Beiträge von ::1

    Die default route kam trotzdem per RA

    Wieso "trotzdem"? In Verbindung mit DHCPv6 (das im Gegensatz zu DHCPv4 keine "Gateway-Option" kennt), muss die Default-Route immer aus RA gelernt werden. Wenn die Gegenstelle keine sendet (=> Problem liegt auf DG-Seite), dann hast du eben kein Default-Gateway.

    Sendet die Gegenstelle denn NS und antwortet sie mit NA auf die von deinem Router gesendeten NS?

    Man könnte zur Grobmessung der Bandbreite der LAN-Verbindung zwischen PC und Fritzbox eine iperf-Messung durchführen:

    • In der Fritzbox: Hilfe und Info | FRITZ!Box Support (ganz unten links) | Durchsatzmessungen:
      Hier die Option "Messpunkt für einen Iperf-Client im Heimnetz aktivieren, Port 4711 für TCP und UDP" aktivieren
      und auf "Einstellungen übernehmen" klicken.
    • Am Windows-PC: Download von "iperf2" von hier: https://sourceforge.net/projects/iperf2/ - die herunter geladene Datei "iperf-2.2.1-win64.exe" im Download-Ordner zweckmäßigerweise in "iperf.exe" umbenennen.
    • In eine Eingabeaufforderung (Windows-Terminal) in den Download-Ordner wechseln und folgendes Kommando ausführen:
      iperf -c fritz.box -p 4711

    In meinem Fall (Fritzbox 5590) mit Gigabit-Ethernet zu meinem LAN-Windows-PC erhalte ich folgendes Ergebnis:

    Code
    D:\Downloads\Software\Tools\IPerf\V.2.2.1>iperf -c fritz.box -p 4711
    ------------------------------------------------------------
    Client connecting to fritz.box, TCP port 4711
    TCP window size: 64.0 KByte (default)
    ------------------------------------------------------------
    [  1] local 192.168.178.10 port 63404 connected with 192.168.178.1 port 4711
    [ ID] Interval       Transfer     Bandwidth
    [  1] 0.00-10.02 sec  1.06 GBytes   912 Mbits/sec

    Der Wert unter "Bandwidth" sollte nicht deutlich kleiner als 1000 Mbit/s sein.

    Vielleicht klappt es mit der automatischen Geschwindigkeitsaushandlung zwischen LAN-Adapter des PC und dem LAN3-Port der FB nicht so recht. Deshalb in den Treiber-Einstellungen des LAN-Adapters versuchsweise mal von "Automatisch" auf "1 GBit/s full duplex" umstellen.

    Nur Clients, die DNSSEC validierende DNS-Server in ihrer Konfiguration (üblicherweise im Router) hatten sind auf die Probleme gestoßen.

    Zumindest wurde somit offenbar, dass die dynamisch von der DG zugewiesen DNS-Server (richtiger ist eigentlich der Begriff "DNS-Resolver") dnscache001.dg-w.de (185.22.44.50, 2a00:6020:100::1) und dnscache002.dg-w.de (185.22.44.50, 2a00:6020:200::1) validierende Resolver sind (was ja sehr gut ist). Denn mit diesen hatte ich das Problem gestern auch (aber erst, nachdem "de"-Einträge in deren Cache nach TTL-Ablauf gelöscht wurden), mit meinem lokal am Client installierten und für die DNS-Auflösung benutzten validierenden Resolver "unbound" bemerkte ich das Problem hingegen früher.

    Versuche es in den IPv6-Einstellungen mal mit der Konfiguration "Native IPv4-Anbindung verwenden" - das ist die empfohlene Einstellung an einem DG-Anschluss (ändert nur die Reihenfolge: erst IPv4 via DHCP, dann IPv6 via DHCPv6 - so gefällt es DG besser, andersherum dauert es erfahrungsgemäß deutlich länger).

    Aber ja: Die DHCP-/DHCPv6-Fehlermeldungen deuten klar auf eine Fehlersituation bei der DG hin, sofern du deinerseits zuvor nichts geändert hast.

