Beiträge von alfalfa

    WIMRE werden die Anschlüsse für die verschiedenen Geschwindigkeitsklassen vom Netzbetreiber über verschiedene Modems realisiert und eins hat halt eine UPC-Buchse (blau) und das andere eine APC-Buchse (grün). Welchen Stecker man braucht und bekommt, hängt deshalb in diesem Fall davon ab, welche Geschwindigkeit man bestellt hat.

    Von links nach rechts: NT, Gf-TA, HÜP, RJ-45 Netzwerkdose.


    Am NT leuchten zu wenige LEDs. Drei grüne LEDs müssen an sein: Power, PON und LAN. Die LAN LED darf flackern, weil sie dadurch Datenverkehr anzeigt. Vielleicht ist sie auf dem Foto deshalb gerade aus. Wenn sie dauerhaft aus ist, stimmt etwas mit der Verbindung zur Fritzbox nicht.

    Das klingt nach einem Verkäufer, nicht nach einem Techniker. Die Telekom darf die Anschlüsse anderer Provider nicht einfach "umklemmen". Wenn du bisher ADSL hattest, dann kann das auch weiter so bleiben. Das ist im Verhältnis zwischen O2 und Telekom ein ganz anderes Vorleistungsprodukt als was O2 bei der Telekom beziehen müsste, um dir VDSL anzubieten. So eine Änderung liegt gar nicht in deinem Entscheidungsspielraum. Das müsste O2 mit der Telekom klären. Deswegen vermute ich, dass mit der Annahme des Haustürangebots ein Anbieterwechsel zur Telekom verbunden wäre.


    Technisch wäre der Wechsel von ADSL auf die VDSL-Technik möglich und sinnvoll. Dein Router ist dafür geeignet und weitere Umstellungen wären deinerseits wahrscheinlich nicht notwendig, außer dass vielleicht ein noch vorhandener DSL-Splitter entfernt werden müsste. Durch die kürzere Telefonleitung, die dann nur noch bis zum Verteiler statt bis zur Vermittlungsstelle reicht, steigt die Übertragungskapazität sehr deutlich.


    Ich empfehle, dass du bei O2 nachfragst, was es mit diesem Angebot auf sich hat.

    Seit Jahren kämpfen die Netzbetreiber dafür, dass kein Infrastrukturwettbewerb aufkommt, also nicht "überbaut" wird, damit kein Preisdruck nach unten auf der letzten Meile entsteht, und der Staat lässt sich das in die Feder diktieren. Das Kartellamt und die Bundesnetzagentur schlafen weiter, so dass Netzbetreiber ungestraft Provider aufrufen können, die Preise zu erhöhen.


    Ich hoffe, dass dieser Schuss nach hinten losgeht, weil für sehr viele Glasfaserkunden auch in Zeiten von Homeoffice und Streaming die Glasfaser noch keine Notwendigkeit sondern nur "nice to have" ist.


    Bei den Netzbetreibern besteht offensichtlich der Wunsch, den Glasfaserausbau für eine kräftige Erhöhung der Internetgebühren zu nutzen, statt ihn als das zu sehen, was er ist: Eine notwendige Investition, um mit der technischen Entwicklung schrittzuhalten. im europäischen Vergleich ist Festnetzinternet in Deutschland schon jetzt nicht günstig.


    Wenn die Provider weiter nicht in Infrastrukturwettbewerb treten, führt über kurz oder lang kein Weg an einer ex-ante Regulierung der Vorleistungsprodukte vorbei.

    Nachdem du den 1&1 Assistenten abgebrochen hast, kommst du zum ganz normalen Webinterface der Fritzbox. Ab da kannst du der schon weiter oben verlinkten Anleitung folgen:


    "FRITZ-Box als kaskadierten Router einrichten".


    Nach der Konfiguration wartest du eine Stunde und verbindest dann den NT mit dem LAN1-Port der Fritzbox. Die Wartezeit ist nur nötig, wenn du den DHCP-Server schon mit Anfragen deiner LAN-Geräte verärgert hast.


