Ältere Mietwohnung mit Glasfaser LAN ausstatten

  • Hallo Zusammen:


    Seit der Erfindung von LAN Kabeln hatte ich immer alles mit Kabel lösen können.... hier in dieser Wohnung sehe ich keinerlei Möglichkeit das mit Kabel zu schaffen. Die 7-8 mm Querschnitt sind hier zu viel....


    Wohnsituation:

    Ältere Mietwohnung (ca.30 Jahre).


    Internetanschluss vorhanden xDSL 500/100 Mbit/s


    Das WLAN mit allem Drumherum Nervt, ist sehr instabil (und Strahlungsintensiv mit all den Uplinks)

    Powerline erreicht keine brauchbaren Werte, WLAN ist da schneller und sogar noch stabiler.

    Platzbedarf für Cat6 ist nicht vorhanden.


    Ich ziehe in Betracht die einzelnen Zimmer mit Glasfaser zu verbinden um Zukünftig hier genügend Leistung vorhanden zu haben.


    Aktuell und aufgrund der vorhandenen Hardware und Switch auf 1Gbit Betrieb geplant, was gegenüber der jetzigen Situation wirklich schon perfekt wäre.


    Die Fragen:

    Was benötige ich hierfür um das zu realisieren:


    - Welches Glasfaserkabel ist da empfohlen einzusetzen? Sollten nicht zu Dick sein, der Platz ist sehr begrenzt.

    - Woher kriege ich die Stecker für das LWL Kabel her und was ist hierbei zu beachten. ( geht nicht, gibts nicht ;-) )

    - Raum 1 ca 15 m Entfernung nur mittels Stromzuleitung Rohr erreichbar, platz im Rohr für 2 Drähte sind vorhanden.

    - Raum 2-4 auf dem letzten 1/2 weg via Telefonzuleitungsrohr erreichbar. ca 30 m


    Bevorzugte Idee: LWL Rolle kaufen, verlegen hinter der Fussleiste, durch Loch hinter der Fussleiste und danach die LWL Stecker montieren. Welches bieten sich hier an.

    Eine Idee war noch über der Leiste eine LWL Dose zu montieren ( falls es so was in der Art gibt) und von dort mittels Patch LWL auf den Medienconverter.



    Freue mich vorschlage und auf weitere Ideen..


    Mit freundlichen Grüssen


    Benno

  • Herzlich Willkommen im Forum!


    Aufgrund des Platzmangels, würde ich tatsächlich zu Singlemode OS2 Kabeln raten, die mit zweil Wellenlängen beschickt werden. Eine Wellenlänge für senden/TX und eine für empfangen/RX. Solche Kabel gibt es mit Durchmessern zwischen 1,5 und 3 Millimetern.


    Glasfaserkabel werden an die Stecker nicht mittels Schrauben oder Klemmen verbunden, sondern in der Regel mit Wärme verschweisst. Da die lichtführende Faser nur 9 Mikrometer (= 9 millionstel Meter) dick ist, ist das mit der Positionierung der Fasern gar nicht so einfach und ohne Spezialwerkzeug gar nicht durchführbar. Es gibt als spezielle mit Gel gefüllte Stecker, die nicht fusionsgespleisst werden, trotzdem wird für das exakte Abschneiden der Fasern Spezialwerkzeug (Cleaver) benötigt. Daher rate ich dir fertig konfektionierte Kabel inkl. der benötigten Stecker zu verwenden.


    Über den Rest sprechen wir später. Evtl. gibt es ja auch noch andere, womöglich bessere Lösungen, die ich nicht kenne.

  • Spliesswerkzeug für Glasfaser kostet um die ca 1000€. Ferner bekommst du die Fasern auch nicht unbeschädigt durch schon belegte Leerrohre. Das wird also nix.


    Glasfaser ist halt Optik und nicht Elektronik.


    Entweder dünne Ethernetkabel unter Bodenverlag etc verlegen oder Aufputz-Kabelkanäle sonst bleibt nur der Bohrhammer.

  • Da ist ein Steckdosen-Prüfer/-Tester für günstiger.

    Das ist nicht vergleichbar. Der Phasenkoppler verbindet die drei Außenleiter hochfrequenztechnisch, so dass die Datensignale von einem Raum zum anderen kommen, auch wenn die Räume an verschiedene Phasen angeschlossen sind. Normalerweise passiert das zufällig, wenn die drei Außenleiter auf einer längeren Strecke eng nebeneinander liegen. Dieses "Übersprechen" ist bei Datenkabeln unerwünscht, aber für Powerline ist es notwendig, damit die Wohnung nicht in drei quasi getrennte Netze zerfällt. Wo diese zufällige Kopplung nicht vorhanden ist, kann man einen solchen Phasenkoppler installieren, um die Übertragung zwischen den Steckdosen zu verbessern, die nicht die selbe Phase führen. Das hat mit einer unkorrekten Installation der Steckdose (und auch mit Glasfaser) nichts zu tun.