    Das ist also eine Anweisung der "Deutsche Glasfaser" - die sollte eigentlich wissen, dass keine der Tunnel-Lösungen an ihrem Anschluss funktionieren würde:

    • 6to4 (RFC3056, RFC3068) funktioniert nicht an IPv4-Anchlüssen hinter einem CGNAT (wie es bei DG der Fall ist). Das ginge höchstens mittels "6to4-PMT" (RFC6732) - das dazu erforderliche 6to4-PMT-Relay müsste DG für seine Kunden betreiben. Das wird DG als nativer IPv6-Anbieter aber sicherlich nicht tun.
    • Auch im Fall von 6rd (das ist die bessere Alternative zu 6to4-PMT, weil per se CGNAT-kompatibel) müsste DG für seine Kunden ein 6rd-Relay betreiben, tut dies als nativer IPv6-Anbieter aber sicherlich ebenfalls nicht. Außerdem hätte DG dann dem Kunden auch die 6rd-Konfigurationsparameter mitteilen müssen, die im Router einzutragen wären (die in der Fritzbox vorbelegten Werte entsprechen 6to4 - und das würde nur in Verbindung mit 6to4-PMT funktionieren - siehe letzter Spiegelstrich).

    Mit scheint, der Service-Mitarbeiter der DG hat hier eine KI-Antwort einfach ohne irgendeinen Funken von Verständnis an seinen Kunden weitergegeben - schöne neue Welt.

    aber hab deinen Text in chatGPT reingeworfen plus meine "ip a" Ausgabe

    Na, dann hoffe ich mal, dass das, was immer du als Ergebnis der KI-Aktion irgendwo konfiguriert hast, auch von Dauer ist.

    Ehrlich gesagt: Mich gruselt es vor einer Zukunft, in der Menschen auf Basis irgendwelcher KI-Ergebnisse, die sie nicht verstanden haben, irgendetwas produzieren, das sie genauso wenig verstehen, geschweige denn in der Lage wären, Fehler, die dieses KI-generierte Produkt seinerseits produziert, mangels Wissen bzw. Verständnis zu analysieren und zu beheben.

    Eine Fritzbox richtet eine Freigabe anhand dessen ein, was sie als sog. "IPv6-Interface-ID" des freizugebenden Gerätes (falls man es anhand seines Gerätenamens auswählt) interpretiert. Seitdem man aus Gründen vermeintlicher Privacy jedoch seitens der Geräte zunehmend die Verwendung von aus einer festen Geräte-MAC-Adresse abgeleiteten "Modified EUI64" als IPv6-Interface-ID vermeidet (erkennbar an der Zeichenkette "ff:fe" in deren Mitte), ist für die Fritzbox leider nicht mehr klar, welche der mehreren Interface-IDs die richtige ist.

    Korrekt wäre die "IPv6-GUA", aber leider kann das bei fehlender "ff:fe"-Zeichenkette auch der Identifier sein, den die Fritzbox als "IPv6-GUA-Temporary" führt.

    Man muss deshalb am freizugebenden Gerät selbst ermitteln, was deren permanente globale IPv6-Adresse ist und deren Interface-ID (die hinteren 64 Bits) manuell in der Fritzbox in der Heimnetz-Konfiguration des Gerätes als deren IPv6-Interface-ID eintragen (d.h. überschreiben, falls abweichend).

    Sodann muss man noch hoffen, dass das Gerät es mit der Privacy nicht auf die Spitze treibt und auch noch in bestimmten Zeitabständen und/oder nach Neustarts ihre MAC-Adresse und somit ihre "permanente" IPv6-Interface-ID ständig ändert. Das wäre "der Tod" jeder Freigabe in einem vorgelagerten Internet-Router, denn die lebt davon, dass sich zumindest die "IPv6-Interface-ID" des freizugebenden Gerätes niemals ändert.

    Zur DHCPv6-Leasedauer:

    An meinem DG-Anschluss (nach "altem" Adress-Standard) zeigt ein Paketmitschnitt den folgenden Inhalt einer DHCPv6-Reply-Message:

    Sowohl für die WAN-Port-Adresse des Routers (IA_NA) als auch für den LAN-PD-Block (IA_PD) gilt:

    Leasedauer = "Preferred lifetime" = "Valid lifetime" = 3600s.

    Laut DHCPv6-Standard ergeben sich daraus die folgenden Werte für den ...

    • Renew-Timer T1 = 0.5 * Leasedauer = 1800s
    • Rebind-Timer T2 = 0.8 * Leasedauer = 2880s

    Die IA_PD "Prefix length" beträgt standardmäßig /56

    Zur Erinnerung:

    Um zu verhindern, dass die Leasedauer abläuft und die IPv6-Adressen damit ungültig werden, sendet der Router rechtzeitig (nach Ablauf von T1) einen DHCPv6-Renew-Request, der vom DHCPv6-Server (der die Lease zugeteilt hat - wie unter "Server Identifier" angegeben) üblicherweise mit einem DHCPv6-Reply beantwortet wird. Das setzt die Leasedauer wieder auf den Maximalwert.

