FTTH Neuanschluß direkt machen?

  • Noch mal: 1&1 ist Reseller! Die legen dir keinen Glasfaseranschluss.

    1&1 hat sicher im Hinblick, das man die Tätigkeit von MVNO auf einen "richtigen" Mobilfunkbetreiber verlagert, Versatel gekauft, um die Mobilfunkstandorte mit Glasfaser anzubinden. Insofern ist 1&1 nun auch ein Glasfaserprovider mit eigenem Glasfasernetz.


    Allerdings habe ich keine Info darüber, ob auch Privatkunden an das Netz angeschlossen werden bzw. ein Glasfaserausbau im Privatkundensegment geschieht.

  • Es ist tatsächlich GlasfaserPlus.

    Hilft das bei der Einordnung?

    Sorry, war mir nicht klar, dass das eine wichtige Information ist, sonst hätte ich es direkt im Erstbeitrag erwähnt.

    Ja, es gibt ein paar für Deine Fragestellung relevante Unterschiede zwischen einem direkten Telekom-Ausbau und einem Ausbau über Joint Venture-Partner wie GlasfaserPlus oder Glasfaser Nordwest. Du hattest zwar schon gesagt dass Du nur über Telekom buchen kannst (was auf Ausbau über Partner hindeutet), aber manchmal gibt es da ja Missverständnisse, oder es gibt einfach die Erwartung dass man FTTH nur beim ausbauenden Anbieter buchen kann. Deswegen wollte ich da sicher gehen.


    Wie schon genannt:

    Ausbau über Telekom direkt:

    • kostenloser Anschluss ohne Tarifbuchung möglich
    • Buchung eines FTTH-Tarifs über 1&1 möglich

    Diese Möglichkeiten gibt es bei Ausbau über Joint Venture Partner leider nicht.


    Laut Pressemitteilungen der Telekom zu GlasfaserPlus Ausbauvorhaben kostet der nachträglicher Anschluss 800 Euro, wie in Telekom-Ausbaugebieten auch. Ob 1&1, falls sie einen Vorleistungsvertrag mit GlasfaserPlus abschließen, die Kosten für nachträgliche Hausanschlüsse übernimmt ist ziemlich spekulativ.


    Ich würde den jetzigen Ausbau nutzen, einen Vertrag abschließen und mir die vermutlich höheren monatlichen Kosten mit den gesparten 800/24=33 Euro pro Monat schön rechnen. :) Und in zwei Jahren kann man dann weitersehen.


    P.S.: Was die reinen Kosten betrifft: wenn Du nach 2 Jahren zu 1&1 zurück kehrst (egal ob VDSL oder dann FTTH) hast Du noch weiteres Einsparungspotential, da Du dann ja Neukunde bist. Nach aktuellen Angeboten würdest Du da 6 Monate Grundgebühr sparen. Bei einem 250 Mbit/s-Tarif also 270 Euro. Wobei natürlich auch hier niemand vorhersagen kann wie die Konditionen in gut 2 Jahren aussehen werden.

  • Der Grundsatz ist mir in der Tat klar.

    Nur im hier und jetzt sind meine 250MBit überdimensioniert.

    Und wenn 1&1 mir tatsächlich in 6-12 Monaten auch den Glasfaseranschluss (inklusive Hauserschliessung kostenfrei) anbietet, würde ich mir den Providerwechsel gerne sparen


    Auch wenn ich vieles wiederhole... Wie groß schätzt Du das Engagement des "Netzausbauers" ein, wenn Du in, sagen wir 2 Jahren, ankommst und dann einen Glasfaseranschluss möchtest? Bedenke, dass er ggf. ausschließlich Dich in deiner Straße anschließen muss und dafür mit Tiefbau etc. anrücken muss, bei gleichzeitigen hunderten anderen Baustellen und vor allem Neuerschließungen im gesamten Bundesgebiet...


    Ich würde mal spekulieren und sagen, dass diejenigen die jetzt keinen Anschluss beantragen, diesen auch in den nächsten mind. 5 Jahren nicht bekommen werden, schlicht weil die Kapazitäten und das wirtschaftliche Interesse für so Einzelanschlüsse nicht vorhanden ist.


    Nochmal: Möchtest Du irgendwann einen Glasfaseranschluss? Dann beantrage ihn JETZT! Ansonsten lass es sein...

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  • Wie groß schätzt Du das Engagement des "Netzausbauers" ein, wenn Du in, sagen wir 2 Jahren, ankommst und dann einen Glasfaseranschluss möchtest?

    Im Forum "Telekom hilft" sind Fälle bekannt, bei denen die Telekom den Ausbau zum Pauschalpreis wegen Unwirtschaftlichkeit abgelehnt hat.

    Es ist mir allerdings auch neu, dass bei Nachzüglern nur der Pauschalpreis verlangt wird, ich bin bislang davon ausgegangen, dass dabei die realen Kosten voll berechnet werden.

  • Es wird sicherlich von der Anzahl der Nachanschlüsse abhängen. Eine einzige Anfrage in einer Straße wird sicherlich ablehnend beantwortet werden.


