Beiträge von IT-Systemhaus

    Meine Erfahrungen mit Umstellung auf LWL mit OI, InternetNord und Easybell.

    Wir wurden Ende März 2022 in Zeesen von OI in der Puschkinstr. angeschlossen. Gebucht wurde 1000Mb synchron mit fester IP. Wir haben die alte VDSL Leitung bewusst noch nicht gekündigt, weil bei einem solchen großen Projekt in dieser Region (Königs Wusterhausen und Umland) es immer mal wieder zu Störungen kommen kann, da ja überall fleißig gebuddelt wird.

    Geliefert wurde gut 900Mbit, was sicherlich den Wandlungsverlusten LWL nach Kupfer zuzuschreiben ist. Was gar nicht geht ist der Upload direkt am HES 3106. Dieser schwankt tagesabhängig zwischen 80Mb und 180Mb. Da fehlen einfach mal 80% der Leistung! und am 8.4.2022 hatte sich das Modem dann auch fehlerhafte DHCP-Adressen gezogen. Statt der üblichen 100.67.9.x wurde auch nach einem Modem Rest eine 169.254.x.x Adresse zugewiesen, aber zeitgleich korrekte DNS-Server (185.89.39.194 und 8.8.8.8) dem Modem zugewiesen. In dessen Folge waren wir etlichen Stunden Offline. Zum Glück wusste Frau K. von InternetNord was eine DHCP-Server ist und das die 169.254 eine "ausgedachte IP-Adresse ist). Das Problem war dann am Abend gelöst. Wer jetzt schon portiert hätte, wäre dann auch mit dem Telefon Offline.

    Die feste IP ist auch noch nicht geschaltet. Mehrere schriftliche Beschwerden und Anrufe bei InternetNord konnten das Problem in 2 Wochen bis einschließlich heute nicht lösen. Die technische Erreichbarkeit von Internet Nord ist ziemlich gut, jedoch bekommt man keinen qualifizierten Techniker ans Telefon, der mir den Pfusch am Bau erklären kann. Geschweige einen Rückruf.

    Die "Schweden" bringen am HES Modem ein SC Stecker mit 90 Grad schliff an (UPC Standard für Insider). Das ist falsch und führt zu Reflektionen. Das HES Modem verlangt einen SC/APC Stecker mit 8 Grad Schliff. Das steht auch so in der technischen Doku von OI und dem Modemhersteller CTS. In der Folge trifft das Licht in der Steckverbingung zum Modem auf einen schrägen Spalt aus Luft. Die Folge sind ungewollte Reflektionen des Lichts und Paketverluste bei der Datenübertragung. Ich habe InternetNord und OI zu einer schriftlichen Stellungnahmen aufgefordert, weil ich den Verdacht habe, die haben ganz Zeesen falsch anschlossen. Bitte prüft doch mal euren Upload direkt am Modem über die Webseite wieistmeineip.de. Vielleicht können wir uns untereinander helfen, wenn die Techniker/Hotline von OI uns im Regen stehen lassen.

    Die Rufnummernportierung zu EASYBELL haben wir auch geplant. Hier hat es sich empfohlen vor der Portierung sich erst mal einen Testaccount mit einer Rufnummer zuzulegen, um die Einrichtungsprozedur der IP Telefon zu verstehen (Wir haben YEALINK T46 und als Mobilteil das neue Yealink W73P. Die Einrichtung hat EASYBELL richtig gut und auch bebildert auf deren Webseite für verschiedenen gängige Telefone beschrieben. Auch die Berliner Hotline von EASYBELL ist gut erreichbar. TLS Verschlüsselung klappt zwar beim telefonieren noch nicht, das soll jedoch noch nachgebessert werden. Ansonsten haben wir mit EASYBELL einen Glücksgriff gemacht und werden die Rufnummern noch komplett portieren.

    Thema Modem HES mit SSH Login etc. Auch hier hatten wir als IT Firma Bauchschmerzen bzw Sicherheitsbedenken nach chinesischem Vorbild (HUAWEI). Sind die Geräte wirklich backdoorfrei? Offenbar kann OI diese ja selbst aktualisieren und auch die Firmware updaten. Da wir eine feste IP brauchen und diese vermutlich mit der MAC Adresse des Modemsoder dem zugewiesen Port im Schaltschrank verheiratet wird, haben wir das Modem von OI kurzerhand überbrückt und das SC Glasfaserkabel nun direkt mit einer Kupplung an einen LANCOM Router (1906) angeschlossen.

    Dazu braucht man folgende Stückliste für die Überbrückung des HES_Modems:
    LWL Kupplung für SC für UPC Schliff. (blaue Kupplung)
    ca 2-3m LWL Kabel mit SC/UPC auf einer Seite und SC/APC auf der anderen Seite
    Dann noch ein LANCOM AON Modem, was einfach nur in den SFP Port des Router (bei uns der 1906) gesteckt wird. Wer mehr Details zur Stückliste braucht - da könnte ich noch mit Bestell-Links aushelfen.

    DHCP aktivieren und die MAC-Adresse des HES Modems klonen (Im LANCONFIG - Tool), damit OI weiterhin die MAC Adresse des Modems HES 3106 sieht und bei Störungen den Anschluss Monitoren kann. Keiner der Techniker von Internet-Nord oder Open Infra war in der Lage eine qualifizierte Aussage zu treffen, wie man das Modem überbrückt, um die Wandlungsverluste von 8-12% von Glas auf Kupfer zu kompensieren. Kein Support dazu. Keine Auskünfte welche Stecker überhaupt montiert werden. Auf Nachfrage, ob man ein GPON oder AON Glasfasermodem am LANCOM Router braucht, konnte auch kein Techniker antworten. Ist ja nicht schlimm. OI stellt ja nur das Medium bereit. Ich hatte gehofft, dass die dort über den Tellerrand schauen können und was verstehen von ihrem Job in einer "LWL-Firma". Es ging ja um Basics, die man als Techniker in der Ausbildung hatte. Letztlich ist es so dass ein Glasfaseranschluss der Telekom ein GPON-LANCOM Modul benötigt (passives Netzwerk) und bei Open Infra ein AON Modul (mit BX20-Standard). Hilfreich war dazu auch ein bebilderter Beitrag zur Fritzbox 5530, wo der Hinweis mit dem AON-Modem versteckt war.

    Für Geschäftskunden mit VPN Standort-Kopplungen oder höheren Ansprüchen an IT Sicherheit wird eine Fritzbox sicherlich nicht ausreichend sein. Auch gibt es nirgendwo Performance-Hinweise, welche Leistung die Fritzbox 5530 verschluckt, wenn man an den WAN-Port 1Gb anlegt und am Switch-Port der Fritzbox dann letztendlich das Internetsignal abgreift. Vielleicht hat das einer mal von euch getestet, was die 5530 verschluckt. Sprich die Differenz im Speedtest direkt am Modem und hinter der Fritzbox. Wieviel geht da tatsächlich verloren?

    Im Anhang habe ich noch unseren Speedtest angehangen sowie die technische Doku von Open Infra.