    Erhält der Router keine Antwort, so sendet er nach Ablauf von T2 einen DHCPv6-Rebind-Request, der sich diesmal jedoch unspezifisch an alle erreichbaren DHCPv6-Server richtet (sofern es mehrere gibt), in der Hoffnung, dass evtl. ein anderer DHCPv6-Server die Lease verlängert (habe ich in Paketmitschnitten am DG-Anschluss auch schon gesehen).

    Erst wenn auch ein DHCPv6-Rebind-Request unbeantwortet bleibt, läuft die Leasedauer ab, und der Router verliert seine IPv6-Adressen. Er startet anschließend einen neuen DHCPv6-Exchange - aber es kommt bis zum Erhalt neuer Adressen zu einer Netzunterbrechung.

    Eine kurze Leasedauer von 600s skaliert entsprechend auch T1 (300s) und T2 (480s) nach unten. Es läuft dann im Vergleich zum Standardfall eben alles 6-fach öfter.

    ----------------------------------------------------------------------------------

    Warum DG an neueren Anschlüssen die Leasedauer so signifikant absenkt und auch nur noch einen LAN-PD-Block der Größe /64 spendiert, erscheint mir rätselhaft. Auch die quasi-permanente Adresszuweisung scheint hier wegzufallen, alle paar Tage werden geänderte Adressen zugewiesen.

    Ich will jetzt nicht belehrend wirken, aber einige Punkte deiner Darstellung sind nicht so ganz eindeutig oder ein Fehler:

    Zitat

    3. Gateway fe80::22 (MAC: 20:00:10:38:40:93) leitet KEINE Pakete weiter

    Kann sein (in ausgehender Richtung zum Internet). Möglich ist aber auch, dass das Gateway deine ausgehenden Daten zum Internet-Ziel weiterleitet, aber die Antworten vom jeweiligen Internet-Server zwar bis zum AS60294 der DG zurück gelangen, im Netz der DG aber nicht zu deinem BNG/Anschluss zurück geroutet werden.

    Zitat

    5. Ständige Neighbor Solicitation-Wiederholungen

    Das ist kein Fehler.

    Zitat

    Das Gateway antwortet auf Neighbor Discovery, aber routet keine Pakete.
    Dies ist ein BNG/ONT-Konfigurationsproblem, NICHT ein Router-Problem.

    wie oben (5.) Es ist vermutlich auch kein BNG/ONT-Problem, sondern ein (Rückwärts-)Routing-Problem innerhalb des DG-Netzes (aus deiner Sicht "hinter" dem BNG)

    Nachtrag:

    Insbesondere wäre auch der /64 als PD-LAN-Präfix zu monieren (sollte doch wohl ein /56 sein), und die extrem kurzen Leasedauern von nur 10min für WAN-IPv4 und WAN-IPv6/PD-LAN - das ist nicht normal.

    sh0rty :

    Habe deinen Paketmitschnitt angeschaut.

    Ergebnisse:

    • Deine Router-WAN-Adresse ist vermutlich von außen erreichbar - ich konnte es allerdings nicht verifizieren. Möglicherweise, weil dein WAN-Interface keine Pings beantwortet, oder weil die WAN-Adresse aus dem Paketmitschnitt nicht mehr aktuell ist.
    • Dein LAN-Präfix scheint hingegen in der DG-Infrastruktur nicht zu dem BNG geroutet zu werden, an dem dein Anschluss hängt. Folgen: Dein LAN ist von außen nicht erreichbar und ausgehender IPv6-Traffic zu Internet-Zielen wird von denen sicherlich beantwortet, gleichwohl "versacken" die Antworten in der DG-Infrastruktur, weil sie dort eben nicht zu deinem BNG/Anschluss geroutet werden. Sämtliche Pings zu "dns.nextdns.io", die du gesendet hast, bleiben also unbeantwortet.

    Ansonsten sehr ungewöhnlich:

    Du bekommst für's LAN nur einen PD-Block der Größe /64 - üblich wäre ein /56. Auch sind die Leasedauern für WAN-Adresse und LAN-Präfix mit 600s (10min) extrem kurz, so dass sie alle paar (5) Minuten per DHPv6-Renew erneuert werden müssen.

    DHCPv6-Verlauf und RS/RA (Router lifetime = 4500s, M-Flag gesetzt) sind soweit normal, da gäbe es nichts zu beanstanden - allenfalls, dass das erste (und im Mitschnitt einzige) RA erst nach 16s zu sehen ist, nachdem dein Router 4 RS im Abstand von 4s gesendet hat.

