Beiträge von alfalfa

    Wenn die Aussage von Freischuetz ist, das die 5530 nicht in Betrieb genommen werden kann

    Der Anschluss ist noch nicht fertig. Was geht und was nicht ist noch hypothetisch. Ein selbst beschafftes Glasfaser-Modem 2 muss auch aktiviert werden. Das ist unabhängig von der Frage, ob man lieber ein integriertes Gerät oder die Vorteile eines separaten ONTs haben möchte.

    das ist inhaltlich und technisch falsch

    Nur wenn man es falsch versteht. Jetzt und in absehbarer Zukunft ist man auf dem Routermarkt flexibler, wenn man WAN über 1000BASE-T statt per optischem GPON bezieht. Hochintegrierte Geräte können praktisch sein und im Prinzip auch Mehrwert bieten, aber die Aufteilung der Funktionen auf separate Geräte ist in sich entwickelnden technischen Bereichen oft vorteilhaft. Man unterwirft sich auch nicht einem Provider, wenn man ein separates GPON-Modem wählt, sondern nimmt eine Wahlfreiheit war, nur vielleicht nicht in deinem Sinn.

    Das ist eine unglückliche Formulierung, deshalb meine Klarstellung. Es kann sowieso nie mehr als ein registrierter ONT gleichzeitig senden. "Suppress upstream transmission" heißt einfach nur, dass kein registrierter ONT einen Slot zugewiesen bekommt. Aber für den einzelnen ONT macht es keinen Unterschied, ob er gerade nicht senden darf, weil ein anderer registrierter ONT sendet oder weil das OLT den unregistrierten ONTs eine Möglichkeit gibt, sich zu melden. Diese "quiet windows" sind keine "Unterbrechungen" sondern normaler Teil des TDM-Protokolls, mit dem das OLT den Zugriff der ONTs auf das Medium steuert. Für die registrierten ONTs entsteht dadurch keine außergewöhnliche Pause.

    in dem der OLT bei allen angeschlossenen ONUs am Port den Upstream unterbricht

    Damit da nicht gleich wieder Gerüchte aufkommen: Es wird nichts unterbrochen. Alle Upstream-Aktivität auf einem GPON-Port wird vom OLT gesteuert. Die ONTs bekommen Zeitfenster zugewiesen, in denen sie senden dürfen, und genauso gibt das OLT vor, wann sich unbekannte ONTs melden dürfen. Dabei gibt es technische Besonderheiten, weil die ONTs noch nicht identifiziert sind und das Timing noch nicht exakt bekannt ist, aber grundsätzlich ist das ein Zeitfenster wie jedes andere. Ein ONT nutzt nur zugewiesene Zeitslots. Es macht keinen Unterschied, ob sich den Rest der Zeit unbekannte ONTs anmelden oder ein paar andere ONTs ihren Upstream-Traffic schicken.

    Die Belegung an beiden Enden ist: weiß Orange, weiß blau, weiß grün und weiß braun.

    Die Belegung ist nicht intuitiv. Die Signale werden über vier verdrillte Adernpaare übertragen, von denen jeweils eine Ader vollfarbig und die andere Ader mit der gleichen Farbe und Weiß dazwischen markiert sind. Aber die Adern der Paare liegen nicht alle nebeneinander auf dem Stecker, sondern ein Paar in der Mitte, ein Paar links außen, ein Paar rechts außen und ein Paar mit den Adern getrennt links und rechts vom mittleren Paar, und zwar so, dass sich immer farbige und halbfarbige Adern abwechseln. Konkret gibt es zwei standardisierte Belegungen:


    TIA-568A/B – Wikipedia
    de.wikipedia.org


    Such dir eine aus und verwende die überall. Wenn du Stecker oder Buchsen verwendest, die LSA-Kontakte mit entsprechenden farblichen Markierungen haben, dann beachte diese. Die Signale werden dann korrekt auf die Kontakte des Steckers verteilt.

    Der VoIP-Provider Sipgate ist hier im Forum oft empfohlen worden. Deshalb ist diese Veränderung vielleicht für einige von Interesse. Sie wurde bisher nicht aktiv von Sipgate kommuniziert. Das Sipgate Blog schweigt dazu und die Social-Media-Kanäle haben bisher nur auf Fragen reagiert, aber nicht von sich aus darüber informiert.


