Erfahrungen mit FTTH im Allgemeinen und im Speziellen mit Netcologne

  • Hallo,


    ich wollte euch mal nach euren Erfahrungen mit FTTH fragen, speziell auch gerne mit FTTH von Netcologne. Letzterer verlegt bei uns im Ortsteil gerade Glasfaserkabel. Im Gespräch mit einem Freund aus dem IT-Bereich meinte dieser, dass ich mit meinem bisherigen 100 Mbit/s VDSL Anschluss es eigentlich ziemlich gut getroffen habe. Bis auf ein paar Probleme in der Anfangszeit, läuft dieser Anschluss seit Jahren sehr störungsfrei. Keine Aussetzer oder gar Verbindungsabbrüche, der Ping ist mit 30-40 ms zu meinem bevorzugten Onlinegame eigentlich recht gut. Dort sehe ich auch immer wieder die Probleme der anderen, wie Disconnects im Spiel oder TeamSpeak. Ich habe damit nie Probleme. Also man könnte sagen, ich bin ziemlich zufrieden. Nach der Devise "Never Change a Running System" kamen mir jetzt doch einige Bedenken hinsichtlich eines Umstiegs auf Glasfaser. Weil ich kann mich noch gut an frühere Zeiten mit ADSL erinnern, wo das alles ziemlich bescheiden war. Betatester wollte ich nicht wieder unfreiwillig werden. Zumal bei uns auch kein AON Netz, sondern ein GPON Netz verlegt werden soll, das ja vom Ansatz her schon mal die technisch schlechtere Option ist. Von daher wollte ich mal fragen, wie ihr das so seht und wie eure Erfahrungen so sind. Läuft bei euch alles hochstabil und super zuverlässig mit dem FTTH-Anschluss?


    Ich danke euch schon mal für eure Beiträge.

  • Haben seit September 2021 einen FTTH Anschluss von DG.

    Über Telekom-DSL sind nach wie vor lediglich 12 MBit möglich, Hybrid kann man neuerdings auch nicht mehr dazu buchen.


    Unser Tarif bei Deutsche Glasfaser ist jetzt der Classic 400/200 -> „Gemessen“ wird fast immer ca. 410/205 MBit und 20 ms Ping.

    Bisher gab es eine Störung, die war aber spät nachts und wurde vorbildlich per Email, nur wenige Minuten nach Ausfall des Internetzugangs bei mir gemeldet. Nach ca 45 min war alles wieder ok, auch das wurde erneut per Email gemeldet.

    Kann mich bisher nicht beklagen.

  • - ja dein Anschluss an sich ist ausreichend (noch?), niemand weiß was in Zukunft alles kommt.

    - never change a running system sollte man nicht bei allen Sachen anwenden. Früher hat auch ein Pferd einen von A nach B gebracht...

    - Glasfaser ist definitiv die Zukunft. Einer der größten Vorteile ist und dafür muss man über den Tellerrand gucken die Energieeinsparung gegenüber Kupfer

    - Dazu gesellen sich noch viele weitere Vorteile

    - Eigentlich kommen Einschränkungen größtenteils nur durch den Ausbau zustande. Ist dieser abgeschlossen läuft es allgemein sehr zuverlässig.

    - ob GPON technisch die schlechtere Lösung ist, würde ich pauschal nicht so sagen. Sie ist eher komlizierter in Softwareseitigen Umsetzung, spart aber viele aktiven Komponente ein.


    Ergänzung:


    Wenn man die Chance hat, dass man umsonst ein GF gelegt bekommt sollte man diese nutzen. Nach 2 Jahren kann man ja immernoch wieder zurück oder lässt beide Anschlüsse parallell laufen.

  • Deine Ergänzung ist bei mir an sich das Ausschlaggebende. Ganz kostenlos ist die Sache leider nicht. Für einen kostenlosen Anschluss erwartet man die Beauftragung eines entsprechenden Glasfaserprodukts und das auch bis zum Ende dieses Monats. Ich fühle mich da halt etwas unter Zugzwang gesetzt. Falls man dies nicht möchte, wird eine Pauschale von 999 Euro erhoben, damit das Kabel bis in den Keller gelegt wird. Ansonsten wird erst gar kein Kabel gelegt und es drohen noch weit höhere Kosten, wenn man dann doch irgendwann Glasfaser haben möchte. An sich würde ich das Kabel gerne legen lassen, aber ansonsten erst mal alles so lassen, wie es ist.

  • Der Ausbau wäre schon "kostenlos" ( habe deswegen ja auch geschrieben gelegt bekommt), wenn man wie Du es schon reibst für zwei Jahre einen Tarif abschließt. Das sollte man nicht gleich setzen, Daher eher den günstigsten Tarif nehmen, schauen wie es sich so verhält und dann entscheiden.