    Ich hatte mal ein Preis von knapp 1000€ pro laufendem Meter (Hauswand bis zum Distribution Point) Tiefbaukosten im Hinterkopf. Das wurde hier im Forum als zu hoch angesetzt bewertet, ich meine da wurden 600-800 €/lfm genannt.

  • Im Forum "Telekom hilft" sind Fälle bekannt, bei denen die Telekom den Ausbau zum Pauschalpreis wegen Unwirtschaftlichkeit abgelehnt hat.

    Es ist mir allerdings auch neu, dass bei Nachzüglern nur der Pauschalpreis verlangt wird, ich bin bislang davon ausgegangen, dass dabei die realen Kosten voll berechnet werden.

    Hast Du zufällig ein Link zu einem Beispiel im "Telekom Hilft"-Forum?


    In den Ausbaublogs und Pressemitteilungen der Telekom ist immer davon die Rede, dass man die Kosten von 799,95 Euro spart wenn man im Vorvermarktungszeitraum einen Anschluss bestellt. Beispiel:


    "Wer sich im Vorvermarktungszeitraum für einen Glasfaser-Anschluss entscheidet, bekommt ihn kostenfrei. Hauseigentümer*innen sparen damit 799,95 Euro."


    Warum sollte die Telekom solche Angaben machen, wenn es in Wahrheit viel mehr kosten würde? Sie würde den Vorteil eines Abschlusses in der Vorvermarktungsphase nur Kleinrechnen. Mal abgesehen vom Ärger den sie sich einhandeln würde von Nachzüglern, die sich verarscht fühlen könnten wenn es plötzlich tausende Euro kostet.

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  • Nachzügler können bei Glasfaser auch einfach mit "rechnet sich wirtschaftlich nicht" oder "Mindestanzahl der Anschlüsse in der Straße noch nicht erreicht" abgewimmelt werden, denn niemand hat aktuell einen gesetzlichen Anspruch auf einen Glasfaseranschluss.

  • Hallo zusammen,

    vielen Dank für Eure vielen Antworten, die Zusammenhänge sind mir nun deutlich klarer geworden und ich habe vieles erfahren/gelernt, nach dem ich mangels Wissen gar nicht hätte fragen können.


    Und nichts für ungut, wenn meine Rückfragen Eure Nerven strapaziert haben...! ;)

    Viele Grüße


    Stephan

  • einen Anschluss bestellt

    Tja - meinen die damit einen Hausanschluss oder einen Tarif?


    Ich habe leider keine Beispiele aus dem Telekom-Forum, denn dessen Suchfunktion ist unbrauchbar (oder ich bin zu doof zum suchen).


    Persönlich bekannt ist mir aber, dass im Zuge des geförderten Breitbandausbaus "Gewerbegebiete im Märkischen Kreis" 799€ pro Hausanschluss berechnet wurden - egal ob da ein Internetvertrag abgeschlossen wurde oder nicht.

    Beim geförderten Breitbandausbau "Märkischer Kreis 3. Call" hingegen ist der Hausanschluss immer unsonst gewesen - auch ohne Vertrag.

    Es gab jedoch *einen* Ausbauenden, der bei Informationsveranstaltungen verkünden ließ "Wenn Sie jetzt bei einem unserer Vermarkter einen Internetvertrag abschließen, ist der Anschluss für Sie kostenlos." Nicht direkt gelogen, aber wa soll man von sowas halten, denn auch ohne Vertragsabschluss war der Hausanschluss kostenlos...

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  • unsere Straße ist angeschlossen. Bei den Infoveranstaltungen und den Flyern, es handelt sich um DG, wurde gesagt oder geschrieben, wer sich nicht gleich entschließt und bucht muß bei einer verspäteten Buchung die Kosten von 750 € selbst tragen. Hab jetzt mal die Verfügbarkeit der Straße auf den ihrer Homepage geprüft. Dort wird jetzt noch, nach einem Jahr nach Beendigung des Ausbaus und der Aktivierung des Anschlusses, mit kostenlosem Anschluß geworben. Die haben sogar den Tarif für das erste Jahr erheblich gesenkt.

  • Ich hatte es an anderer Stelle schon erwähnt: Der Haken bei den Nachanschlüssen ist eher, dass man oft sehr lange darauf warten muss. Damit die werbewirksam ohne Anschlusskosten angeboten werden können, werden die nämlich nicht als einzelne Anschlüsse gebaut, sondern erst, wenn genug davon zusammengekommen sind, um einen Sammelauftrag an ein Installationsunternehmen zu vergeben. Oft gibt es ein paar Jahre später eine Nachvermarktungsphase, um diese Aufträge hereinzuholen. Mit etwas Pech muss man sich dann solange gedulden. Mit etwas mehr Pech dauert es noch länger.

  • Tja - meinen die damit einen Hausanschluss oder einen Tarif?

