Beiträge von alfalfa

    Wer hat denn in DE vor 5 oder 10 Jahren an Glasfaserverkabelung bis zum Büro/Wohnzimmer gedacht?

    Um vor 10 Jahren daran zu denken, brauchte man keine Hellseherfähigkeiten. Das war höchstens vorausschauend. Man musste aber "damals" nicht konkret an Glasfaserverkabelung denken: Die Regel, dass Medien- und Kommunikationskabel austauschbar zu verlegen sind, ist dafür schon alt genug. Wer vor 5 Jahren nicht mit Netzwerkkabeln geplant hat, hat vielleicht geglaubt, dass in Zukunft alles kabellos ist.

    Das Telefonkabel von außen endet im "Abschlusspunkt Linientechnik", einem wahrscheinlich grauen Gehäuse, in dem sich LSA Leisten befinden, auf die die einzelnen Adern des Kabels geklemmt sind. Dort sind auch die Leitungen zu den Wohnungen aufgeklemmt, um die Verbindung nach draußen herzustellen. Wenn du die Leitung in deine Wohnung für etwas anderes verwenden möchtest, musst du irgendwie an dieses Ende der Leitung herankommen, aber den APL solltest du nicht selbst öffnen. Da ist also fachlich versierte Hilfe angesagt.

    Laut den Unterlagen die wir im Haus gefundne haben hat die DG das mal so gebaut.

    Es gibt hier ein Thema, in dem die Geräte aufgelistet werden, die die Deutsche Glasfaser bei den Kunden verbaut:


    Da du Unterlagen zu deinem Anschluss hast, wäre es schön, wenn du die Anschlusstechnik in deinem Haus dort ergänzen könntest, vielleicht sogar mit dem Installationsjahr und der Region.

    Fritzbox per Glasfaser anschließen und schauen, ob die Fritzbox das "Training" absolviert. Wenn nicht, dann muss sie manuell vom Support am OLT angemeldet werden. Das sollte aber eigentlich nicht mehr notwendig sein. Nach dem Training sollte die Fritzbox eine 10.irgendwas Adresse bekommen und über die activation.deutsche-glasfaser.de Seite mit dem Code aus dem Kundenmenü aktivierbar sein.


    Die Hürde ist das "Training": Wenn das OLT die Fritzbox nicht auf die Leitung lässt, dann kann sie auch nicht vom Kunden aktiviert werden.

    Dass Endgeräte nicht ad-hoc austauschbar sind, kann z.B. im Fehlerfall ein ernstes Problem sein, wenn das Onboarding vom Support gemacht werden muss und der erstmal nicht erreichbar ist (Wochenende, Feiertage, etc.).


    Die zu frühe Aggregation ist insofern problematisch, weil Überbuchung, die dazu führt, dass dem Kunden regelmäßig wesentlich weniger als die Tarifbandbreite zur Verfügung steht, jede Chance auf gute QoS vereitelt. Ob die Pakete über Klingeldraht oder Glasfaser übertragen werden, ändert daran nichts. Natürlich könnte man zu schnelleren PON-Standards wechseln, aber wie zu erwarten reden die Provider lieber über höhere Preise als über bessere Qualität. Die Möglichkeit für den Provider, schon auf der letzten Meile massiv zu überbuchen, ist die eine große Falle von passiven optischen Netzen. Ich hoffe inständig, dass AVM die Glasfaserfritzboxen um eine Belegungsstatistik des Shared Mediums erweitert, um Transparenz in die Sache zu bringen.

    In anderen Ländern gibt es ja auch Millionen von GF-Anschlüssen bei jedermann. Und es funktioniert egal ob GPON oder AON.

    In anderen Ländern gibt es keine Endgerätewahlfreiheit. Wenn du hier den Provider-ONT benutzt, hast du auch keine Probleme, von den letzten beiden Punkten meiner Liste mal abgesehen.


    Ich sehe aber das Nadelöhr bei den Neuen am Markt eher bei den zu dünnen und zu wenige Peering-Points im Hintergrund.

    Das kann man natürlich zusätzlich vergeigen und grundsätzlich kann man beide Systeme kaputtsparen. Das Problem, dass ein paar Intensivnutzer in der Nachbarschaft genug sind, um einen GPON OLT-Port auszulasten, der noch Dutzende andere Kunden versorgen soll, kann man aber nicht wegplanen. Wenn man ein AON-Netz richtig plant, dann werden mehr Kunden auf mehr Bandbreite aggregiert. Das ist selbst dann besser, wenn die Contention Ratio ansonsten gleich ist.

    Was soll problematisch sein?

    Dir fällt nichts ein, was bei GPON problematisch ist?

    • Echte und vorgeschobene Inkompatibilitäten der Endgeräte mit den OLTs
    • Endgeräte nicht ad-hoc tauschbar
    • Auf dem freien Markt teurere Endgeräte
    • Kein standardisiertes Onboarding: oft umständlich, fehlerhaft oder gar nicht vorhanden.
    • Im Verhältnis zu den angebotenen Tarifbandbreiten niedrige Systembandbreite.
    • Zu frühe Aggregation, um hohe Bandbreiten garantieren zu können.