    Zur ursprünglichen Frage: Es gibt dünne Glasfaserkabel, die zugfest und biegetolerant sind (Beispiel) und auch eine sorgfältige Verlegung hinter Fußleisten mitmachen würden. Das Problem ist, wie von HubeBube und elnx schon erwähnt, die Stecker anzubringen. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten, aber keine ist einfach und billig. Am ehesten kommen dafür "feldkonfektionierbare" Stecker in Frage, die allerdings alles andere als kompakt sind. Eine Schwierigkeit ist außerdem, dass ohne weiteres Spezialwerkzeug praktisch nicht zu beurteilen ist, wo ein Fehler in einer selbstgemachten Verbindung ist, wenn sie nicht funktioniert. Hat man doch irgendwo das Kabel geknickt? Sitzt der Stecker richtig? Der andere auch? Fertig konfektionierte Kabel haben dagegen den Nachteil, dass die Kabelwege das "seitliche" Einlegen des Kabels erlauben müssen (Kabelkanal ja, Kabelrohr oder Bohrloch nein). oder für das Durchziehen des Steckers einen so großen Querschnitt brauchen, dass sie unter den genannten Randbedingungen ausscheiden.

  • Dass alle Steckdosen im Haus an einer Phase hängen sollten, wage ich zu bezweifeln. Daran Änderungen vornehmen darf aber sowieso nur jemand, der darüber von Berufs wegen Bescheid wissen muss, also können wir uns eine Diskussion über dieses Thema sparen. Die Installation eines Phasenkopplers macht man auch nicht selbst, nur falls das nicht klar war.

  • Vielen Dank für eure zahlreichen Inputs.


    Jusch

    Powerline; Ich habe in den vergangenen Jahren öfters mal Powerline abschnitte installiert gehabt oder diese bei Usern Installiert.

    In dieser Wohnung habe ich, da dies nicht funktioniert auch über die Variante mit dem Phasenkoppler nachgedacht und die Elektroinstallation von einem externen Gutachter komplett prüfen lassen. Das Ergebnis war; eigentlich müsste man die gesamte Elektroinstallation rausreissen und das Ganze von Grund auf neu machen. Der ganze Aufbau und Verkettung ist nicht gerade so wie es heute üblicherweise gemacht wird. Es sind zu viele Verteiler an falschen stellen platziert und keine Leitung geht ab Unter Verteiler Direkt in ein Raum.


    Powerline ist hier sowas von durch, zudem erreichen wir die als Vorgabe gesetzten 1Gbit/s nie.


    alfalfa

    Ich gehe davon aus, dass hier einen Satz an Spezial Werkzeug anschaffen werde sollte. Für meine eigenen testzwecke wird dies in einem Günstigen Bereich beginnen. Vielen Dank für den Link, konnte dort ein paar Sachen finden welche meiner Vorstellung entsprechen. Ebenso denke ich das es in Zukunft noch mehr Einsätze von LWL geben könnte.


    James

    Es gibt nur im Wohnzimmer einen Koax Anschluss. Dieser wurde vom Vormieter mit einer AP Verlängerung auf die gegenüberliegende Seite verlängert. Darauf läuft hier der TV.

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  • Wenn Glasfaser von der Installation eine zu große Herausforderung wird, könntest du natürlich über Telefonleitungen nachdenken, die du dann "G.hn" Modulen bestückst. Man wird wohl nicht auf 1 GBit/s kommen, aber ich denke, über eine dedizierte Telefonleitung sind mehrere 100 MBit/s recht stabil drin, jedenfalls deutlich stabiler, als über Stromkabel.

  • Du könntest über POF nachdenken - Polymeroptische Faser. Das ist nicht so empfindlich wie echte Glasfaser und damit für Laien sicher leichter zu verlegen. Dafür aber nicht standardisiert - man bindet sich an einen Hersteller.


    Ich hatte das vor Jahren mal mit 100 MBit/s im Einsatz, inzwischen gibt es auch GBit.


    Ein Stichwort für die Suche bei Google oder Amazon wäre Homefibre.


    LG


    Jörg

  • Bei Homefibre ist man dann ja leider nur auf Gigabit begrenzt. Wenn ich jetzt ein Haus neubauen würde, würde ich mir das auch überlegen zumindest teilweise richtige Glasfaser zu legen. Ist dann die Frage ob man das spleißen machen lässt oder riskiert Spleißgerät und Fasertester einen vierstelligen Bereich zu kaufen und es selbst zu probieren.


    Spleißgeräte habt ich schon für einige 100 Euro bei Ebay gesehen, ist die Frage was die taugen.


    Solange die Kabelwege großzügig sind, geht es ja auch eventuell mit fertig konfektionierten Glasfaserkabeln.

  • Wenn ich jetzt neu bauen würde kämen hinreichend viele und große Leerrohe in die Wände, initial bestückt mit Cat 6a oder Cat 7-Kupferkabeln :) Das reicht derzeit für 10GBase-T, was die Zukunft bringt (und welche Kabel man dafür braucht) wird sich dann zeigen.


    LG Jörg

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