Zur DHCPv6-Leasedauer:
An meinem DG-Anschluss (nach "altem" Adress-Standard) zeigt ein Paketmitschnitt den folgenden Inhalt einer DHCPv6-Reply-Message:
DHCPv6
Message type: Reply (7)
Transaction ID: 0x1855ea
Client Identifier
Server Identifier
Identity Association for Non-temporary Address
Option: Identity Association for Non-temporary Address (3)
Length: 40
IAID: 553eb839
T1: 1800 <--
T2: 2880 <--
IA Address
Option: IA Address (5)
Length: 24
IPv6 address: 2a00:6020:1000:██::████
Preferred lifetime: 3600 <--
Valid lifetime: 3600 <--
DNS recursive name server
Identity Association for Prefix Delegation
Option: Identity Association for Prefix Delegation (25)
Length: 41
IAID: 553eb839
T1: 1800 <--
T2: 2880 <--
IA Prefix
Option: IA Prefix (26)
Length: 25
Preferred lifetime: 3600 <--
Valid lifetime: 3600 <--
Prefix length: 56 <--
Prefix address: 2a00:6020:4███:██00::
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Sowohl für die WAN-Port-Adresse des Routers (IA_NA) als auch für den LAN-PD-Block (IA_PD) gilt:
Leasedauer = "Preferred lifetime" = "Valid lifetime" = 3600s.
Laut DHCPv6-Standard ergeben sich daraus die folgenden Werte für den ...
- Renew-Timer T1 = 0.5 * Leasedauer = 1800s
- Rebind-Timer T2 = 0.8 * Leasedauer = 2880s
Die IA_PD "Prefix length" beträgt standardmäßig /56
Zur Erinnerung:
Um zu verhindern, dass die Leasedauer abläuft und die IPv6-Adressen damit ungültig werden, sendet der Router rechtzeitig (nach Ablauf von T1) einen DHCPv6-Renew-Request, der vom DHCPv6-Server (der die Lease zugeteilt hat - wie unter "Server Identifier" angegeben) üblicherweise mit einem DHCPv6-Reply beantwortet wird. Das setzt die Leasedauer wieder auf den Maximalwert.
Erhält der Router keine Antwort, so sendet er nach Ablauf von T2 einen DHCPv6-Rebind-Request, der sich diesmal jedoch unspezifisch an alle erreichbaren DHCPv6-Server richtet (sofern es mehrere gibt), in der Hoffnung, dass evtl. ein anderer DHCPv6-Server die Lease verlängert (habe ich in Paketmitschnitten am DG-Anschluss auch schon gesehen).
Erst wenn auch ein DHCPv6-Rebind-Request unbeantwortet bleibt, läuft die Leasedauer ab, und der Router verliert seine IPv6-Adressen. Er startet anschließend einen neuen DHCPv6-Exchange - aber es kommt bis zum Erhalt neuer Adressen zu einer Netzunterbrechung.
Eine kurze Leasedauer von 600s skaliert entsprechend auch T1 (300s) und T2 (480s) nach unten. Es läuft dann im Vergleich zum Standardfall eben alles 6-fach öfter.
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Warum DG an neueren Anschlüssen die Leasedauer so signifikant absenkt und auch nur noch einen LAN-PD-Block der Größe /64 spendiert, erscheint mir rätselhaft. Auch die quasi-permanente Adresszuweisung scheint hier wegzufallen, alle paar Tage werden geänderte Adressen zugewiesen.