    Wenn ich die Situation richtig verstanden habe, geht es dort nicht um Mindestversorgungsstandards. VDSL ist bereits verfügbar, und das lässt vermuten, dass dort die Vermarktung von FTTH schwierig ist, weil die Anwohner nur das Beste und das am liebsten geschenkt bekommen wollen, denn wegen VDSL hat man keine Not und keine Eile. Nach Förderung für FTTH Anschlüsse wird man trotzdem rufen, und weil die Telekom schon vor Ort ist, wird sie auch den Zuschlag dafür bekommen. So wollten es ja sowieso alle haben, und geschenkt nimmt man das doch gerne. So belohnen wir in Deutschland, wenn man sich nicht für eigenwirtschaftliche Angebote entscheidet. Schön blöd, wer bei irgendeinem dahergelaufenen Provider statt der Telekom bestellt und den Anschluss ungefördert nimmt.

    Bürgermeister haben nicht wirklich Möglichkeiten, dazu irgendwelche Vorschriften zu machen. Die Rahmenbedingungen werden in der Bundespolitik festgelegt, die die Telekom nach wie vor protegiert. Es wird immer genau das gefördert, was der Telekom strategisch hilft.

    Seit die Telekom mit dem 2,5Gbps Glasfasermodem2 selbst Glasfaser FTTH anbietet, fühlt sie sich nicht mehr als einer der Provider, die diesen ganzen Produktdatenblatt-Zirkus nötig gemacht haben, weil viele Kunden nur kleine Bruchteile der beworbenen Leistung bekommen haben. Und genau seitdem wird diese Brutto-Netto-Gigabit-Sau durchs Dorf getrieben. Meine persönliche Meinung: Wer 2,5Gbps-Schnittstellen betreibt, um 5% mehr Datenrate aus einem Gigabitanschluss herauszuholen, ist nicht ernstzunehmen.

    Ich wäre sehr überrascht, wenn das mit der 7520 nicht funktionieren würde, auch ohne Modifikationen. Ich habe schon andere 1&1-gebrandete Fritzbox Router an einem DG-Anschluss problemlos in Betrieb genommen. Eine Garantie kann ich dir aber natürlich trotzdem nicht geben.

    Das Produktdatenblatt gibt 1000 Mbit/s als Maximaldatenrate an. Die Maximaldatenrate muss streng genommen auch mal erreicht werden und die BNA versteht unter dieser Angabe (entgegen der Branchengepflogenheiten) einen Nettowert. Allerdings bleibt das sanktionslos, weil die BNA die Messtoleranz so definiert hat, dass in diesem Fall der Maximalwert nach der Definition "erreicht" wird.

    Und für die Aussenlagen macht sie sowieso den geförderten Ausbau.

    Da sich die Konkurrenz auch aus den anderen Außengebieten zurückgezogen hat, wäre ich sehr überrascht, wenn die Telekom die Gießkannenglasfaserförderung liegen lassen würde. Meine Prognose: Da wird nichts gemacht, bis die Verwaltung ins Steuersäckel greift. Förderung gibt es bekanntlich nicht mehr nur für unterversorgte Gebiete sondern auch und gerade, wo mit dem FTTC-Ausbau den reinen FTTH-Unternehmen schon einmal in die Suppe gespuckt wurde.

    Wenn zu viele so "clever" sind, geht am Ende gar nichts, auch nicht zum vollen Preis mit Baukostenbeitrag. Ohne Netz kein Anschluss.


    Die Anschlussbestellungen, die nach dem Cutoff für die Bauphase eingehen, werden übrigens als Nachanschlüsse gebaut. Die kommen oft erst, wenn der Erstausbau vollständig fertig und vom Generalunternehmer an die DG übergeben worden ist. Das kann sehr lange dauern.


    Während des Erstausbaus hat man außerdem mehr Unterstützung vor Ort, und zwar von allen Seiten: Verwaltung, Deutsche Glasfaser, Bauunternehmen und andere Kunden. Nachzügler haben viel weniger Ansprechpartner.


    Trotzdem viel Glück mit deiner Taktiererei. Vielleicht läuft ja alles so, wie du es dir ausgerechnet hast.

    Das "Problem" mit solchen Angeboten ist, dass der Kunde, der während der Nachfragebündelung mit seinem Auftrag dazu beiträgt, dass der Ausbau stattfindet, gesagt bekommt, dass es später teurer wird. Praktisch muss manchmal der Nachbar, dessen Zögern unter Umständen dafür gesorgt hat, dass der Ort nicht vollständig erschlossen wird, den Anschluss nicht nur nicht teurer bezahlen, sondern bekommt ein noch günstigeres Angebot. Das erscheint "ungerecht" und löst bei denen, die möglicherweise sogar nur aus Solidarität einen Anschluss bestellt haben, Kaufreue aus.


    Nach meinen Erfahrungen mit Nachanschlüssen ist das am Ende keine so offensichtliche Sache. Insgesamt würde ich davon abraten, sich über niedrigere Preise zu beschweren. Wenn man sich so darüber ärgert, kann man solche Angebote schließlich auch selbst zur Kostenoptimierung nutzen. Man muss nur die Bedingungen einhalten.

    Hast du die mal gefragt ob sie nicht einen anderen Pigtail aufspleisen können

    Das ist in einem Massengeschäft wahrscheinlich etwas zu viel verlangt. Ich würde die Adapterlösung wählen, aber vielleicht hat dieser Anbieter ein passendes Kabel:

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