    Wie Teltarif am 08.09.2022 berichtete, hat Sipgate den grundgebührfreien Tarif Sipgate Starter (vorher Sipgate free, davor Sipgate basic / Simquadrat) sang- und klanglos eingestellt, so dass Neukunden seitdem nur noch Tarife ab 11,84€/Monat (brutto) buchen können. Für Bestandskunden sollen die Änderungen ab 2023 umgesetzt werden.


    sipgate schafft kostenlosen Starter-Tarif ab
    Wer sipgate nutzen möchte, muss künftig mindestens 9,95 Euro pro Monat zahlen.
    www.teltarif.de


    Auf Twitter bestätigte Sipgate, dass es "keine klassischen Privatkundentarife" mehr geben wird. "Klar ist, dass es Wechselangebote und keinen kostenlosen Tarif mehr geben wird."

    von außen zum HÜP: Glasfaser, max. 3m, fest installiert, die Längenbeschränkung hat keine technischen Gründe


    vom HÜP zum Gf-TA: Glasfaser, max. 20m, fest installiert, die Längenbeschränkung hat keine technischen Gründe


    vom Gf-TA zum NT: Glasfaser, gesteckt, im selben Raum, die Längenbeschränkung hat keine technischen Gründe


    vom NT zum Router: Cat5e oder höher, gesteckt, max. 100m, die Länge ist durch den Ethernet-Standard beschränkt


    vom Router zu den Endgeräten: Cat5e oder höher bzw. Funk, gesteckt, Länge durch Ethernet und WLAN-Standards beschränkt


    HÜP, Gf-TA und NT werden fest installiert. Der NT ist leicht versetzbar, HÜP und Gf-TA nicht.


    Zu den Längenbeschränkungen: Alle Glasfaserstrecken im Haus verlängern die Glasfaser, die in der Straße liegt. Ob die Verbindung zum PoP x km + 10m ist oder x km + 100m, ist egal. Die elektrischen Ethernetverbindungen dürfen bis 100m lang sein. Bis zu der Länge ist die Verbindung gleich gut und schnell, wenn sie korrekt ausgeführt ist.


    Der NT ist ein "Modem". Am Modem kann man den Internetzugang nutzen (wie bei DSL auch, wenn das Endgerät die nötigen Protokolle spricht), aber weil nur ein Gerät am Anschluss Adressen zugeteilt bekommt, braucht man einen Router, wenn man mehrere Geräte nutzen will: HÜP---Gf-TA---NT---Router oder HÜP---Gf-TA---Glasfaserrouter.

    In diesem Kommentar ist der Gf-TA inkl. Kabel zu sehen, mit dem die Verbindung zum HÜP hergestellt wird:


    Der Vorteil gegenüber einem konfektionierten Kabel ist, dass man keinen Stecker durch den Kabelweg ziehen muss. Dafür muss das Ende allerdings im HÜP fest verbunden werden. Wenn dir das nicht in den Kram passt, kannst du den Gf-TA direkt neben dem HÜP installieren lassen und ein Glasfaserkabel deiner Wahl zum Glasfaserrouter verlegen. Der eigentliche Anschluss ist dann halt im Keller. Früher wurde kein Gf-TA installiert und die Verbindung vom HÜP zum NT war ein mehr oder weniger langes Patchkabel, je nach Wunsch, wo der NT installiert werden sollte. Solche Kabel sind billig zu bekommen, z.B. bei fs.com: https://www.fs.com/de/products/74349.html (in der Variante für den Anschluss einer Fritzbox 5530 oder 5590)


    Glasfaserpatchkabel sind empfindlich und dürfen keinesfalls geknickt werden. Auch nennenswerte Zugbelastungen müssen vermieden werden. Die Länge des Glasfaserkabels ist praktisch egal und hat keinen Einfluss auf die Übertragungsleistung. Auch die Gigabit-Ethernet-Verbindung zwischen NT und Router darf bis 100m lang sein, ohne dass das einen Einfluss auf die Performance des Anschlusses hat (korrekte Ausführung vorausgesetzt).


    Der NT ist ein "Modem", kein Router. Die Fritzbox 7590 wird über den WAN-Port am NT angeschlossen und bekommt dort Adressen per DHCP und DHCPv6, die sie dann wie üblich als Router für die Geräte im LAN und WLAN nutzbar macht. Die Fritzbox wird nicht nur als Switch eingesetzt. Das Internet ist auch direkt am NT nutzbar, aber wenn der DHCP-Server mehr als ein Gerät am NT sieht (also nicht nur den Router oder nur einen Computer), dann funktioniert der Anschluss nicht. Wenn das Endgerät getauscht wird (anderer Router, Computer statt Router oder umgekehrt), dann kann eine Pause von einer Stunde notwendig sein, bevor das neue Gerät eine IP Adresse bekommt. Wirklich normal nutzbar ist der Anschluss deshalb nur mit einem Router, mit dem alle anderen Geräte verbunden werden.