    Da dein kundeneigener Router nicht von der Deutschen Glasfaser fernkonfiguriert wird, brauchst du keine TR-096 Unterschiede wegen Branding zu beachten.

    Die Fritzbox kann ihr integriertes DSL Modem umgehen, um hinter einem anderen Router oder an einem externen Modem angeschlossen zu werden. Dieser Betriebsmodus wird oft "LAN1-Konfiguration" genannt, weil der LAN1-Port dann nicht mehr für das LAN sondern für die Verbindung zum Internet verwendet wird. Es gibt eine Anleitung von AVM dafür. Am DG-Anschluss bekommt die Fritzbox ihre IP-Adressen per DHCP und DHCPv6. Zugangsdaten werden nicht benötigt. Die Telefonie wird wie in der DG-Anleitung beschrieben konfiguriert.

    Es ist etwas komplizierter, das Branding einer Fritzbox zu entfernen, aber in diesem Fall nicht nötig. Das Problem, dass nach einem Werksreset alle LAN-Ports miteinander zu einem LAN verbunden sind und dann Geräte aus dem LAN am Glasfaseranschluss nach IP-Adressen fragen, haben Fritzboxen ohne dedizierten WAN-Anschluss auch ohne Branding.


    Wenn du den Assistenten abbrichst, die Fritzbox korrekt für den LAN1-Betrieb konfigurierst und dann abschaltest, solltest du den Anschluss nach einer Stunde Wartezeit in Betrieb nehmen können.

    Wie immer der Hinweis, dass hier nur Laienmeinungen ausgetauscht werden. Rechtsberatung gibt's beim Verbraucherschutz oder beim Anwalt des geringsten Misstrauens.


    Der Anbieterwechsel ist im Telekommunikationsgesetz §59 geregelt. Da heißt es u.a.:

    Zitat

    Die Anbieter müssen bei einem Anbieterwechsel sicherstellen, dass die Leistung des abgebenden Anbieters gegenüber dem Endnutzer nicht unterbrochen wird, bevor die vertraglichen und technischen Voraussetzungen für einen Anbieterwechsel vorliegen, es sei denn, der Endnutzer verlangt dies.

    Der Anspruch auf Entschädigung sollte so gar nicht entstehen, weil es eben auch dann nicht zu einem Ausfall kommen soll, der länger als einen Tag dauert, wenn sich die Fertigstellung des neuen Anschlusses verschiebt. Der Wechsel findet laut Gesetz unter Leitung des aufnehmenden Anbieters statt, also müsste der den alten Anbieter über Verzögerungen informieren.

    In der Regel funktioniert alles wie geplant, wenn auch beim Wechsel zu einem noch zu bauenden Anschluss ziemlich oft nicht zum geplanten Zeitpunkt. Die Regel "lieber Parallelanschluss als Wechsel" gilt dann, wenn man das Risiko noch weiter minimieren muss, weil man wirklich auf einen Internetanschluss angewiesen ist.


    Wenn man im seltenen Fall der Fälle telefonisch für ein paar Tage mit dem Handy auskommt und auch das Internet über das Handy oder einen LTE-Router nutzen kann, dann hat der Wechsel gegenüber dem Parallelanschluss Vorteile: Die Weiterversorgungsgarantie gibt es nur bei einem Anbieterwechsel. Man muss sich nicht um die Koordinierung von Altvertragende und Neuvertraganfang kümmern. Die Gesamtkosten sind niedriger. Der Wechsel ist der Normalfall, und der Normalfall ist (ganz besonders im Bereich Rufnummernportierung) immer der besser unterstützte Fall.