    Wenn man erst nach dem Ausbau sich einen Anschluss legen lassen will, sind nicht nur die höheren Kosten (Schätzung liegt meist bei ab 1.500€), sondern auch die lange Zeit bis dieses dann umgesetzt wird.


    Die Tiefbauer kommen meist nicht für einen Anschluss in eine Ortschaft, sondern es wird meist beim ISP gewartet, bis mehrere sich bereit erklären.

  • Auch nicht vergessen: Wenn es die eigene Immobilie ist, und der Rest rundherum schon Glasfaser hat, sinkt der Wert erheblich.


    Ich würde dich als Käufer zumindest versuchen damit um einiges runterzuhandeln.


    Nur mal als Relation, hier auf dem Land waren es ca 2500€ plus 2 Jahresvertrag plus Eigenleistungen beim Verlegen der Leerrohre.


    Es gibt zwar auch inzwischen Überbau von Netzen, aber rechne mal nicht damit dass ein anderer Anbieter ausbaut in den nächsten 15 Jahren, wenn die Netcologne sich das Gebiet schon gesichert hat. Und dann?

  • Ich möchte mich hier auch einmal einklinken.

    NetCologne möchte auch bei uns in der Umgebung mit dem Ortsansässigen Energieversorger in Kooperation GF ausbauen.

    Mein Interesse ist da natürlich sehr groß.

    Vorab habe ich beim SocialMedia-Team ein paar Fragen gestellt.

    Auch wie ich einen GF TA in einer Bestellung aufgeben kann, da ich deren ONT nicht möchte.

    Die Antwort hierzu lautete einfach, "Der ONT ist zwingend notwendig, da ein OLT ein ONT voraussetzte"... zu der technischen Versiertheit des SM-Teams sage ich mal nichts...

    Meine erneute Nachfrage warum NetCologne sich nicht an das TKG (explizit §73 (1) ) halten muss wurde bis Dato nicht beantwortet. Ich gehe mal davon aus, dass es das auch nicht wird.


    Hat das evtl. schon jmd. mit Bezug auf das TKG bei NetCologne durchsetzen können?


    Warum die NetCologne der einzige Anbieter ist, die bei einem 70€ FTTH Gbit Anschluss nur 100Mbit Upstream liefert, wurde mir mit "es sind keine Änderungen in Planung" beantwortet.


    Wenigstens hat man mir bejaht, dass ich nach 2 Jahre NetCologne zur Telekom (dank deren Kooperation) wechseln kann. (Anfrage war explizit für FTTH Anschluss).

  • Grundsätzlich verstehe ich, dass man die komplette Hardware selbst aussuchen möchte und auch ein Recht hat, das zu tun. Allerdings sind die GPON-ONTs nicht mit Zwangsroutern zu vergleichen. Für die meisten Kunden dürften sie die beste Kombination aus Wahlfreiheit beim Router und Abstraktion von den Besonderheiten eines Glasfaseranschlusses sein. Im Gegensatz zu Kabelmodems spielt die Wahl des ONT praktisch keine Rolle für die Performance und die ONTs sind auch keine Stromfresser.


    Ich würde mir im Moment eher Gedanken darüber machen ob der Glasfaserausbau bei steigenden Zinsen weiter so vorangetrieben wird. Was man hat, das hat man.

  • Hat das evtl. schon jmd. mit Bezug auf das TKG bei NetCologne durchsetzen können?

    Du kannst durchaus mit einer Verbraucherzentrale diesbezüglich Kontakt aufnehmen. In Rheinland-Pfalz ist man schon einen Schritt weiter:


    Es ist alles richtig, was von alfalfa geschrieben wurde. Ich denke jedoch, es ist an der Zeit dem Wildwuchs bei Provisionierungsverfahren von Endgeräten im GPON Einhalt zu gebieten. Die gesetzlichen Regelungen sind klar, jetzt ist es an der Zeit diese durchzusetzen.


    Wie ich hier im Forum schon sehr häufig geschrieben habe, liegt es meiner Meinung nach am mangelnden Willen der Provider entsprechende Provisionierungsprozesse zu etablieren, so z.B. hier:


    Gerade die Telekom ist an dieser Stelle lobend hervorzuheben!


    Zu den Preisen: Ich sehe ebenso die Herausforderung für die Unternehmen die Inflationsrate einpreisen zu müssen. Sicherlich ist es schwierig dies bei den Grundgebühren durchzusetzen, dafür ist der Konkurrenzdruck zu stark. Der Neuausbau wird sicherlich teurer werden und vor allem der sogenannte "Nachanschluss" von den Liegenschaften, die beim Erstausbau noch unentschlossen waren.


    "Besser der Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach" gilt auch beim FTTH-Ausbau.