    Die Glasfaser von der Straße endet in einem kleinen Kasten an der Wand, dem Hausübergabepunkt (HÜP). Wenn kein Glasfaser-Teilnehmer-Anschluss (Gf-TA) installiert wird, befinden sich an der Unterseite des HÜP Glasfaserbuchsen für LC-APC-Stecker. Mit Gf-TA wird das Kabel im HÜP gespleißt und die Buchsen befinden sich in dem separaten Gf-TA Kästchen. Der HÜP befindet sich immer an der Stelle, wo die Glasfaser ins Haus kommt. Mit dem Gf-TA kann man den Glasfaser dann an eine andere Stelle im Haus montieren lassen.


    Der HÜP bzw. der Gf-TA ist der "passive Netzabschluss". Dort wird ein Glasfaserendgerät angeschlossen. Das ist meistens der von der DG gelieferte und installierte NT (Network Termination), an den man mit normalem elektrischem Gigabit-Ethernet einen Router anschließen kann. Es ist aber auch möglich, einen Glasfaserrouter direkt am HÜP bzw. Gf-TA anzuschließen. (Zur Zeit funktionieren nur Fritzbox 5530 und 5590, wenn es sich um einen GPON-Anschluss handelt. An AON-Anschlüssen ist die Auswahl größer.)


    Mit einem eigenen Kabel kannst du sowohl die optische als auch die elektrische Schnittstelle frei im Haus verlegen. Optische Kabel sind in der Hinsicht unpraktischer, weil das Anbringen der Stecker für Laien schwierig bzw. teuer ist, so dass diese Kabel meist "konfektioniert" gekauft werden. Die bereits angebrachten Stecker machen dann das Verlegen durch Bohrungen und Kabelschutzrohre schwierig. Das Problem vermeidet man, indem man den Gf-TA direkt dort installieren lässt, wo später ein Router mit Glasfaserschnittstelle stehen soll.

    Im Normalfall sollten 6 Fasern in das Haus gelegt werden, je zwei pro möglichem Anschluss (aktiv + Reserve). Garantiert ist das aber nur, wenn die drei Anschlüsse tatsächlich bestellt sind. Wenn die Verlegung von der Straße ins Haus bei dir aber durch ein vorhandenes Leerrohr auch später einfach möglich ist, sollten Nachanschlüsse so oder so kein Problem sein, jedenfalls nicht technisch. Organisatorisch können Nachanschlüsse sehr viel Zeit brauchen. Mehrmonatige Wartezeiten sind normal bis gut. Es kann auch viel länger dauern.


    Für die Vorbereitung der Kabelwege im Haus bist du selbst zuständig, es sei denn du bestellst ein kostenpflichtiges Installationspaket zusätzlich. Daran ändert auch ein Nachanschluss nichts. Das Bauunternehmen zieht das Glasfaserkabel von der Wohnung zum Keller nur durch einen leeren, vorbereiteten Kabelweg. Wenn der nicht vorhanden ist, wird der Anschluss im Keller installiert.


    Der Anschlusspreis, der während der Nachfragebündelung entfällt, ist eine Pauschale. Der kann also später auch dann anfallen, wenn die Installation sehr wenig Arbeit macht. Praktisch ist mir kein Fall bekannt, wo nicht auch lange nach der Nachfragebündelung mit 0 Euro Anschlusskosten geworben wurde. Das muss aber nicht so bleiben.

    Mit IPv6 hat jedes Gerät eine eigene Adresse. Wenn du einen Dynamic DNS Namen für ein bestimmtes Gerät festlegen möchtest, musst du das mit der Adresse dieses Geräts tun, nicht mit der Adresse des Routers. Die einfachste Möglichkeit ist, dass das Gerät das mit einem Dynamic DNS Client selbst macht. Wenn der Router das übernehmen soll, muss er die Adresse des Geräts kennen. Die Fritzbox kann auch das Präfix für das LAN an den Dynamic DNS Server melden. Wenn der das unterstützt, können damit die DNS-Namen der Endgeräte auf einen Schlag aktualisiert werden.