    Nachtrag:

    • In deinem LAN scheint es ein Gerät zu geben, das 1x pro Sekunde einen Ping auf 10.8.0.1 absetzt - solche Pings Richtung Internet sind natürlich sinnlos.
    • Auch bei IPv4 ist die DHCP-Leasedauer für die WAN-IPv4-Adresse mit 600s (10min) gleich kurz wie bei DHCPv6/IPv6.

    Seid ihr hier nicht ein wenig auf dem Holzweg?

    Wenn über die Fritze nur die VPN-Verbindung sporadisch nicht aufgebaut werden kann, man ansonsten aber auf das Internet zugreifen kann - dann sollte bei der D.Giga doch die WAN-MAC-Adresse der Fritze bekannt und akzeptiert sein (sofern diese überhaupt erforderlich ist), denn andernfalls wäre die direkte Internetnutzung doch auch nicht möglich.

    Wie ist denn in der Windows-Konfiguration der VPN-Verbindung der Peer-Server in der Firma angegeben: Als Domain-Name oder als IP-Adresse?

    Wenn die VPN-Verbindung nicht aufgebaut werden kann:

    • Falls der VPN-Server als Domain-Name angegeben ist, kann er denn korrekt in seine IP-Adresse aufgelöst werden? In einer Eingabeaufforderung wie folgt zu testen: nslookup [Domain-Name] - dabei ist [Domain-Name] durch die Angabe in der VPN-Verbindungs-Konfiguration zu ersetzen.
    • Ist die aufgelöste IP-Adresse oder die in der VPN-Verbindungs-Konfiguration eingetragene IP-Adresse des VPN-Servers anpingbar? Test mit ping [IP-Adresse]. Wenn hier keine Antwort kommt, kann es allerdings auch sein, dass es dem VPN-Server per Konfiguration nicht erlaubt ist, auf Ping zu antworten (ggf. indirekt durch eine vorgelagerte Firewall). Aber das kann man ja beim VPN-Admin der Firma erfragen.

    Wobei die Nutzbarkeit via IPv4 zwar grundsätzlich gegeben, aber nicht vollkommen unberührt ist, wenn Du eine IPv6 Adresse zugeteilt bekommst, der Traffic aber nicht läuft. Ich kann mich speziell daran erinnern, dass vom Start des Mailclients, bis zum "Handshake" mit dem Server doch eine spürbar lange Zeit verging, bis man sich einig wurde. Ein Phänomen, welches bei funktionierendem IPv6 (oder eben NUR IPv4) nicht vorhanden ist.

    Ja klar, Stichwort "Happy Eyeballs" (RFC6555) - deshalb solltest du IPv6 im LAN deaktivieren (z.B. das Senden von IPv6-RA im Router abschalten, so dass die LAN-Clients keine globalen IPv6-Adressen per SLAAC autokonfigurieren können), solange IPv6 DG-seitig nicht funktioniert.

    also IPV6 unterstützt der VPN Client definitiv.

    Und der VPN-Server in der Firma auch?

    IKEv2 bzw. besser gesagt IPsec ist so eine Sache, wenn die IPsec-Verbindung mit IPv4 über einen Internet-Provider erfolgt, der ein CGNAT betreibt. In diesem Fall greift der "NAT-Traversal"-Mechanismus, d.h. die ESP-Pakete der IPsec-Verbindung werden zusätzlich in UDP verpackt und am CGNAT-Router des Providers muss dazu eine UDP-NAT-Session am Leben erhalten werden. Gelingt das nicht (zu großer Zeitabstand zwischen Keepalive-Packets/oder kein Senden von Keepalives versus UDP-Session-Timeout am CGNAT-Router), bricht die IPsec-Verbindung weg.

    Deshalb wäre es besser, sofern der IPsec-Peer in der Firma IPv6 unterstützt, den IPsec-Client (was ist denn das für einer?) so zu konfigurieren, dass er bevorzugt die Verbindung zum Firmen-Peer per IPv6 aufbaut - dort gibt es die NAT-Problematik nicht und ESP-Pakete können direkt in IPv6 enkapsuliert werden.

    SSLvpn statt IPsec wäre eine Alternative, die mit IPv4/CGNAT besser klar kommt (ggf. Verwendung von TLS statt DTLS).

    Allerdings muss ich zugestehen, dass es merkwürdig ist, dass das Log des Firmen-Peers noch nicht mal den initialen Request des Clients anzeigt, denn der sollte dennoch sichtbar sein.