    Meine bevorzugte Lösung ist, einen VoIP-Account mit einer zusätzlichen (nicht primär genutzten) Festnetznummer zu haben, auf die man im Falle eines Ausfalls weiterleiten kann. Das sollte ein Account ohne Grundgebühr sein, auf dem man stets ein kleines Guthaben vorhält, um dann auch raustelefonieren zu können. Ideal ist, wenn man dort eine beliebige Absendernummer setzen kann (CLIP no screening). Wenn der Problemfall eintritt, kann man bei den Anschlussprovidern eine Weiterleitung einrichten lassen. Das ist oft auch als Dauereinstellung möglich, die nur dann wirkt, wenn der Anschluss aus irgendeinem Grund nicht erreichbar ist. Damit ist die telefonische Erreichbarkeit gesichert, solange man irgendeinen Internetzugang hat. Wenn das Telefonieaufkommen nicht hoch ist oder man die Provider davon überzeugen kann, die Kosten für die Weiterleitung zu übernehmen, oder eine Flatrate vorhanden ist, die Weiterleitungen zu Mobilnummern abdeckt, dann kann man sich den VoIP-Account auch sparen und einfach auf's Handy weiterleiten lassen.


    Den Internetzugang kann man über einen LTE-Stick an einer Fritzbox oder ein Handy mit USB-Tethering herstellen, wenn der Festnetzanschluss versagt. Das sollte man vorher mal ausprobieren, und man sollte einen geeigneten Tarif haben, den man kurzfristig und vorübergehend auf ein höheres Datenvolumen upgraden kann.


    Das alles ist aber wie erwähnt nur dann ratsam, wenn man Spaß an sowas hat oder wirklich keinen Internetausfall tolerieren kann. Im letzteren Fall sollte man sich bewusst sein, dass Ausfälle nicht nur durch einen Anbieterwechsel möglich sind, sondern auch im Normalbetrieb vorkommen können und dann keineswegs immer schnell behoben sind.

    Grundsätzlich verstehe ich, dass man die komplette Hardware selbst aussuchen möchte und auch ein Recht hat, das zu tun. Allerdings sind die GPON-ONTs nicht mit Zwangsroutern zu vergleichen. Für die meisten Kunden dürften sie die beste Kombination aus Wahlfreiheit beim Router und Abstraktion von den Besonderheiten eines Glasfaseranschlusses sein. Im Gegensatz zu Kabelmodems spielt die Wahl des ONT praktisch keine Rolle für die Performance und die ONTs sind auch keine Stromfresser.


    Ich würde mir im Moment eher Gedanken darüber machen ob der Glasfaserausbau bei steigenden Zinsen weiter so vorangetrieben wird. Was man hat, das hat man.

    Wenn die PON-LED blinkt, ist wahrscheinlich das Glasfasersignal grenzwertig. Das Blinken zeigt laut Anleitung "Ranging" an. Das ist ein Teil des Verbindungsaufbaus, in dem das Timing der Übertragung auf die Entfernung vom NT zum OLT eingestellt wird. Der NT hat also die optische Verbindung verloren und stellt sie wieder her. Der Provider kann die Dämpfungswerte aus dem NT auslesen und danach beurteilen, ob die Verbindung gut oder schlecht ist. Die Ursache muss nicht das Kabel oder verdreckte Stecker sein. Auch die Optik des NT kann defekt sein.

    Nur mal zur technischen Klarstellung:


    Der Adressbereich 100.64.0.0/10 ist für CGNAT reserviert, um Überschneidungen mit üblicherweise im LAN verwendeten RFC 1918 Adressen zu vermeiden, falls dem Router eine nicht-öffentliche Adresse zugewiesen wird. Für das "B4-Element" im DS-Lite Standard (RFC 6333) gibt es aber eine separate "wohlbekannte Adresse": Der Router "bezieht" keine IPv4-Adresse, sondern nutzt im Tunnel die Adresse 192.0.0.2, und das auch nur für vom Router selbst ausgesendete Pakete. Bei DS-Lite macht der Router nämlich kein NAT. Die Adressen der Geräte im LAN werden 1:1 im DS-Lite Tunnel verwendet und erst durch CGNAT beim Provider auf öffentliche Adressen umgesetzt.