    Schöne Grüße an die IT. Vielleicht mal über IPv6 nachdenken.


    Die letzten IPv4 Adressblöcke hat die ICANN vor 11 Jahren vergeben:

    https://itp.cdn.icann.org/en/files/announcements/release-03feb11-en.pdf


    Es war RIPE eine Nachricht wert, als 2016 rund 16000 "recyclete" Adressen für ganz Europa verfügbar gemacht wurden:

    RIPE NCC Receives /18 from IANA’s Recovered Pool
    On 1 September 2016, the RIPE NCC and other Regional Internet Registries (RIRs) were each allocated the equivalent of a /18 of IPv4 address space from the…
    www.ripe.net


    Seit zwei Jahren ist bei RIPE quasi nichts mehr zu bekommen:

    https://www.potaroo.net/tools/ipv4/plotend.png


    Bloß keine Hektik aufkommen lassen...

    Die Deutsche Glasfaser bietet an Privatkundenanschlüssen IPv6 nativ und IPv4 ebenfalls nativ aber mit CGNAT (Carrier Grade NAT, Network Address Translation). Das ist technisch nicht Dualstack-Lite. Bei DS-Lite wird IPv4 nicht nativ sondern getunnelt übertragen. Gemeinsam mit DS-Lite hat CGNAT aber, dass man keine eigene öffentliche IPv4-Adresse bekommt.


    Ob das VPN-Protokoll mit CGNAT funktionieren wird, kann dir nur eure IT sagen. Öffentliche IPv4 Adressen gibt es an Privatkundenanschlüssen der DG auch nicht gegen Aufpreis. Dafür müsste man einen Geschäftskundenanschluss buchen (DG Business, nicht DG Professional), was aber preislich uninteressant sein dürfte.

    Nie würde ich die DG eine Kernbohrung an meinem Haus machen lassen.

    Macht die DG sowieso nicht. Erstens baut ein Subunternehmer eines Generalunternehmers für die DG und zweitens ist für das dünne Rohr ins Haus keine Kernbohrung nötig. Aber du meinst, du willst den Anschluss nur, wenn die Mehrspartenhauseinführung dafür genutzt wird. Im Gestattungsvertrag genehmigt sich die DG nur notwendige und zumutbare Belastungen, was eine Bohrung meines Erachtens ausschließt, wenn eine Mehrspartenhauseinführung vorhanden und nutzbar ist.


    Die Nutzung der Mehrsparte wird von verschiedenen Bauunternehmen unterschiedlich gehandhabt. Es kann sein, dass du den Anfang des Telekommunikationsrohres selbst freilegen musst, weil das in der Regel tiefer liegt als die Glasfaser verlegt wird. Die Telekommunikationssparte ist i.d.R. dafür ausgelegt, mehrere Kabel bzw. Schutzrohre aufzunehmen. Die Details müsstest du ggf. beim Hersteller erfragen. Wichtig zu wissen wäre auch, wem die Hauseinführung gehört. Die genaue Position des straßenseitigen Rohranfangs muss bekannt sein. Unbedingt notwendig ist, dass die Nutzung der Mehrspartenhauseinführung bei der Hausbegehung vereinbart wird. Die genannten Aspekte sind vorher zu klären.

    Probleme mit tageszeitabhängigen Geschwindigkeitsschwankungen, auch so extreme, hat es schon gegeben. Die waren immer regional begrenzt, aber keine Einzelfälle. Es war stets schwierig, die Deutsche Glasfaser dazu zu bewegen, diese Probleme einzugestehen, und es hat stets länger als aus Kundensicht vertretbar gedauert, bis die Probleme recht plötzlich wieder verschwanden. Die Symptomatik ist vergleichbar mit überlasteten Segmenten im Kabelnetz.


    ABER: Ob es bei dir so ein Netzbetreiberproblem ist, ist alles andere als klar und nicht leicht zu belegen, ganz besonders nicht, wenn du dich sträubst, die Möglichkeit anzuerkennen, dass es auch auf deiner Seite liegen könnte. Die Tageszeitabhängigkeit spricht zwar dafür, dass dein Netz grundsätzlich in der Lage ist, die Leistung abzurufen, aber sicher ist das nicht.


    Da du den Vertrag bereits gekündigt hast und es als ITler sowieso besser weißt, spare ich mir, mögliche Lösungsansätze zu diskutieren.