  • Die Endgeräte-Thematik, die AusD anspricht, habe ich auch versucht mit Netcologne zu erörtern (per Mail an glasfaser@netcolgne.de), bisher leider auch keine Antwort nach zwei Mails. Da bekomme ich schon richtig Lust mit denen in eine Geschäftsbeziehung zu treten.


    Ich habe auch explizit an deren Info-Abend (via Zoom, auch zwischenzeitlich via Youtube einsehbar) nach der Nutzung einer FB5590 gefragt. Es wurde sehr ausweichend geantwortet. "Wir prüfen das" lautete in etwa die Antwort. Da frage ich mich dann halt, ob das noch in diesem Jahr oder erst im Laufe des Jahrzehnts zu einem Abschluss der Prüfung kommt. Allein wegen dieser Endgeräte Thematik empfinde ich die GPON Technik schon als schwerwiegenden Nachteil und Probleme sind eigentlich schon programmiert. Da vergeht mir jedenfalls sämtliche Lust auf einen Glasfaseranschluss.

  • Die GPON Technik ist nicht das Problem, sondern die Offenlegung der Provisionierungsverfahren bei den Providern.


    GPON ist genauso normiert wie andere Zugangstechnologien. Das TKG sieht ja auch vor, das vom Provider Endgeräte (hier ein ONT) gestellt werden dürfen, jedoch deren Nutzung nicht vorgeschrieben werden darf.


    Und genau hier machen es sich die Provider zu einfach. GPON ist durchaus die ressourcenschonendere Technologie im Gegensatz zu AON und von daher ist es nachvollziehbar, das GPON bis auf wenige Ausnahmen Anwendung findet. Jedoch darf das nicht bedeuten, das aus Einspargründen (andere sagen Gewinnmaximierung) dem Kunden die Möglichkeit genommen wird eigene und normkonforme Hardware anzuschließen.

  • Bei GPON muss der Gegenseite doch die Modem-ID bekannt sein. Der Anbieter muss diese also in seine Datenbank einpflegen, sonst kommt keine Verbindung zustande. Entweder stellt er sich dabei quer, was er zwar nicht darf, aber mach erst mal was dagegen. Oder er verzögert oder ist einfach nur langsam oder macht dabei einen Fehler. Oder mein Endgerät hat irgendwann mal einen defekt, dann geht der ganze Prozess von vorne los. Bei AON schließe ich mein Endgerät einfach an und los gehts. GPON ist auch anfälliger für Störungen. Ich sehe da nur Nachteile. Man macht das halt nur deswegen, weil es billiger ist.

  • Die Authentifizierung via Serial oder Modem-ID ist nur eine Möglichkeit im GPON, die auch noch mit anderen Verfahren kombiniert werden kann.

    Im AON ist zwar der Teilnehmer über die Leitungsnummer identifiziert, das bedeutet jedoch nur, das ein Endgerät ins Netz eingebucht werden kann aber noch nicht automatisch Internetaccess. Andere und weitere Authorisierungsmechanismen dürfen die Provider natürlich verwenden (z.B. PPPoE).

    Das Argument der geringeren Robustheit gegenüber Störungen bei GPON stimmt in der Theorie, hat in der Praxis jedoch weniger Relevanz, da beispielsweise Rouge Detection für OLTs verfügbar ist. Da ist die Technik manchmal aus Selbstschutz weiter als das Normenwerk

  • Naja, nun haben wir uns leider doch etwas vom eigentlichen Thema entfernt. Weil an der verwendeten Technik ja ohnehin nichts zu ändern ist. Ich würde mich freuen, wenn es noch weitere Erfahrungsberichte zum Thema Zuverlässigkeit und Stabilität bei einem Glasfaseranschluss geben würde.

  • Im Allgemeinen kann ich sagen, dass FTTH (GPON) mit ONT/7590 und 5530 direkt an der Faser genauso gut funktioniert wie eine beliebige andere Technologie. Evtl. mit dem Unterschied das die gebuchte Up/Down Rate wirklich verfügbar ist und diese Raten grundsätzlich in Kombination höher sind als bei VDSL oder Kabel. Magenta TV Entertain funktioniert als App im Fernseher ebenso gut ohne einen Telekom Internetaccess wie die anderen IPTV Content Provider. Digitale Assistenten (Alexa, Siri,...) funktionieren im Dual Stack CGNAT von Deutsche Glasfaser ebenfalls.

  • Die Erfahrungen von HubeBube kann ich bestätigen. Ich war vor kurzem bei nahezu 170 Tagen Uptime - ununterbrochen. Seit dem letzten Firmwareupdate für Fritzboxen Anfang Dezember bis Ende Mai war die Box online, bis ein großflächiger Stromausfall hier in der Gegend die Statistik zunichte machte. Jetzt bin ich wieder bei 22 Tagen und warte gespannt, was die Verbindung irgendwann wieder kappen wird.