    Um zu sehen, ob der Provider CGNAT macht, kann man sich die echte öffentliche IPv4-Adresse auf Seiten wie wieistmeineip.de anzeigen lassen und mit der vom Router angezeigten WAN IPv4-Adresse vergleichen. Wenn die verschieden sind, ist CGNAT im Spiel, sonst nicht. DS-Lite verwendet immer CGNAT.

    Wer auf einen Internetzugang angewiesen ist, sollte keinen Providerwechsel auf einen noch zu bauenden Anschluss beauftragen, ohne eine Ausweichlösung für den Problemfall zu kennen.


    Wenn man etwas mehr Funktionssicherheit als bei einem Anbieterwechsel haben möchte, ist die einfachste Lösung, den neuen Anschluss zusätzlich zu bestellen und erst dann den alten Vertrag zu kündigen, wenn der neue Anschluss stabil läuft. Da die Anschlüsse unabhängig voneinander sind, ist das möglich. Bei einem Wechsel von DSL-Anbieter zu DSL-Anbieter geht das technisch bedingt nicht, aber von DSL zu Glasfaser ist es kein Problem.


    Die Rufnummer kann man dann zu einem VoIP-Provider wie Sipgate oder Easybell portieren und über den neuen Anschluss weiternutzen.


    Die rechtlichen Garantien für den Providerwechsel lesen sich zwar gut, aber wenn es nicht so funktioniert, wie man sich das erhofft hat, dann hat man den Ärger. Die Lösung kommt nicht immer schnell, auch wenn das Gesetz etwas anderes vorschreibt.

    Die kleinsten Tarife sind nur unwesentlich teurer als der Anschluss alleine und dann weiß man, dass alles funktioniert. Man muss den bestehenden DSL- bzw. Kabelanschluss nicht kündigen und kann beide Anschlüsse parallel betreiben oder den neuen Anschluss nach dem Ausprobieren ungenutzt lassen und zum Ende der Mindestvertragslaufzeit kündigen.

    Ich denke, dass das vergebene Mühe ist. Der Router hinter dem DG-Router bekommt vielleicht eine IPv6-Adresse, wenn er entgegen den Gepflogenheiten RAs akzeptiert und sich per SLAAC eine Adresse holt. Aber hinter dem DG-Router bekommt er kein Präfix, und ohne das kann der zweite Router den Geräten in seinem LAN keine IPv6-Adressen geben. Die einzige Möglichkeit dafür wären Tricks wie IPv6-Passthrough, wodurch der Router für IPv6 zur Bridge würde.


    Es sollte möglich sein, IPv4 so zu konfigurieren, dass beide Router-Webinterfaces erreichbar sind, aber was bringt das, wenn Erreichbarkeit von außen das Ziel ist, wofür IPv6 benötigt wird?


    Die Schlussfolgerung aus dem Thementitel ist schon korrekt: Wenn man mehr als die vorkonfigurierte Funktionalität will, dann macht man um die einfachen DG-Router besser einen großen Bogen. (Der "Premium-Router" ist eine Fritzbox. Die kann man nehmen, wenn man mit den zugehörigen Vertragsbedingungen in der Leistungsbeschreibung einverstanden ist.)


    Eine Lösung, die auch mit dem blödesten Router noch funktioniert, ist ein VPN, das Verbindungen von innen nach außen aufbaut. Davon gibt es auch einige, die für solche Verbindungen kostenlos bereitgestellte Server als Relays verwenden. Die wurden hier im Forum schon mehrfach thematisiert.

    Weiß nicht ob ich hier externe links setzen darf?

    Darfst du. Links zu eigenen Angeboten müssen klar als solche erkennbar sein und strikt zum Thema passen. Links, die nur gesetzt werden, um Referrals unterzubringen, oder anderweitig nicht zum Thema passen, sind nicht erwünscht (Amazon Links schreibt die Forensoftware sowieso um).