    Beim kostenlosen Anschluss in der Vorvermarktungsphase kommt es drauf an wer genau ausbaut: bei Telekom-Ausbau direkt kann man auch kostenlos einen Hausanschluss ohne Tarif bestellen. Bei Ausbau z.B. über Glasfaser Nordwest oder GlasfaserPlus gibt es den kostenlosen Anschluss nur bei Tarifbuchung.


    Wobei beim "Hausanschluss ohne Tarif" die Glasfaser nur kostenlos in den Keller gelegt wird.


    Als Beispiel: hier das Ergebnis der Verfügbarkeitsprüfung einer willkürlichen Adresse, die ich aus einem aktuell geplanten Ausbaugebiet in Frankfurt a.M. ausgewählt habe. Dort auf "Zu den Produkten" klicken, "Hausanschluss ohne Tarif für Eigentümer/Vermieter" auswählen und auf "Jetzt bestellen" klicken. Auf der nächsten Seite wird Dir dann der Hausanschluss (bis in den Keller) für 0 Euro angeboten.


    Zitat


    Ich habe leider keine Beispiele aus dem Telekom-Forum, denn dessen Suchfunktion ist unbrauchbar (oder ich bin zu doof zum suchen).

    Ich hatte mittlerweile die AGB zur Erstellung eines Hausanschlusses durch die Telekom gefunden. Der Standardpreis ist wie gesagt knapp 800 Euro brutto. Dafür bekommt man üblicherweise sowohl bei einem Neubau (ob Neubaugebiet oder Baulücke) oder auch einem Bestandsgebäude einen neuen Hausanschluss, sofern die Adresse erschlossen ist. In einem Gebiete mit FTTH-Ausbau ("Homes Passed") gilt das auch für FTTH.


    Es gibt in der Tat einen Vorbehalt, dass die Telekom diese Leistung nur zusichert wenn die Kosten unter 1600 Euro netto liegen. Ich denke trotzdem dass das die Standardfälle (Gebäude direkt am Bürgersteig, z.B. in der Stadt, oder typische Reihenhaussiedlung) abdeckt. Sonst bräuchte die Telekom auch keine Pauschale von 800 Euro anbieten, sondern würde mehr verlangen. Und würde würde dann auch entsprechend damit werben dass man mehr spart wenn man sich den FTTH-Anschluss gleich in der Vorvermarktung legen lassen kann.


    Probleme wird man z.B. vermutlich dann bekommen, wenn die zu verlegende Strecke auf dem Grundstück relativ lang wird. Das kann man dann vermutlich umgehen, indem man selbst für ein entsprechendes Leerrohr von der Grundstücksgrenze zum Gebäude sorgt.

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  • Die 799 bei der Telekom sind für die Sonderbauweise "Hausanschluß innen". Standard aussen auf die Wand gedengelt, kostet nichts extra. Es besteht nur der 1600 Euro-Vorbehalt im fett gedruckten Kästchen für Glasfaseranschlüsse! Der dort erwähnte 156TKG regelt nur die Anschlußverpflichtung für das klassische Telefon.


    Egal bei welchem Anbieter, ich würde immer die erste kostenlose Phase ohne Experimente mitziehen. Bei mir wurde von GFNW die Anschlußleitung auf dem Grundstück über 30m unter Pflaster mit Erdrakete (allerding 3 Zwischenschächte) gelegt. Man benötigt aber ein dickes Fell ob der Suppis, die das machen. Die kommen aus aller Welt! Kaffe und Mineralwasserversorgung an dem heißen Sommertag haben aber dann für eine vernünftige Ausführung gesorgt.

  • Es besteht nur der 1600 Euro-Vorbehalt im fett gedruckten Kästchen für Glasfaseranschlüsse! Der dort erwähnte 156TKG regelt nur die Anschlußverpflichtung für das klassische Telefon.

    Der 1600 Euro-Vorbehalt gilt generell für einen Hausanschluss, solange die Telekom nicht zum Ausbau verpflichtet ist. Es ist ja nur vom Hausanschluss die rede, nicht von einer bestimmten Technologie.


    Letztlich gibt es zwei Möglichkeiten:

    1. Die Telekom wird von der Bundesnetzagentur zur Grundversorgung an einer bestimmten Adresse verpflichtet. Die Frage stellt sich nur wenn an der Adresse kein anderer Anbieter eine ausreichende Leistung anbietet. Und seit Ende letzten Jahres ist der Grundversorger nicht mehr automatisch die Telekom. Dann ist der Vorbehalt natürlich irrelevant und die Telekom muss anschließen. Ob Kupfer oder Glas kann sie sich letztlich aussuchen, aber der Anschluss muss neuerdings zumindest 10 Mbit/s im Download leisten.
    2. Die Telekom ist nicht zu einem Anschluss verpflichtet (weil obige Bedingungen nicht zutreffen). Dann gilt der Vorbehalt. Wie streng sie diesen dann auslegt ist eine andere Frage. Aber dass sie bereit wäre mehr Geld für einen Kupferanschluss zu investieren als für einen Glasfaseranschluss glaube ich nicht. Der Vorbehalt in den AGB gilt so wie er formuliert ist für beides.
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