlich greift.

    Du hast recht, dass es ein bisschen komplexer ist, jedem vHost (= aka jeder Webseite) seine eigene IPv6-Adresse zu geben und weiterhin alle Seiten über die gleiche IPv4 erreichbar zu machen.

    Das kann man aber ganz einfach dadurch umgehen, dass man es genauso macht wie bei IPv4: Man gibt dem gesamten Server eine IPv6-Adresse, und macht unter dieser dann *alle* Webseiten erreichbar.

    Damit ist dann, was die Konfiguration von Bind und Apache angeht, alles identisch wie bei IPv4: die Anfrage kommt, egal ob per IPv4 oder IPv6, an den Webserver, dieser schaut in den HTTP Host Header (oder, bei HTTPS, ins SNI) und entscheidet dann, wo die Anfrage "hingeht".

    ::1: IPv4 ist bei WebHostOne auch nicht inklusive - es teilen sich einfach ~1000 Kunden mit ~1000 Webseiten eine einzige IPv4, und man war zu faul, das halt auch für IPv6 einzurichten. Es ist nicht so, dass bei WebHostOne jeder Kunde für seine Webseite ne eigene IPv4 bekommt.

    Ich wundere mich allerdings darüber, dass noch nicht mal die Webseite einer Digital-Agentur, die "meinen Next-Level-Digitalauftritt [entwickelt]" (Zitat qlixx-digital.de, die Webseite des Betreibers dieses Forums), eine IPv6-kompatible Webseite hat. Da würde ich es noch viel mehr erwarten als bei einem Glasfaserforum. Läuft wohl auch über WebHostOne ...

    Das erklärt es natürlich ... ich hätte nicht gedacht, dass es heutzutage noch Webhosting-Pakete ohne IPv6-Support gibt ... alle anderen ~1000 Domains die auf die gleiche IP zeigen sind tatsächlich auch alle IPv4-only. Dann ist es wohl doch nicht so einfach. Ich war A) nicht davon ausgegangen dass das Forum auf einem shared Webhost liegt und B) dass es noch Webhosting ohne IPv6-Support gibt.

    Bisher war ich halt stiller Mitleser, und dann gab es ein Thema zu dem ich was schreiben wollte (und, anders als zu Glasfaser selbst (weil mein Anschluss erst noch gelegt wird) auch schon Erfahrungen sammeln konnte) und ich habe mich angemeldet und gepostet - und?

    Ich habe nicht gesagt, dass es lächerlich für so ein Forum ist - die Aussage stand so in den Posts von ::1 (auch wenn ich dieser Aussage durchaus zustimmen würde).

    Ich habe nur erklärt, warum es meiner Meinung nach technisch trotz vorhandenem CGN sinnvoll wäre, alle Webseiten wo möglich IPv6-kompatibel zu machen - weil es A) auch heute schon IPv6-only-Anschlüsse / -Server gibt, und B) weil es die CGNs entlastet und damit Anwendungen hilft, die aus technischen Gründen zwingend IPv4 vorraussetzen. Ich habe nichts gesagt im Sinne von "Wenn das nicht gemacht wird gehe ich".

    Stimmt, die genannten Webseiten sind nicht über IPv6 erreichbar. Das heißt aber noch lange nicht, dass es keinen stört. Es gibt jede Menge Anfragen, die genannten Seiten auch über IPv6 erreichbar zu machen - gerade GitHub: https://github.com/github-communi…scussions/10539

    Klar, jeder Endkunden-Internetanschluss hat wohl immer noch mindestens irgendeine Art CGN für IPv4-Zugriffe. Die sind aber in der Regel langsamer als IPv6.

    Es gibt allerdings durchaus schon einige Server-Hoster, bei denen IPv6-only-Server Standard sind und eine IPv4 dann für extra Gebühren dazu gebucht werden muss (z. B. Hetzner). Da ist das Verhalten von Github und Co. schon störend.

    Dazu kommt noch, jede einzelne Webseite die über IPv6 erreichbar gemacht wird - was wohl bei einem einfachen Forum wie diesem höchstens kleinere Anpassungen im Webserver und/oder Reverse-Proxy bedeutet, WoltLab unterstützt schon ewig lange IPv6 - sorgt dafür dass weniger Traffic über die überlasteteten CGNs geroutet werden muss und sorgt damit dafür, dass die wenigen Dienste bei denen es tatsächlich technische Gründe für IPv4-only gibt (alte Anwendungen, alte IPv4-only-Onlinespiele, etc.) mit besserer Geschwindigkeit laufen.

    Es ist 2022. Das Argument "wer braucht das denn, gibt doch CGN" das war vielleicht 2010 noch akzeptabel ...